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Hodenkrebs trifft Männer in jungen Jahren

Hodenkrebs ist zwar eher selten (1,6 % aller Krebserkrankungen bei Männern sind Hodenkrebs), aber bei jungen Männern die häufigste Krebserkrankung. Er tritt in der Altersgruppe von 25 bis 45 Jahren auf – in Lebensphasen, in denen kaum einer an tödliche Krankheiten denkt …

Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die in einem der beiden Hoden beginnt und im weiteren Verlauf auch Nebenhoden und Samenleiter erfassen kann (Quelle: www.krebsgesellschaft.de/). 2014 erkrankten daran rund 4070 Männer, davon starben 153 Patienten.

Bei den meisten Patienten kann Hodenkrebs geheilt werden.

Er zeigt sich nicht durch Schmerzen! Symptome sind eine einseitige Vergrößerung oder Verhärtung des Hodens oder ein kleiner, harter Knoten auf dem Hoden – diese sind ertastbar. Der Hoden fühlt sich gegebenenfalls schwer an und „zieht“ ein wenig.

Fakt ist, dass – wie bei allen Krebserkrankungen – eine frühe Diagnose die Heilungschancen erhöht. Deshalb empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) auch die regelmäßige Selbstuntersuchung ab der Pubertät. Umfangreiche Informationen und Selbstuntersuchungstipps liefert u. a. das Portal www.hodencheck.de.

Bei Männern, die in der Kindheit einen Hodenhochstand hatten, ist das Erkrankungsrisiko höher. Und auch Familienmitglieder von anderen Hodenkrebspatienten (Vätern, Brüder) haben ein höheres Risiko, selbst zu erkranken. Die Chance, wieder vollkommen zu genesen, liegt allerdings bei 96 % (Quelle unten).

Einer der bekanntesten Hodenkrebserkrankten der Gegenwart ist wohl Fußballprofi Marco Russ, der 2016 im Alter von 30 Jahren daran erkrankte – und wieder voll gesund wurde.

Wer oben genannte Symptome bei sich feststellt, kann sich von einem Urologen über eine körperliche Untersuchung, per Ultraschalldiagnostik sowie Bluttest untersuchen lassen. Verstärkt sich der Verdacht oder ist eine Operation notwendig, wird auch eine Röntgenuntersuchung (Computertomographie oder MRT) vorgenommen. Im Fall der Fälle ist eine Operation erforderlich, bei der der betroffene Hoden mit dem Samenstrang entfernt wird. Sofern notwendig, folgt eine Chemo- oder Strahlentherapie.

Manche Fachleute empfehlen, vor der OP Spermien einfrieren zu lassen, weil möglicherweise der zweite, bleibende Hoden danach eingeschränkt Spermien produziert und somit eine Unfruchtbarkeit vorliegen kann. Nach der OP kann ein Silikonkissen in den leeren Hodensack eingesetzt werden – wie bei Frauen in der Brust … damit die Optik auch in Zukunft stimmt.

Weitere Quellen:

www.krebsdaten.de/Hodenkrebs

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Journalist

Susanne Braun-Speck

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