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Heute sind Sandra und Andre erfolgreiche Petfluencer mit einem Rudel aus fünf Zwergspitzen und zwei Wolfsspitzen. WELLBEING

Ein Herz für Hunde

Ein Petfluencer-Paar berichtet von seinem Leben im Hunderudel und was sie alles für deren Gesundheit und Glück in Bewegung setzen.

Wir sind eine große, harmonische Familie.

Da muss man schon ein großes Herz haben, um so auf den Hund zu kommen, wie dieses Paar. Mit den zwei Wolfsspitzen Cora und Aisha ist Sandra Drolshagen groß geworden – die beiden begleiten die heute 27-Jährige schon seit ihrem 10. Lebensjahr. Als sie mit ihrem Freund Andre Padecken zusammenzieht, kommt Zwergspitz Lia dazu. Und kurze Zeit später eine Spielkameradin namens Minzi. Durch einen tragischen Unfall mit fataler Folgebehandlung verliert Minzi ein Bein – und wird zur Instagram-Berühmtheit. „Weil wir zeigen wollten, dass auch Hunde mit Handicap ein tierisch gutes Leben haben können“, erzählt die Physik-Doktorandin. Heute sind Sandra und Andre erfolgreiche Petfluencer mit einem Rudel aus fünf Zwergspitzen und zwei Wolfsspitzen. Ein Fulltime-Job on top zur Promotion beziehungsweise 30-Stunden-Woche als Marketing-Manager. Das Geld, das auf diese Weise hereinkommt, können sie gut für Unterhalt und Arztrechnungen ihrer sieben Hunde gebrauchen. „Aber auch ohne Zusatzeinkommen würden wir niemals auf regelmäßige Check-ups beim Tierarzt, Zahnreinigung in der Tierklinik, Physiotherapie und hochwertiges Nassfutter aus Freilandhaltung verzichten“, versichert Andre und ergänzt: „Hunde kosten viel Zeit und Geld – darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der mit der Anschaffung eines Vierbeiners liebäugelt. Außerdem muss er zu den Lebensumständen passen.“ Selbst Hunde mit weniger Bewegungsdrang wollen täglich ausgeführt werden. „Das ausgiebige Gassi gehen und die intensive Beschäftigung mit dem Hund kann auch ein Garten nicht ersetzen“, stellt Sandra klar.

Was sie aus ihren Erfahrungen mit der beinamputierten Minzi und dem später aufgenommenen Murphy, der eine schwere Behinderung hat, im Umgang mit Ärzten weitergeben können? „Das Bauchgefühl trügt meist nicht. Wenn man das Gefühl hat, ein Arzt entscheidet vorschnell oder arbeitet im Massenabfertigungs-Modus, sollte man bei schwerwiegenden Entscheidungen besser eine Zweit- oder sogar Drittmeinung einholen“, empfiehlt Andre und fügt hinzu: 

„Wir persönlich versuchen so wenig Chemie wie nötig zu verwenden – oft wird vorschnell zu Antibiotika geraten“. Eine OP-Versicherung haben die beiden nicht. Wer darauf verzichtet und kein Rieseneinkommen hat, sollte für solche Eventualitäten besser etwas auf die hohe Kante legen, rät der studierte Wirtschaftswissenschaftler.

Und wie sieht ihr Leben in einem Hunderudel konkret aus? „Wir sind eine große, harmonische Familie. Die Hunde verstehen sich super und wir achten immer auf ihre Bedürfnisse. Wir haben alle in größeren Abständen nacheinander eingeführt und sozialisiert“, erzählt Andre und Sandra ergänzt:

 „Wir haben das große Privileg, dass wir beide bei Bedarf im Homeoffice arbeiten können. Meistens ist einer von uns Zuhause bei den Hunden – und wenn nicht, lassen wir sie maximal drei Stunden alleine.“ Auch ihr Garten in Waldnähe und der nur zwei Straßen entfernte elterliche Garten sind natürlich glückliche Umstände. Und wie sieht es mit Urlaub aus? „Urlaub machen wir schon seit Jahren in Österreich – Wandern mit Hunden, herrlich“, berichtet Andre. Um noch abschließend loszuwerden, was ihm auf dem Herzen liegt: „Petfluencer ist mehr Berufung als Beruf – wer Geld vor Tierwohl und Authentizität stellt, wird niemandem gerecht.“

Fakten

Gesundheitsvorsorge

Einmal jährlich sollten Hunde für einen großen Check-up zum Tierarzt, um nach Tumoren abgetastet zu werden und zur Kontrolle von Zähnen, Ohren, Augen und Schleimhäuten. Außerdem werden Herz und Lunge abgehört, bei älteren Hunden kommen noch Blut- und Urinuntersuchungen hinzu.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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