European Media Partner
Achim Hannott, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF) HAUSBAU & ENTWICKLUNG

Individualität ist Trumpf

Etwa jedes fünfte Haus in Deutschland ist ein Fertighaus. Vom Bungalow bis zur Villa: Die Häuser werden zunehmend auf die Wünsche der Kunden hin geplant.

„Ganz allgemein lässt sich feststellen, dass Häuser ebenso wie die Menschen immer individueller werden.“    

Das Bauen mit Fertigteilen ist vermutlich fast so alt wie die Menschheit selbst. Schon die alten Ägypter transportierten die für ihre Pyramiden benötigten, fertigen Bauteile auf dem Nil zu ihren Baustellen. Die Geschichte des modernen Fertigbaus begann Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA, als in Zeiten des Goldrausches schnell fertig gestellte Häuser benötigt wurden. In Deutschland haben vor allem die Vertreter der Architekturschule Bauhaus in den 1920er Jahren die Vorfertigung für den Eigenheimbau entdeckt. Ihre Idee: Standardisierte Serienfertigung von architektonisch funktionalen Fertighäusern, die ästhetisch anspruchsvoll und dabei erschwinglich sind. Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Fertighausindustrie nahm diesen Gedanken wieder auf. Als Baustoff setzte sich Holz durch. Weil sich immer mehr Menschen ihr eigenes Haus leisten konnten, folgte im Nachkriegs-Deutschland ein regelrechter Bauboom.

Heute bieten die Hersteller eine enorme Vielfalt an Möglichkeiten – bis hin zum komplett frei geplanten Architektenhaus nach Art eines Landhauses, einer Stadtvilla, eines Bauhauses oder Bungalows, ob im klassischen oder zeitgenössischen Stil. „Ganz allgemein lässt sich feststellen, dass Häuser ebenso wie die Menschen immer individueller werden. Ein technischer Trend, gerade bei Holz-Fertighäusern, sind hochenergieeffiziente Gebäude. Schon jetzt werden 90 Prozent der Fertighäuser als sparsame und gleichzeitig förderfähige KfW-Effizienzhäuser realisiert“, erläutert Achim Hannott, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF).

Bauherren von Fertighäusern schätzen vor allem deren Planungssicherheit sowie die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten, die sich schon weit vor Baubeginn in den Musterhäusern der Hersteller erleben lassen. Die Abläufe im Fertigbau sind nicht zuletzt aufgrund der industriellen Vorfertigung, der guten Bearbeitbarkeit des Werkstoffs Holz und der umfassenden Leistungen aus der Hand des Hausherstellers sehr gut planbar. „Hinzu kommt bei den Unternehmen, die das Siegel der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) tragen, die Selbstverpflichtung zur Einhaltung der strengsten Qualitätsanforderungen im Hausbau. Diese übertreffen die Vorgaben des Gesetzgebers teils deutlich. Das macht ein Fertighaus für 100 Jahre und mehr zu einem sicheren und nachhaltigen Zuhause“, sagt Achim Hannott.

Die Wohnfläche eines durchschnittlichen Fertighauses beträgt seit mehreren Jahren rund 140 Quadratmeter. Die letzte große Veränderung im Grundriss war die Verschmelzung der Wohnbereiche Kochen, Essen und Wohnen. Der BDF registriert derzeit eine steigende Nachfrage nach kompakten Wohnlösungen, die sich auch auf kleinen Grundstücken realisieren lassen. Sogenannte Kompakt- und Minihäuser oder „Tiny Houses“ sind ideal für ein bis zwei Personen. Sie lassen sich auch schlüsselfertig und barrierefrei realisieren und werden komplett auf die individuellen Bedürfnisse hin zugeschnitten. Und das Beste: Der Aufwand für den Bauherrn hält sich sowohl beim Hausbau, als auch bei der Hausarbeit in Grenzen.

Teile diesen Artikel

Journalist

Chan Sidki-Lundius

Weitere Artikel