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Ein Trend der Messe waren die sogenannten Micro-Grids. UNTERNEHMERTUM

Intersolar Europa im Zeichen neuer Trends

Die Entwicklung der erneuerbaren Energien, aber auch die Fortschritte in der Energiespeicherung und die Sektorkoppelung sind nur einige Beispiele, deren technische Neuerungen auf der Intersolar Europe, die Mitte Mai in München stattfand, dem Fachpublikum präsentiert wurden. 

Nicht nur die deutsche Energiewende, sondern auch die Klimakonferenz von Paris und der in vielen Ländern beschlossene Ausstieg aus den fossilen Energien, sorgt für eine besondere Dynamik der Branche. Weitere Treiber sind die Digitalisierung und die Erschließung neuer Absatzmärkte, denn zunehmend interessieren sich auch wieder Schwellen- und Entwicklungsländer für diese Technologien. Elektrische dezentrale Energie ist – neben der Bildung – für sie ein Schlüssel der Entwicklung aus der Armutsfalle.

„Wir sehen auf dem Weg in eine neue Energiewelt vor allem zwei Trends: Der erste geht in den Bereich Privathäuser. Hier beobachten wir eine zunehmende Vernetzung von Solarmodulen, Speichern und Energieverbrauchern. Das Stichwort heißt Smart Home“, so Michael Harre, Vizepräsident der EU Solar Business Group bei LG Electronics. „Der zweite Trend geht in Richtung Smart Grid, also dezentrale Energiesysteme. Diese werden in Zukunft wichtiger, weil die Energie nach dem Ausstieg aus der Kernkraft und möglicherweise auch aus der Kohle dezentraler wird. Dies erfordert auch ein intelligenteres Netz. Um diese Trends zukünftig abdecken zu können, haben wir auf der diesjährigen Intersolar Europe die dazu passenden Lösungen präsentiert.“

Vor allem vor dem Kostendruck, den die asiatischen PV-Hersteller auf den Weltmarkt ausüben, sind es vor allem die deutschen und europäischen Hersteller, die ihren Wettbewerbsvorteil in der Steigerung des Wirkungsgrades mit gleichzeitiger Kostensenkung sehen. So stellte gerade Freiburger Fraunhofer ISE einen gesteigerten Wirkungsgrad multikristalliner Siliziumzellen auf 22,3 Prozent auf, was derzeitigen Weltrekord darstellt. Inzwischen arbeiten die Entwickler an sogenannten PERC-Zellen, oder auch Bifazialmodulen, alle dienen der stärkeren Effizienzausbaute des einfallenden Sonnenlichtes, die Bifazialmodule beispielsweise sind in der Lage die Sonnenstrahlen reflektiert auch auf ihrer Rückseite zu nutzen, so dass auch vom Boden abgestrahltes Licht in Energie umgewandelt werden kann.

Ein weiterer Trend, der ein wichtiger Bestandteil der Messe war, ist der Weg in die sogenannten Micro-Grids, mit deren Hilfe man ansonsten auch kaum erschlossene Regionen der Erde versorgen kann. Dies ist vor allem in Entwicklungsländern besonders interessant, weil die Errichtung langer Netzinfrastrukturen über weite Distanzen nicht nur sehr aufwendig, sondern vor allem teuer sind.

Immer wieder war auf der Intersolar auch von Sektorkoppelung die Rede. Warum soll Strom aus Photovoltaik nicht die Akkus von Elektromobilen füllen und so zur Verkehrswende beitragen? Die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn durch intelligente Technologien die Erzeugung, die Speicherung, die Verteilung und der Verbrauch von Energie in Sektoren Mobilität, Strom und Wärme miteinander verknüpft wird.

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Journalist

Frank Tetzel

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