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Der Trend geht in Richtung Flexibilität

Dass sich die Mobilität vieler Menschen besonders in den Großstädten verändert, ist unübersehbar. Das hat auch Auswirkungen auf das Fuhrparkmanagement.

Nicht nur junge Leute wollen immer häufiger individuell und flexibel sein.

Firmenwagen sind für viele Mitarbeiter nicht nur ein praktisches, vom Arbeitgeber gestelltes Plus, sondern auch ein Statussymbol, das denen, die es haben, lieb und wichtig ist. Neuerdings setzt an dieser Stelle allerdings ein teilweises Umdenken ein. „Wir stellen fest, dass junge Leute immer häufiger freiwillig auf einen Firmenwagen verzichten, auch wenn ihr Arbeitgeber ihnen einen anbietet“, sagt Clemens Noll-Velten, Chefredakteur von bfp-fuhrpark & management digital. Das Online-Magazin für alle, die etwas mit betrieblicher Mobilität zu tun haben, beobachtet ständig und intensiv die Entwicklungen und Trends auf dem Markt der Firmenwagen. Die Tendenz sei klar: „Die Entwicklung geht in Richtung mehr Flexibilität bei den Angeboten betrieblicher Mobilität.“

Das bedeute nicht, dass junge Leute auf Vorteile, die ihnen ihre Arbeitgeber bieten wollen, verzichten. Im Gegenteil: In Zeiten, in denen Fachkräfte und guter Nachwuchs immer schwerer zu bekommen und zu halten sind, wird es für Unternehmen eher wichtiger, etwas über das eigentliche Gehalt hinaus zu bieten. Auch die Mobilität bleibt da ein wichtiges Thema. Aber es muss eben nicht mehr immer der klassische Firmenwagen sein. „Gerade in den Großstädten wollen junge Leute immer häufiger individuell und flexibel sein, wenn es um die Art und Weise ihrer Fortbewegung geht“, so Noll-Velten. Das bedeutet: Statt eines nagelneuen VW Golf nehmen sie lieber das schicke und umweltfreundliche E-Bike in Verbindung mit einer Bahncard 100 oder einem Monatsticket für die Öffentlichen Verkehrsmittel. Dann können sie entscheiden, ob sie selbst in die Pedale treten wollen oder doch lieber bei Regen oder Kälte die U-Bahn nutzen möchten. 

Doch Flexibilität ist keine Frage des Alters. So gibt es in jeder Generation sowohl autoaffine als auch an flexibler Mobilität interessierte Mitarbeiter, so Noll-Velten. Der Fuhrparkexperte glaubt auch nicht, dass der Firmenwagen eines Tages von der Bildfläche verschwinden werde. Es werde immer eine Vielzahl von Mitarbeitern geben, die nicht auf die Vorzüge eines eigenen Autos verzichten wollen. Ebenso müsse der typische Reisende oder Vertreter auch häufig auf einen eigenen Wagen zurückgreifen können, um in der Lage zu sein, seine Aufgaben wahrzunehmen. Nicht zuletzt hänge der Wunsch nach einer flexibleren Mobilität vom Standort des Mitarbeiters und des Unternehmens ab. In Großstädten und Ballungszentren sind viele Menschen inzwischen genervt von langen Staus und nutzen lieber U- oder S-Bahn, die Tram oder den Bus. Auf dem Land dagegen sind sie viel stärker vom eigenen PKW abhängig. Für Clemens Noll-Velten gibt es einen klaren Zusammenhang: „Je besser das Netz des Öffentlichen Nahverkehrs ausgebaut ist, desto mehr Angestellte von Unternehmen werden vom Auto umsteigen."

Auch Unternehmen könnten von sich aus die Initiative ergreifen, findet der bfp-Experte. So können sie zum Beispiel statt aus den vorhandenen Pool-Fahrzeugen ein firmeneigenes Carsharing-System aufbauen, auf das alle Mitarbeiter je nach Bedarf zurückgreifen können. Das schone die Umwelt und die Kosten für den Fuhrpark. Reizvoll für die Mitarbeiter sei es, wenn sie sich am Wochenende einen der PKWs ausleihen könnten. Wichtig sei es, dass auch die Städte diese Entwicklung mittragen, denn gerade in Ballungszentren stellen die täglichen Pendlerströme inzwischen eine große Belastung dar. Politik und Verwaltung sieht Noll-Velten allerdings noch ganz am Anfang dieses Prozesses. „Mehr als ein zartes Pflänzchen der Veränderung gibt es an dieser Stelle noch nicht.“ Das gelte auch für das Thema Elektromobilität, das besonders für solche Unternehmen von Bedeutung ist, deren Mitarbeiter nur kurze Strecken in der Innenstadt fahren.

Bfp fuhrpark & management (fuhrpark.de) hat es sich zur Aufgabe gestellt, den Entwicklungsprozess hin zur Flexibilisierung der Unternehmensmobilität konstruktiv zu begleiten. „Wir sehen uns als Informationsquelle für alle, die mehr wissen wollen zu diesem spannenden und zukunftsträchtigen Thema betriebliche Mobilität“, so Noll-Velten. Die Redaktion von bfp informiert mit ihren Artikeln, die bfp-Akademie qualifiziert Interessenten und die von bfp organisierten Events machen die neuen Entwicklung erlebbar. „Auf diese Weise versuchen wir, für Unternehmen, Fuhrparkmanager und alle, die sich mit betrieblicher Mobilität befassen, Transparenz zu schaffen.“

Fakten

Technik hat es Clemens Noll-Velten angetan. „Neue Gadgets oder Smartphones faszinieren mich sehr“, sagt der Chefredakteur von bfp Fuhrpark & management digital). Ins Auto steigt der 46-jährige Vater von zwei Kindern, der bei Frankfurt wohnt, gern. Allerdings: Für Strecken, die länger als zweieinhalb Stunden dauern, benutzt er den Zug.

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Journalist

Armin Fuhrer

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