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Valentina Lorente verkauft in ihrem Café „Croquant“ Tartes, Baguettes und Flammkuchen. UNTERNEHMERTUM

Das Netzwerk als Startkapital

Ob technologische Innovation oder kulinarischer Lebenstraum: Das Umfeld spielt eine entscheidende Rolle. 

„Dass es ein Erfolg sein würde, daran habe ich immer geglaubt“, erzählt Valentina Lorente. Wer heute ihr Café Croquant im Frankfurter Europaviertel betritt, spürt die Überzeugung der Unternehmerin und die Liebe für ihre Aufgabe in jedem Detail. Die köstliche Patisserie und das warme Ambiente des Cafés locken Besucher der nahen Messe ebenso wie Angestellte aus den umliegenden Büros und „private“ Nachbarn. Ein perfekter Mix für die Geschäftsidee der Jungunternehmerin. 

Bevor die 50-jährige im Oktober 2016 ihren Traum von der Selbstständigkeit verwirklichte und ihr Café mit hausgemachten französischen Spezialitäten – und französischem Charme – eröffnete, war sie als Dolmetscherin, später auch in der Feinkostbranche tätig. Die Idee, ihre Begeisterung für das Kochen und Backen zum Beruf zu machen, reifte bereits etliche Jahre, bevor sie die ersten Schritte wagte. 

So überzeugend sie ihr Geschäftskonzept jedoch auch bei den Banken vertrat – das notwendige Startkapital blieb aus. Bis die abgestimmten Förderketten des Landes ineinander griffen: Durch die Handwerkskammer wurde die gebürtige Serbin an die Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft des Vereins „jumpp – Frauenbetriebe e.V.“ verwiesen – ein Fokusthema in der landesweiten Förderung. Der gute Rat brachte – gepaart mit viel Energie und Durchhaltevermögen – den Durchbruch. Durch die engagierte Gründungsberatung und die Förderung über ein Mikrodarlehen sowie Mittel aus dem Frankfurter Gründerfonds konnte Valentina Lorente ihren Traum verwirklichen. „Geholfen hat mir nicht nur die praktische Unterstützung durch die Förderangebote, sondern auch, dass an meine Idee geglaubt wurde.“ Der Erfolg der talentierten Unternehmerin gibt allen Beteiligten recht: Im ersten Jahr konnte Valentina Lorente ihren Umsatz bereits verdreifachen – und wurde für den Frankfurter Gründerpreis vorgeschlagen.

Simon und Karlheinz Schmidt, Gründer des Unternehmens OPTOcomm, Foto: Pressefoto

Wie weitreichend die positiven Folgen einer solchen Auszeichnung sein können, wissen die Gründer Simon und Karlheinz Schmidt: Für ein auf Nanotechnologie basierendes Reparaturverfahren in der Schienentechnik, mit dem die staatlich subventionierten Instandhaltungskosten der Bahnschieneninfrastruktur deutlich gesenkt werden können, wurde ihr junges Unternehmen OPTOcomm 2017 mit dem Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ geehrt. Schon in der Phase der Vorauswahl profitierten Vater und Sohn vom professionellen Coaching durch die Unternehmensberater der KPMG, das sie zur Vorbereitung auf die Präsentation vor der Fachjury erhielten. „Wir haben viel über uns selbst gelernt. Besonders hilfreich war auch der Kontakt zu anderen nominierten Gründern – mit den gleichen Sorgen und Nöten, die wir in der Gründungsphase hatten. Es war großartig, darüber sprechen zu können, ohne dass gleich jemand eine Rechnung schreibt“, erinnert sich Simon Schmidt, der Jüngere im erfolgreichen Familien-Duo.

Die Auszeichnung bescherte den beiden Gründern ein Netzwerk nicht nur aus Gleichgesinnten, sondern mit Kontakten auf politischer Ebene. „In Hessen mit unserem Produkt überzeugt zu haben, das sich ja auch für andere Bundesländer beziehungsweise Landesbahnen eignet, hat für uns eine große Bedeutung. Die Außenwirkungen haben wir vorher unterschätzt“, berichtet Simon Schmidt. Den Erfolg ihres ehemaligen Mitarbeiters habe auch die Deutsche Bahn positiv aufgenommen. 

Für die spezielle Unternehmensgründung der Schmidts ist der Standdort in Deutschlands Mitte perfekt: Mit Frankfurt als Sitz der DB und der hessischen Landesbahn sowie dem Verkehrsknotenpunkt im Rhein-Main-Gebiet bietet die Region hervorragende Möglichkeiten der Vernetzung mit potentiellen Kunden.

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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