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Rausfahren, wenn andere reinkommen

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hilft Personen, die in Seenot geraten sind. Sie rettet jedes Jahr zig Menschen das Leben.

Wir sind klar zum Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem, wirklich jedem Wetter.

„Schiffbrüchige aus Seenot retten. Menschen aus Gefahren befreien. Verletzte und Kranke versorgen. Wir sind klar zum Einsatz – rund um die Uhr und bei jedem, wirklich jedem Wetter“ – so beschreibt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, kurz DGzRS, selbst ihre Aufgabe und ihren selbstgesteckten Anspruch. „Klar zum Einsatz“, das ist die Gesellschaft mit Hauptsitz in Bremen tatsächlich. Im Jahr 2017 retteten die Helfer bei 2056 Einsätzen 490 Menschen aus Seenot. Seit der Gründung im Jahre 1865 hat sie damit mehr als 84 500 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Dafür stehen der Gesellschaft zurzeit 20 Seenotrettungskreuzer und 40 Seenotrettungsboote zu Verfügung. Sie sind auf insgesamt 54 Stationen verteilt – von Borkum als westlichster Station bis nach Ueckermünde als östlichster. Mehr als 3600 Küstenkilometer müssen überwacht werden, eine enorme Aufgabe.

Die Crew der DGzRS verfügt heute über 180 feste Angestellte, die vor allem als ständige Besatzung auf den Schiffen Dienst tun. Dazu kommen rund 800 freiwillige Mitarbeiter, die ihren Dienst ehrenamtlich absolvieren und dafür einen großen Teil ihrer Freizeit hergeben. Der Jahresetat der Gesellschaft beläuft sich auf 39 Millionen Euro. Besonders stolz sind die Seenotretter, dass darunter keine Steuergelder sind, denn der Großteil der Gelder wird durch Spenden aufgebracht. Dazu können einmalige Beträge ebenso zählen wie regelmäßige Spenden, und zusätzlich auch zum Beispiel Erbschaften. Nur ein kleiner Teil kommt durch die Verteilung von Bußgeldern, die der Staat eingesammelt hat, zusammen. Mit rund 85 Prozent geht der weitaus größte Teil des Geldes direkt in die eigentliche Aufgabe der Gesellschaft, also der Rettung von Menschenleben.

Damit bei einem solch hohen Spendenanteil alles mit rechten Dingen zugeht, kontrolliert eine interne Revision und ein Wirtschaftsprüfer die Verwendung der finanziellen Mittel. Außerdem ist die DGzRS Mitglied des Deutschen Spendenrats. Um nach außen hin durch einen Vertreter repräsentiert zu werden, kürt sie alljährlich einen Botschafter. Im Jahr 2019 wird diese Funktion Bernd Flessner übernehmen, der erfolgreichste deutsche Windsurfer, der von 1995 bis 2011 durchgehend deutscher Meister war. Schirmherr ist der jeweilige deutsche Bundespräsident, zurzeit also Frank Walter Steinmeier.

Vor allem wegen der Klimaerwärmung und den damit sich verschlechternden Wetterbedingungen auf hoher See rechnen Experten damit, dass die Seenotrettung in Zukunft eine noch größere Rolle spielen wird, als sie es schon heute tut. Aber auch der steigende Verkehr vor allem auf der Ostsee wird dazu führen, dass die Zahl der Einsätze steigen wird. Wer die Seenotretter unterstützen möchte, kann das mit einer Spende auf das Spendenkonto mit der IBAN-Nummer DE36 2905 0101 0001 0720 16 bei der Bremer Sparkasse tun oder sich auf der Website www.seenotretter.de/wer-wir-sind/ über weitere Möglichkeiten informieren. So wird gesichert, dass die Seenotrettung auch zukünftig ihrem Motto gerecht werden kann: „Rausfahren, wenn andere reinkommen“.

Fakten

490 Menschen hat die DGzRS im Jahr 2017 aus der Seenot gerettet. Die Gesellschaft verfügt über fast 1000 Seenotretter, von denen 800 ehrenamtlich arbeiten. Die Gelder für den Dienst kommen zum sehr großen Teil aus Spenden. Experten erwarten, dass die Arbeit der Seenotretter in Zukunft noch wichtiger wird als heute.

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Journalist

Armin Fuhrer

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