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Prof. Dr. Tobias Just, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter der IREBS Immobilienakademie BILDUNG & KARRIERE

Die Ausbildung für die Zukunft

Professor Just, was können die Studenten bei Ihnen lernen?

Die Studierenden lernen bei uns alle immobilienwirtschaftlich relevanten Inhalte. Wichtig sind uns dabei vor allem zwei Dinge: Wir verfolgen einen multidisziplinären Ansatz, das heißt, die Studierenden sollen verstehen, dass Immobilienökonomie mehr ist als eine Immobilien-BWL. Erfolg auf Immobilienmärkten fußt immer auf stadtplanerischen, architektonischen, gesamtwirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen, geografischen, technischen und juristischen Kenntnissen. Natürlich kann niemand mehr in allen diesen Themen Experte sein, doch wir möchten die Studierenden für diese Themen begeistern und sprachfähig machen, damit sie sich schnell auf die unterschiedlichen Fragestellungen der Immobilienwirtschaft einstellen können.

Wie groß ist der Bedarf nach guten Fachkräften in der Baubranche?

Wir haben in Deutschland viel Wissen von Fachkräften in den 1990er-Jahren im Zuge des Auf und Abs der Baukonjunktur zunächst aufgebaut und dann vernichtet. Dieses Know-how fehlt jetzt, sowohl in den Unternehmen und Behörden als auch bei Dienstleistern. Daher kann die Bauwirtschaft nicht so schnell expandieren, wie es eigentlich nötig wäre. Dies könnte sich im Zuge des technologischen Wandels ändern. Der Bedarf ist gigantisch, denn die Bau- und Immobilienbranche ist eine der entscheidenden Branchen in einer Volkswirtschaft mit Millionen von Arbeitskräften.

Haben Sie sorgen um den Nachwuchs? Muss nicht mehr angeboten werden?

Jede Generation hat ihre eigenen Sorgen und Chancen. Für die nächsten Generationen wird die größte Herausforderung die Industrialisierung von Dienstleistungen und die Konkurrenz von menschlicher und künstlicher Intelligenz. Ich würde mir freilich wünschen, wenn wir in der Aus- und Weiterbildung dem Punkt Kommunikation, also verbaler und schriftlicher Ausdruck, wieder mehr Zeit und Raum gewähren würden. Wir brauchen vielleicht nicht mehr, aber modernere und für morgen passgenauere Angebote.

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Journalist

Jörg Wernien

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