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Anna Alex und Julia Bösch, Gründerinnen von OUTFITTERY UNTERNEHMERTUM

Geschäftsmodell mit Stil

Das perfekte, individuelle Ensemble dank Personal Shopper: In nur sechs Jahren wurde „Outfittery“ zu einer erstklassigen Erfolgsstory.

„Es ist beeindruckend, wie sich die Ausstrahlung einer Person verändert, wenn sie Kleidung trägt, in der sie sich wohlfühlt.“ 

Mit ihrem Konzept, Männer online und telefonisch bei der Zusammenstellung ihrer Kleiderwahl zu beraten und inspirierende Outfits für sie auszuwählen, haben die Gründerinnen Julia Bösch und Anna Alex ganz offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen – und den Geschmack vieler Männer: Etwa 500.000 Kunden in acht Ländern haben den persönlichen Service von „Outfittery“ bisher genutzt. 

Dass Frauen gründen – noch dazu ein technologisch geprägtes Unternehmen – ist in Deutschland auch im 21. Jahrhundert eine Seltenheit: Laut Startup Monitor des Bundesverbands Deutsche Startups e.V. werden immer noch nur 14,6 Prozent der Startups von Frauen ins Leben gerufen. „Natürlich gab es auch bei uns am Anfang viele Zweifler, die nicht an die Idee geglaubt haben. Die gibt es immer. Das Beste ist, sie schnell eines Besseren zu belehren“, weiß Anna Alex. Die 33-Jährige und ihre Geschäftspartnerin Julia Bösch haben gründlich mit Vorurteilen aufgeräumt und die besonderen Stärken von Gründerinnen in den Fokus gerückt: „Uns war die Unternehmenskultur von Beginn an sehr wichtig. Worauf legen unsere Mitarbeiter besonderen Wert? Ist jedem klar, welche Vision wir verfolgen? Das ist natürlich keine rein weibliche Eigenschaft, aber vielleicht haben Frauen doch eine größere Sensibilität dafür. Außerdem ist unser vielleicht etwas emotionaleres Gespür oft von Vorteil: Frauen haben bei langfristigen Entscheidungen oft den richtigen Riecher“, so Bösch.

Auch die Balance zwischen Privatleben und Berufung haben die beiden Geschäftsführerinnen im Blick: „Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn im Grunde ist OUTFITTERY mein „zweites Baby“, um das ich mich auch kümmern will. Es hängt aber von jedem individuell – mit eigenem Unternehmen oder ohne – ab, wie er oder sie Berufs- und Privatleben in Einklang bringt“, sagt Anna Alex, deren Tochter im Juni ein Jahr alt wird. „Man muss seine Prioritäten setzen und die auch leben. Ich schaffe das vor allem deshalb, weil ich weiß, dass ich mit Julia eine tolle Mitgründerin an meiner Seite habe, die mir während der Abwesenheit den Rücken frei hält, und weil wir ein starkes Team haben, dem wir zu 100 Prozent vertrauen. Und natürlich einen fantastischen, sehr modernen Mann, der mich mit der Kleinen unterstützt, wenn ich wieder im Büro bin.“

Einen Teil ihres Erfolgs schreiben die Outfittery-Gründerinnen auch ihrer Stadt zugute: „Junge, motivierte Leute von überall her sind bereit, nach Berlin zu kommen und hier zu arbeiten. Das hat uns sehr geholfen, unser Team aufzubauen. Unsere Mitarbeiter kommen aus mehr als 30 Ländern“, so Julia Bösch. Zudem, ergänzt die 33-jährige, sei die Stadt noch sehr preisgünstig, gerade im Vergleich zu anderen Startup-Metropolen wie z.B. London.

In diesem Umfeld soll Outfittery weiter wachsen: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir einen großen Schritt vorwärts in Sachen Machine Learning gemacht, wodurch wir die Qualität und Effektivität unseres Stylisten Services deutlich steigern und unser Bestandskundengeschäft ausbauen konnten“, erzählt Anna Alex. „Wir setzen voll auf das Thema Kundenerlebnis und Markenbildung – unsere Kunden können also gespannt sein, was da noch Neues kommt!

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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