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IT-Sicherheit in einem Weltkonzern

Über 600.000 Mitarbeiter arbeiten für den VW Konzern auf allen fünf Kontinenten. Wie funktioniert da die Sicherheit der IT?

Vollständige Sicherheit ist nie möglich, aber dafür sind wir ja da, um das Unternehmen so sicher als möglich zu machen.

Beate Hofer ist beim Volkswagen-Konzern eine gefragte Frau. Sie leitet die Gruppe „Information Security“. Ihre neueste Aktion im Konzern – Selbstverteidigung gegen Cyberangriffe. In der ersten IT Security Arena sollen die Kolleginnen und Kollegen lernen, wie sensible Informationen bestmöglich geschützt werden. Die Mitarbeiter sollen so in Zukunft ein geschultes Auge für Phishing-Mails und ähnliches bekommen. „Das haben wir so im Unternehmen das erste Mal gemacht. Die Schulung war ein voller Erfolg und intern haben sich sehr viele Mitarbeiter damit beschäftigt. Die Zahl der Hinweise auf gefährliche Mails hat sich danach in unserem Sicherheitszentrum erhöht – Auch wenn eine davon eine seriöse Mail war. Wir werten das jetzt intern aus und werden das den Mitarbeitern bestimmt öfter anbieten“, so Beate Hofer.

Das ist nur ein Weg den VW geht, um sich vor Hackerangriffen, Ransomeware und Datenklau zu schützen. „Vollständige Sicherheit ist nie möglich, aber dafür sind wir ja da, um das Unternehmen so sicher als möglich zu machen. Wir haben große Investitionen und Anstrengungen unternommen, um agieren und reagieren zu können. Dafür wurde hier ein großes Team aufgebaut, in Personal, Technik und das Netzwerk investiert“, sagt die Leiterin der „Information Security“.

Beate Hofer, Leiterin der Gruppe "Information Security" bei VW
Foto: Presse

VW hat viel in die IT-Sicherhit investiert, ein eigenes Abwehrcentrum gegen Angriffe installiert und vor einiger Zeit Cymotive gegründet. Hier simulieren Hacker die Angriffe gegen den Konzern. „Wir haben Cymotive in Israel gegründet und jetzt eine deutsche Tochter hier in Wolfsburg. Das Projekt läuft sehr gut. Die „roten Teams“ simulieren gefährliche Angriffe, „die guten Blauen“ versuchen, diese Angriffe zu erkennen und abzuwehren. Das Projekt wird umso wichtiger je vernetzter und digitaler unsere Fahrzeuge in der Zukunft unterwegs sein werden. So wird jedes Auto in der Zukunft mit einer wirksamen Firewall geschützt werden. Da sind wir auf einem guten Weg“, sagt Beate Hofer.

Die digitale Zukunft im Verkehr, das vernetzte Auto und das autonome Fahren sind die gefährlichen Schnittstellen für Cyberangriffe von außen in der Zukunft. Schon jetzt müssen gewaltige Datenmengen überwacht und ausgewertet werden. Das neueste Projekt bei VW in der IT ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz. „Ich glaube in der Zukunft wird uns die KI viel Arbeit abnehmen. Die riesigen Datenmengen sind gar anders zu bewältigen. Noch vertrauen wir aber überwiegend den sehr guten menschlichen Fähigkeiten hier bei uns im Sicherheitsleitstand. Die menschliche Intelligenz ist durch die KI und die Maschinen noch nicht zu schlagen“, meint die IT Expertin. Viel mehr will Beate Hofer aber nicht verraten. Jeden noch so kleine Informationsvorsprung auf der Seite von VW will man auch gerne behalten. „100 Prozent Sicherheit und Schutz gibt es nicht, doch wir sind auf einem guten Weg und sind beim Thema IT-Sicherheit durch alle Maßnahmen ganz gut aufgestellt.“

Fakten

VW treibt seine Digitalisierung mit großen Schritten voran. 2.000 neue Arbeitsplätze werden geschaffen, bis zum Jahr 2023 werden rund vier Milliarden Euro investiert – Davon auch ein erheblicher Teil in die IT-Sicherheit des Konzerns.    

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Journalist

Jörg Wernien

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