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Carlo Jesse, erfahrener Gründer UNTERNEHMERTUM

Eine Gründung für Gründer

Carlo Jesse ist erst 42 Jahre alt, hat aber schon mehrere Unternehmen gegründet. Er kennt die Höhen aber auch die Tiefen von Start-ups. Wir haben mit ihm gesprochen.

Was hat Sie dazu bewogen sich selbstständig zu machen?

Während meines Studiums an der Rotterdam School of Management (RSM) hatte ich das große Glück den Gründer der Schuhmarke GEOX, Mario Moretti Polegato, persönlich kennenlernen zu dürfen. Er war eine große Inspiration und der entscheidende Treiber, der mich dazu bewogen hat, ein Unternehmen selbst aufzubauen. Ich war eigentlich im Förderprogramm der internationalen Nachwuchsgruppe der DAIMLER AG, mit dem Ziel, nach dem Studium für den Konzern im Ausland zu arbeiten. Daraus ist dann nichts mehr geworden. Für einen internationalen Konzern zu arbeiten wäre jedoch sicherlich auch eine spannende Aufgabe gewesen.

Berlin, Hamburg, München – kein Tag vergeht ohne spektakuläre Finanzierungen, neue Unternehmen und neue Ideen – wie ist das in einer eher ruhigeren Gegend?

Jeder, egal wo man wohnt, kann heute ein Millionen Investment holen. Der Ort wird immer irrelevanter. Wenn man sich die Investments der VCs heute ansieht, so sind diese global gestreut. Bukarest, Tel Aviv, San Francisco. Investiert wird in Menschen, Teams und Ideen, nicht in Orte. Richtig ist jedoch, dass sich viele Gründer Anfang 20 in den Start-up Metropolen tummeln. Das heißt aber nicht, dass alle Mega-Schecks geschrieben bekommen. Ein VC schaut sich ca. 1.000 Start-ups pro Jahr an und investiert in circa fünf.

Ein Start-up will auch mal schwarze Zahlen schreiben – realistisch?

Klar. Die Ausfallquote von Start-ups ist immer noch hoch, jedoch ist das nichts Neues. Die heutigen Unternehmen, die Jahrzehnte am Markt sind, waren auch mal eine Art "Start-up". Auch hier sind schon immer einige gescheitert. Der Unterschied eines Start-ups heute ist, das durch die vorhandenen Technologien, Unternehmen potentiell skalierbarer werden und die Reichweite nicht nur lokale begrenzt ist.

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Journalist

Jörg Wernien

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