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Von der Kirsche zum Kaffee

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit. Ob als Wachmacher am Morgen oder als Pausengetränk für Zwischendurch – Kaffe ist unser alltäglicher Begleiter. Doch was trinken wir da eigentlich genau und wie entsteht dieses begehrte Getränk?

Eine kleine Kaffeekunde

Ähnlich wie bei Wein sind bestimmte Anbaubedingungen und Ernteverfahren für das Gedeihen und den Geschmack von Kaffee entscheidend.

Die Kaffeepflanze benötigt ein ausgeglichenes feucht-trockenes Wechselklima sowie einen guten Boden. Nördlich und südlich des Äquators, wie in Lateinamerika, Afrika, Südasien und sogar in Australien herrschen optimale Bedingungen für den Kaffeeanbau. Hauptsächlich kommt der Kaffee aber aus Brasilien, Vietnam und Indonesien.

Die Kaffeebohnen wachsen in den Kaffeekirschen der Kaffeepflanze. Der Reifeprozess der Kirschen dauert je nach Sorte circa sechs bis elf Monate. Ein bis zweimal pro Jahr werden diese von Hand oder mit der Maschine geerntet. Die Kaffeekirschen müssen nun zügig weiterverarbeitet werden, da sie nicht lange haltbar sind. In verschiedenen Verfahren werden die rohen Kaffeebohnen fein säuberlich aus den Kaffeekirschen extrahiert.

Anschließend wird der Rohkaffee geröstet. Mehrere chemische Reaktionen sorgen dafür, dass sich das Aussehen und die Inhaltsstoffe der Kaffeebohnen verändern und diese ihr volles Aroma entfalten können.

Gemahlen oder in ganzen Bohnen wird der Kaffe schließlich abgepackt. Ähnlich wie viele andere Lebensmittel sollte Kaffe nach dem Öffnen zügig verbraucht werden, da er sonst an Frische und Aroma verliert. „Wir raten zum Verzehr innerhalb von vier bis sechs Wochen“, sagt der Deutsche Kaffeeverband e.V.

Kaffesorten

Das Angebot an Kaffeesorten ist heute schier unermesslich und den Geschmacksrichtungen sind keine Grenzen gesetzt. So gibt es fruchtig, nussig, blumig oder schokoladig schmeckenden Kaffee. Arabica- und Robusta-Kaffee sind hierbei die am meisten verbreiteten Sorten. Pur oder als Basis für verschiedene Kaffeemischungen sorgen sie für ein gewisses Aroma.

Durch den Anbau in verschiedenen Regionen weisen beide einen unterschiedlichen Geschmack auf. Während Arabica durch seine mild-fruchtige Note und gute Bekömmlichkeit überzeugt, zeigt sich Robusta-Kaffee eher herber und besitzt die doppelte Menge an Koffein wie Arabica.

Kaffeegenuss

Nun aber genug der Erklärung, schließlich soll der Kaffee genossen werden. Die Deutschen trinken am liebsten Filterkaffee - schwarz oder mit einem Schuss Milch. Aber auch Klassiker wie Cappuccino, Latte Macchiato und Espresso haben immer Hochkonjunktur.

Wer es ausgefallener mag, geht in ein Kaffeehaus oder eine Kaffeebar. Hier zaubern Baristas mit professionellen Kaffeeautomaten weitere Kaffeevariationen, wie zum Beispiel Caffè Americano, Flat White, Caramel Macchiato oder einen Chocolate Cappuccino.

Und an heißen Sommertagen muss Kaffee auch nicht auf der Getränkekarte fehlen. Mit Eis verfeinert wird er entweder als klassischer Eiskaffee, Affogato (Espresso auf Vanilleeis) oder mit Eiswürfeln als Cold Brew und Iced Latte serviert.

Fakten

Der Kaffeekonsum steigt in Deutschland stetig an. Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche ungefähr 162 Liter Kaffe pro Jahr. Somit ist Kaffe hierzulande das beliebteste Getränk. Mineralwasser landet mit 144 Litern pro Kopf an zweiter Stelle, während Bier mit 101 Litern erst an dritter Stelle auftaucht.

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Journalist

Isabel von Vegesack

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