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Kaffesorten – ein Überblick

Arabica – vollmundig weich

Mit circa 61 Prozent Marktanteil zählt Arabica zu den beliebtesten Kaffeeorten der Welt. Am meisten wird davon in Europa getrunken. Die längliche, schmale Kaffeebohne mit der geschwungenen Kerbe auf der Oberfläche begeistert durch ihren klaren Geschmack mit einer feinen fruchtigen Note.

Arabica stammt ursprünglich aus Äthiopien, wo er noch heute neben Ländern wie Brasilien oder Indonesien angebaut wird. Am besten gedeiht die Kaffeepflanze in Höhenlagen zwischen 700 und 2000 Metern bei Temperaturen von 15 bis 24 Grad Celsius.

Nährstoffreiche Böden sind für ein gesundes und langsames Wachstum optimal. Die Reifezeit der Arabica-Bohnen liegt bei 9 bis 11 Monaten und die Kaffeekirschen werden einmal im Jahr von Hand geerntet. Die Erntezeit erstreckt sich über 10 bis 12 Wochen, da nicht alle Früchte gleichzeitig reif sind.

Die Anbau- und Erntebedingungen sowie eine komplexe Verarbeitung sorgen für eine hohe Qualität, was sich jedoch auch im Preis widerspiegelt. Reiner Arabica-Kaffee ist somit meist deutlich teurer als andere Kaffeesorten.


Robusta – kraftvoll würzig

Im Gegensatz zum feinen Arabica-Kaffee ist Robusta, wie der Name schon sagt, eine sehr widerstandsfähige Kaffeepflanze.
Mit 39 Prozent Marktanteil ist Robusta die zweitmeistgetrunkene Kaffeesorte der Welt.

Wer stärkeren Kaffee mag, greift zu Robusta. Denn die runde Kaffeebohne mit der geraden Kerbe in der Mitte schmeckt rußig, erdig und enthält mit zwei bis dreieinhalb Prozent ungefähr doppelt so viel Koffein wie die Arabica-Bohne.

Robusta wächst auf 200 bis 900 Metern und kommt gut mit tropischem Klima zwischen 24 bis 29 Grad Celsius zurecht. Vietnam, Westafrika oder Indien bieten sehr gute Voraussetzungen für den Anbau dieser Kaffeesorte. Sechs Monate dauert die Reifezeit, sodass zweimal pro Jahr geerntet werden kann und ein höherer Ertrag als bei Arabica-Kaffee entsteht.

Aufgrund seines herben Aromas wird Robusta-Kaffee gern in Südeuropa getrunken. Da er einen geringeren Ölanteil als Arabica besitzt, kann er eine besonders langanhaltende Crema erzeugen und eignet sich deshalb hervorragend für Espresso.


Liberica – holzig-bitter

Die Liberica-Kaffeebohne ist härter und saftloser als Arabica und Robusta und enthält weniger Zucker, dafür aber mehr Koffein als die beiden Hauptkaffeesorten. Für die Kaffeewelt gilt sie daher als weniger attraktiv.

Die Pflanze ist am häufigsten in Westafrika verbreitet und wird auch in Südostasien angebaut. Sie wächst oft wild, da Vögel, Nagetiere oder Fledermäuse die zwei Zentimeter langen Früchte essen und an unterschiedlichen Stellen wieder ausscheiden. Bei Wildwuchs kann Liberica eine Strauchhöhe von bis zu 20 Meter erreichen und braucht 12 bis 14 Monate, um zu reifen.

Liberica-Kaffee ist im Vergleich zu Arabica und Robusta relativ preiswert und wird gern dort von den Einheimischen konsumiert, wo er angebaut wird. Wegen seines bitteren, holzigen Geschmacks ist Liberica bei Kaffeekonsumenten in Europa nicht sonderlich beliebt und nur sehr selten in reiner Form in Fachgeschäften erhältlich. Hauptsächlich wird er hier anderen Kaffeesorten beigemischt.


Excelsa – erdig-kräftig

Bei Excelsa-Kaffee handelt es sich um eine ausgefallene und teure Kaffeesorte, die nur ein Prozent des Kaffeeweltmarktes ausmacht. Hauptsächlich wird sie im westafrikanischen Tschad angebaut und zählt dort zu den Haupteinnahmequellen. Sierra Leone, Liberia, die Zentralafrikanische Republik, die Philippinen, Vietnam sowie Indonesien sind weitere Anbaugebiete.

In der Beschaffenheit und Reifezeit ist Excelsa der Liberica-Pflanze sehr ähnlich und wächst ohne viel Wasser auch auf trockenen Böden. Ihre Bohnen sind etwa so groß wie die des Robusta-Kaffees, wachsen jedoch aufgrund der wenigen Nährstoffe nur in geringen Mengen an den Pflanzen. Die Blätter sind rötlich bis violett und werden mit der Zeit grün. Ähnlich wie Liberica pflanzt sich auch Excelsa mittels Fremdbestäubung durch Insekten und dem Wind fort.

Der Kaffee ist sehr kräftig, schmeckt erdig und ist damit äußerst gewöhnungsbedürftig. Excelsa gibt es wie Liberica in Europa kaum in seiner Reinform. Zur Geschmacksverstärkung wird diese Kaffeesorte ebenfalls anderen Kaffees hinzugefügt.

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Journalist

Isabel von Vegesack

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