European Media Partner
Auf der ganzen Welt gibt es 5,5 Millionen Kakao-Bauern. ESSEN&TRINKEN

Gemeinsam etwas bewegen

Ziel des Forums Nachhaltiger Kakao ist es, den Kakaosektor nachhaltiger zu gestalten. 

Nur gemeinsam können wir einen nachhaltigen Kakaosektor erreichen

   

Beate Weiskopf, Geschäftsführerin, Wolf Kropp-Büttner, Vorstandsvorsitzender; Fotos: Forum Nachhaltiger Kakao

Ob in flüssiger oder fester Form als Schokolade: Kakao lässt die Herzen der Menschen rund um den Globus höher schlagen. Weltweit gibt es rund 5,5 Mio. Kakao-Bauern, die jährlich etwa 4,8 Mio. Tonnen Kakaobohnen produzieren. Der Sektor bietet eine Lebensgrundlage für rund 40 Mio. Menschen. Die Anbauländer liegen im Äquatorgürtel, vorwiegend in West- und Zentralafrika, Mittel- und Südamerika sowie in Asien, allerdings wird hier kaum Kakao oder Schokolade konsumiert. Anders verhält es sich in den Import- und Konsumländern. Hier zählt Deutschland zu den Spitzenreitern und kauft ca. 10 % der Weltkakaoernte ein. Der Pro-Kopf-Konsum beträgt bei uns rund 9,2 Kilo Schokolade pro Jahr. 

Der Anteil von nach Nachhaltigkeitsstandards zertifiziertem oder gleichwertig unabhängig verifiziertem Kakao der Mitglieder des Forums Nachhaltiger Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren beträgt 74 % (2019), bis 2025 sollen 85 % erreicht werden. Das Forum wurde 2012 von der Bundesregierung, der deutschen Süßwarenindustrie, dem Lebensmittelhandel und der Zivilgesellschaft gegründet. „Alle wichtigen Akteure sind an Bord, und wir stehen im aktiven Austausch mit den politischen Vertretern, internationalen Akteuren und Produzentenländern, denn nur gemeinsam können wir einen nachhaltigen Kakaosektor erreichen“, sagt Wolf Kropp-Büttner, Vorstandsvorsitzender des Forums. 2019 verabschiedeten die Mitglieder des Forums ihre ambitionierte Zielsetzung und Nachhaltigkeitsdefinition. „Nachhaltiger Kakao wird nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen produziert. Seine Produktion erfolgt also wirtschaftlich, umweltfreundlich und sozialverantwortlich“, erläutert Geschäftsführerin Beate Weiskopf. Die ehrgeizigen Ziele spiegeln dieses Nachhaltigkeitsverständnis wider. So soll die Einkommenssituation der Kakaobauern und ihrer Familien hin zu einem existenzsichernden Einkommen verbessert werden. Weiter setzt sich das Forum für die Einhaltung von Menschenrechten entlang der Wertschöpfungskette von Kakao ein, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Abschaffung der missbräuchlichen Kinderarbeit gerichtet ist. Ferner ist es dem Forum ein wichtiges Anliegen, die natürlichen Ressourcen, insbesondere die Waldressourcen, und die Biodiversität in den Anbauländern zu erhalten. Das Nachhaltigkeitsverständnis des Forums geht also über die Zertifizierung hinaus. 

Teile diesen Artikel

Journalist

Chan Sidki-Lundius

Weitere Artikel