European Media Partner

Guter Schlaf ist vor allem eine Frage des Typs

Viele Menschen leiden darunter, dass sie schlecht schlafen. Für Abhilfe ist es wichtig festzustellen, wie man liegt und welche Matratze am geeignetsten ist.

Wichtig für den guten Schlaf ist es, festzustellen, zu welchem Haltungstyp man zählt.

Markus Kamps, Schlafcoach, -experte und Vortragsredner; Foto: Presse

Markus Kamps, Schlaf-Experte, geprüfter Präventologe, Fachdozent für Bettwaren und Vortragsredner, klärt über die Ursachen von schlechtem Schlaf auf. 220.000 Stunden, also 3.066 pro Jahr, bei ca. 72 Jahren unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Eine Zahl, die deutlich macht, wie wichtig es ist, gesund und entspannt zu ruhen. Dennoch wird der Schlaf und alles was damit zu tun hat oft als Basis für Gesundheit und Wohlbefinden unterschätzt. Wer nicht gut schläft, leidet tagsüber darunter. Er ist weniger leistungs-fähig, fühlt sich müde und abgespannt und verspürt sehr häufig Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich und daraus resultierende Kopfschmerzen. Das A und O für einen guten und gesunden Schlaf – also die Basis – ist das richtige Liegen mit optimaler Lage für den Rücken, Gelenke und Bänder im Bett, so Markus Kamps.

Um herauszufinden, wie diese optimale Schlafposition aussieht, sollte man sich klarmachen, zu welcher Schlaflage man neigt. Drei solche Lagen gibt es: Die Rücken-, die Seiten- und die Bauchlage. Die Rückenlage bietet eine enorme Reduzierung des Drucks auf Halswirbel und Rücken und sorgt zudem dafür, dass sich der Körper während der Ruheposition streckt. Das gilt vor allem dann, wenn ein passendes Kissen und die richtige Matratzenhärte verwendet werden. Die Seitenlage eignet sich sehr gut zur Entspannung. Sie kann zudem durch verstellbare Lattenroste im Beinbereich, im Becken und im Bereich der Lendenwirbelsäule weiter verbessert werden. Die Bauchlage dagegen gilt als wenig geeignet – wer ihr zuneigt, sollte versuchen, sich an eine der anderen beiden Lagen zum Schlafen zu gewöhnen. Oft ist die Bauchlage eine Ausweichhaltung, weil dem Schlafenden das Bett in der Seitenlage zu unbequem ist, erklärt Markus Kamps, Fachdozent für Bettwaren und Präventologe für Schlaf.

Wichtig für den guten Schlaf ist es auch, festzustellen, zu welchem Haltungstyp man zählt, um die bestmögliche Matratze auswählen zu können. Wer einen Flachrücken hat, sollte keine zu stark in Zonen aufgeteilte Matratze verwenden, da diese über zu viele Stützen im Bereich des Lendenwirbels verfügt. Die Frage, wie fest die Matratze sein sollte, hängt gewöhnlich nicht vom Gewicht ab, sondern vom Muskelempfinden. Wer an einem Rundrücken leidet, sollte sich für eine weiche und höhere Matratze entscheiden. Bei einem Hohlkreuz ist eine Abstützung wichtig. Aber Achtung: Sie darf nicht dazu führen, dass das Hohlkreuz weiter verstärkt wird.

Auch die Frage, zu welchem Körpertyp man gehört, spielt eine Rolle. Experte Markus Kamps unterscheidet zwischen den Typen A, I, O, V und X. Der A-Typ hat eine eher birnenförmige Figur – ein breiteres Becken macht eine höhere und im Beckenbereich weichere Matratze in Abstimmung zur Gewichtsrelation sinn-voll. Der I-Typ verfügt über eine schlanke, flache Figur. Da er wegen seiner leichten Schultern und der oft gleichen Gewichtsverteilung und dadurch ein geringes Einsinkverhalten hat, ist eine weichere oder mittelfeste, in jedem Fall aber gleichmäßigere Matratze angebracht. Der O-Typ mit seiner volumenhaften Figur hat seinen Körperschwerpunkt in der Mitte und verfügt über rundliche Körperbereiche. Ihm rät Markus Kamps zu einer festeren Matratze mit weicheren Bezügen. Eine mittelfeste Matratze mit einem deutlichen Unterschied an Schultern und Becken eignet sich dagegen am besten für den V-Typ. Bei ihm handelt es sich um einen athletischen Figurtyp mit breiteren Schultern. Schließlich der X-Typ mit schmalerer Taille: Für ihn eignen sich Matratzen mit einfachen Zonierungen oder deutlichen und genauen Abstimmungen von Unter-bau und Matratze am besten.

Fakten

Zur Auswahl der am besten geeigneten Matratze wurde das ADK-System entwickelt. Beim A-Prinzip werden individuell zugeschnittene Matratzen hergestellt. Das D-Prinzip erreicht durch Verdrängung oder extreme Nachgiebigkeit eine Selbstregulierung, das K-Prinzip stellt unter anderem die Bauhöhe in den Mittelpunkt.

Teile diesen Artikel

Journalist

Alicia Steinbrück

Weitere Artikel