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Gärtnern mit Leidenschaft & Know-how

Cord von Hodenberg von der Königlichen Gartenakademie verrät das Erfolgsrezept prachtvoller, nachhaltiger Gärten und glücklicher Gärtner.

Schön ist es, wenn der Hobbygärtner ein Gefühl für den Boden und die Pflanzen entwickelt.

Cord von Hodenberg, Associate Königliche Gartenakademie Berlin; Foto: Dr. Isabelle Van Groeningen

Für wen macht professionelle Gartenplanung Sinn?

Professionelle Gartenplanung macht für jeden Gartenliebhaber Sinn. Von einer kleinen Dachterrasse bis hin zu großen Gärten – egal ob Anfänger oder Fort-geschrittene. Wir haben besonders jetzt während der Pandemie viele Kunden hier in der Königlichen Garten Akademie, die gut informiert zu uns kommen und ganz genau wissen, was sie haben möchten, speziell in unserer Gärtnerei, aber auch im Designstudio. Mit unserem Praxisbezug und fachlichen Expertisen sind wir et-was anders aufgestellt als manch anderer.

Worauf sollten DIY-Gartenplaner achten?

Sie sollten darauf achten, dass sie sich die richtige Literatur besorgen, um rein-zukommen; dass sie die Natur beachten und sich an deren Kreislauf halten. Aber das Wichtigste ist, dass sie eine Leidenschaft zum Gärtnern entwickeln.

Wie viel Grundwissen braucht es denn? 

Schön ist es, wenn der Hobbygärtner ein Gefühl für den Boden und die Pflanzen entwickelt, wissbegierig und offen ist für Neues. Das kann sich jeder gut anlesen oder im Internet recherchieren. Da gibt es wunderbare Quellen, zum Bei-spiel das Buch „Wildlife Gardening“ von Dave Goulson oder auch unseren youtube Kanal „James der Gärntner”. Das A und O sind gesunde Böden. Dafür ist es wirklich wichtig, dass der Kreislauf der Natur im eigenen Garten erhalten bleibt. Es darf auch mal Laub liegen bleiben und (Garten-)Abfälle kompostiert werden anstatt diese abholen zu lassen und dann für viel Geld neue Erde zu kaufen. Das ist eigentlich gar nicht notwendig. Die meiste gekaufte Erde ist praktisch tot, während der Kompost kostenlos ist und jede Menge nützliche Lebewesen und viele wertvolle Nährstoffe beinhaltet.  

Braucht es auch die vielen Düngemittel nicht?

In der Regel nicht. Wenn nicht gerade eine Bodenanalyse erhebliche Mängel wertvoller Spurenelemente oder Nährstoffe ergeben hat, braucht es keine künstlichen, mineralischen Dünger; und wenn, dann nur hochwertige Langzeitdünger, auf gar keinen Fall Blaukorn. Auch auf Rindenmulch sollte besser verzichte werden, der zieht die ganzen Nährstoffe aus dem Boden, wenn er verrottet, beziehungsweise zu stark aufgetragen wird. Die Pflanzfläche sollte eigentlich mit Stauden und Gehölzen geschlossen sein, dann hat auch das „Unkraut“ wenig Chancen. Sowie in die Natur eingegriffen wird, kann ein Baustein fehlen und es werden meist die nächsten Probleme geschaffen. Sie sind dann gar nicht mehr so widerstandsfähig, und schon geht‘s weiter mit Pestiziden, um beispielsweise Blattläuse zu bekämpfen. In der Dynamik der Natur werden diese von Marienkäfern gefressen, doch deren Larven sterben durch die künstliche Schädlingsbekämpfung gleich mit ab.

Klingt nicht wirklich nachhaltig. Wie geht es denn besser?

Wie gesagt, das Wertvollste ist der eigene gute Kompost. Wem Kompostierung nicht möglich ist, der kann organische Depotdünger auch sehr gut nutzen. Auch Hornspäne oder Mykorrhiza Pilze sind sehr sinnvoll. Das sind natürlich vorkommende Pilze, welche die Bodenorganismen zum Leben anregen. Grundsätzlich ist immer Bio zu empfehlen. Das gilt für Dünger und Spritzmittel aber auch für Samen oder vorgezogene Pflanzen. 

Welche „to dos“ stehen zu welcher Jahreszeit an?

Im zeitigen Frühjahr werden die Stau-den heruntergeschnitten. Der Frühjahrs-schnitt an Gehölzen ist zu empfehlen, wenn ein starker Austrieb gewünscht wird. Ansonsten ist ein Gehölzschnitt nach der ersten Vegetationsperiode, gegen Mitte Juni zu empfehlen. Stauden können nach der ersten Blühte im Frühjahr zurückgeschnitten werden, dann ist meist sogar noch eine zweite Blühte im Jahr zu erwarten. Dies gilt auch für die meisten Rosen. Im Sommer genießt der Gartenliebhaber die Fülle seines Gartens, gießt und pflegt die Pflanzen und im Herbst werden die Zwiebeln eingesetzt, die dann im folgenden Frühjahr das erste blühende Feuerwerk bereiten.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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