European Media Partner

Körperliche Veränderungen im Alter

Das Alter kommen sehen

Mit dem Älterwerden verliert die Augenlinse an Elastizität, weswegen sie sich schlechter auf nahe liegende Objekte fokussieren kann. Altersweitsichtigkeit nennt sich dieser harmlose Zustand, welcher sich mit ei-ner Lesebrille ausgleichen lässt. Mit den Jahren wird die Linse auch dichter und verfärbt sich, was das Sehen bei Dunkelheit erschwert und die Farbwahrnehmung verändert. Auch die Tiefenwahrnehmung lässt nach. Zudem produzieren die Augen weniger Flüssigkeit und fühlen sich trockener an. Verhindern lässt sich dieser Alterungsprozess nicht, aber verlangsamen: Durch eine gesunde Lebensweise, Vitamin-A-reiche Ernährung und Sonnenschutz. Augentraining kann einer Verschlechterung der Sehkraft vorbeugen, aber keine bestehenden Sehschäden beheben. Wer feststellt, dass sich Sehschärfe, Farbwahrnehmung, Kontrast- oder peripheres Sehen merklich verändern, sollte einen Augenarzt konsultieren. All dies können erste Anzeichen von Grauem oder Grünem Star, diabetischer Retinopathie, retinalen Venenverschlusses oder AMD sein. Zu spät erkannt können diese Alterskrankheiten zu Erblindung führen. Die präventive Augenuntersuchung wird ab 40 Jahren im Zwei-Jahresrhythmus empfohlen.


Foto: Mark Paton/unsplash

Was auf die Ohren

Das Alter geht auch mit Hörminderungen einher. Ursache sind Verschleißerscheinungen im Mittel- oder Innenohr. Die Innenohrschwerhörigkeit ist die am meisten verbreitete Ursache für Hörprobleme im Alter. Her-vorgerufen wird sie durch eine Abnutzung der Haarsinneszellen in der Hörschnecke. Hohe Töne können dann immer schlechter gehört werden. In der Regel sind beide Ohren gleich betroffen. Abgesehen von der Vermeidung von Lärm, Medikamenten und Giften gibt es keine Prävention gegen diese Form der Altersschwerhörigkeit. Übrigens ist der Hörverlust bei Männern tendenziell stärker ausgeprägt als bei Frauen. Zudem beginnt er früher und schreitet schneller voran. Bei den meisten Menschen verläuft dieser Prozess schleichend. Bereits ab einem Alter von ungefähr 50 Jahren kann er beginnen. Experten empfehlen deshalb ab 45 Jahren regelmäßige, kosten-lose Hörtests beim Hörakustiker. Diagnostizierte Hörminderung-en werden dann mit Hörgeräten behandelt. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist ratsam, weil sich das Gehirn an das zunehmend eingeschränkte Gehör gewöhnt und das Hören regelrecht verlernt.


Foto: Element5 Digital/unsplash

Nicht an den Haaren herbeigezogen

Auch an den Haaren geht die Zeit nicht spurlos vorüber. Schon ab dem Alter von 35 verlieren sie langsam ihre Farbpigmente. Mit zunehmendem Alter wer-den Haare auch immer feiner, weil die Haarwurzel nicht mehr so kräftig ist. Die Haare wächst daher nicht mehr in der Dicke nach wie früher – und darüber hinaus auch noch langsamer. Weil die Haarfollikel ab einem Alter von 40 Jahren mehr Zeit im Ruhemodus als mit Wachsen verbringen. Darüber hinaus fallen im Alter auch noch mehr Haare aus, als die durchschnittlich normalen 100 täglichen Haare. Mit zunehmendem Alter können die Haarfollikel die verlorenen Haare immer weniger gut ersetzen. Im schlimmsten Fall fallen sie irgendwann ganz aus. Vom erblich bedingten Haarausfall im Alter sind vor allem Männer betroffen – bis hin zur Glatzenbildung. Aber auch bei Frauen kann es im Rahmen der Wechseljahre zu vermehrtem Haarausfall kommen. Aufgrund eines sinkenden Keratin-Eiweißspiegels verlieren die Haare zudem an Elastizität, werden weniger widerstandsfähig, stumpfer und trockener. Umso wichtiger ist eine ausgiebige Haarpflege mit viel Feuchtigkeit und Nährstoffen und möglichst keinen Duft-, Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen. 

Foto: Marek Studzinski/unsplash

Zahn um Zahn muss nicht sein

Natürliche Alterungs- und Abnutzungsprozesse setzen auch Zähnen zu: Sie verlieren an Substanz und verändern Form und Struktur. Der Zahnschmelz wird dünner, Risse entstehen und so-gar die Zahnfarbe verändert sich. Durch den jahrelangen Abrieb werden die Zähne sogar kürzer. Zähne und Zahnfleisch werden anfälliger gegenüber Bakterien, die Karies und Entzündungen verursachen können. Das Zahnfleisch geht zurück und auch die Mundschleimhaut wird empfindlicher. So steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für Parodontitis. Hierbei geht eine Entzündung des Zahnfleisches auf das Zahnbett über, welche die Zahnhälse freilegt. Komplett abwenden lässt sich der Alterungsprozess der Zähne zwar nicht, aber er kann deutlich verlangsamt werden. Und zwar durch gesunde Ernährung und durch regelmäßige, gründliche Zahnpflege – mit Zahnseide, Zwischenraumbürsten und fluoridhaltiger Zahnpasta. Auch eine regelmäßige Zungenreinigung fördert gesunde Zähne und festes Zahnfleisch, weil sie Bakterien eliminiert. Neben den zwei kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen empfiehlt sich ein bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung.

Teile diesen Artikel

Journalist

Kirsten Schwieger

Weitere Artikel