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3 Experten zum Thema Küchentrends



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Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK)

Generell ist weiterhin Vielfalt angesagt. Das betrifft vor allem Maße und Farben, Anordnungen und Ausführungen. Je nach Geschmack, Raum, persönlichen Wünschen und finanziellen Vorgaben ist die moderne Küche daher kein Einheitsbrei, sondern immer eine individuell geplante Lösung. Besonders beliebt sind offene Küchen. Im Neubau sind 90 Prozent aller Grundrisse im Erdgeschoss offen. An Bedeutung gewinnt der Hauswirtschaftsraum, den Zulieferer, Küchenmöbel- und Elektrogerätehersteller exzellent ausstatten können. Waschmaschine, Bügelbrett, Staubsauger und Co können Dank pfiffiger Technik in schicken Möbeln untergebracht werden.

In der Küche ermöglichen es Taschentüren (Pocket doors), Küchenutensilien und -geräte bei geschlossenen Türen zu verbergen, ohne dass diese nach Gebrauch jedes Mal in Schränken verstaut werden müssen. Zudem werden in der modernen Küche zunehmend Küchen- mit Wohnmöbeln kombiniert. Küchen werden dadurch wohnlicher, was zu ihrem Anspruch passt, die Hightech-Zentrale mit Seele zu sein.

Im aktuellen Küchenmöbelangebot überwiegt als Frontenoptik Mattlack. Holz, Echtholz- und Steinfurnier werden ihre Stellung ausbauen. Bei den Farben sind dunkle Grautöne und auch Schwarz besonders auffällig. Schwarz kommt auch bei Hausgeräten – in Kombination mit den klassisch warmen Metalltönen Gold, Messing und Kupfer – zum Einsatz. Im grauen Farbspektrum spielt Betonoptik bei mancher Zielgruppe eine herausragende Rolle, bleibt aber insgesamt ein Nischenangebot.

 



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André F. Kunz, Geschäftsführer Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM)

„Die“ Küche der Zukunft wird es nicht geben. Eine Küche ist etwas sehr Individuelles. Vom Landhaus-Stil über zeitlos und modern bis hin zum Bauhaus-Stil ist alles denkbar. Dennoch gibt es natürlich Trends sowohl im technischen, als auch im gestalterischen Bereich, die Einfluss auf die Ausstattung einer Küche haben. Ein schon seit vielen Jahren zu beobachtender Trend ist die fortschreitende Vermischung von Küche und Wohnraum. Die Grenzen sind fließend, Trennwände gibt es nicht mehr, die Küche ist integraler Bestandteil des Wohnens geworden. In der Küche werden Küchenmöbel mit Wohnmöbeln kombiniert. Sei es eine Sitzbank, ein schwebendes Sideboard oder ein eleganter Weinkühlschrank: Solche Dinge passen überall hin. Die Zubereitung von Speisen – auch und gerade mit Gästen – hat immer mehr Eventcharakter, die Gäste werden mit einbezogen und sitzen nicht nur an ihren Plätzen und warten auf ihr Essen. Ob nun hoch eingebauter Backofen, Induktionsfeld, Dampfgarer, Downdraft-Dunstabzug, um nur einige Dinge zu nennen Technisch sind der Ausstattung keine Grenzen gesetzt – allenfalls durch den eigenen Geldbeutel. Bei den Oberflächen und Materialien findet man von Beton beziehungsweise Naturstein über Edelstahl bis hin zu Lack und Folie alles. Weiß ist zwar nach wie vor wichtig, aber schwarze, beziehungsweise graue Farbtöne sind weiter auf dem Vormarsch. Farbige oder Motiv-Rückwände sind ebenfalls häufig anzutreffen. Sie machen die Küche wohnlich und betonen die fließenden Übergänge.

 


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Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer Deutscher Kaffeeverband

Kaffee- und Küchentrends

Deutschland ist eine Kaffeenation. Jeder Bundesbürger trinkt pro Jahr durchschnittlich 164 Liter des beliebten Heißgetränks – mehr als Heil-/Mineralwasser und Bier. Um mehr über die Konsumgewohnheiten zu erfahren, führte der Deutsche Kaffeeverband die Studie „So trinkt Deutschland Kaffee“ durch. Befragt wurden rund 10.000 Kaffeetrinker. Dank der repräsentativen Erhebung wissen wir nun, wie, wann und wo die Bundesbürger ihren Kaffee am liebsten genießen. 75 Prozent aller Kaffees werden zu Hause konsumiert. Im Durchschnitt sind 1,8 Zubereitungssysteme in den Küchen vertreten. Am häufigsten (54 %) wird der Kaffee mit der Filterkaffeemaschine zubereitet. Jeder vierte Haushalt verfügt über eine Kaffeepadmaschine, eine Kapselmaschine und/oder einen Kaffeevollautomaten. Neben der Kaffeezubereitung auf Knopfdruck lässt sich der Trend beobachten, Kaffee wieder manuell zuzubereiten – Experten sprechen von der sogenannten „Dritten Welle“ des Kaffeegenusses: 11 Prozent der befragten Kaffeetrinker gaben an, den Kaffee zu Hause per Hand zu brühen, 8 Prozent nutzen die Espresso-/Mokkakanne und ebenso viele die French-Press. Löslichen Kaffee konsumieren zu Hause 19 Prozent aller Kaffeetrinker. Und wie trinkt man den Kaffee im eigenen Heim am liebsten? Am häufigsten wird er mit Milch konsumiert (46 %). An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala steht der pure Genuss, der schwarze Kaffee (36 %). Latte macchiato, Cappuccino, Café au Lait und Co. sind in jeder achten Kaffeetasse zu finden.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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