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Lese-Geschenke mit Potenzial

Weihnachten ist der ideale Zeitpunkt für Büchergeschenke oder E-Reader. Über die Feiertage kann dann ausgiebig geschmökert und vorgelesen werden.

Denn Lesen hat viele positive Aspekte: Neben der unterhaltsamen Freizeitgestaltung baut es Stress ab und hält das Gehirn auf Trab. Lesen entspannt, da die Inhalte in der eigenen Geschwindigkeit aufgenommen werden können. Ganz anders als bei Fernsehen, wo Bilderflut und Erzähltempo mitunter selbst erwachsene Gehirne überfordern. Zudem ist Lesen kein passives Konsumieren, sondern ein aktiver Prozess, bei dem das Gelesene in Bilder, Stimmungen und Zusammenhänge umgesetzt werden muss.

Die „Reizarmut“ von Büchern und das individuelle Lesetempo ist insbesondere für Kinder wichtig, weil sie zum Lernen und Verstehen oft mehr Zeit brauchen. Beim Zuhören oder Lesen von Geschichten vollziehen Kinder ein konstruktives Verstehen, das viel kreativer ist als das passive Anschauen von Filmen. So profitieren insbesondere Kinder durch das (Vor-)Lesen auf vielfältige Weise in ihrer ganzheitlichen Entwicklung. Neben Wortschatz, Satzbau und Ausdruck fördert (Vor-)Lesen auch Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, logisches Denken, Abstraktionsvermögen und Kreativität. Doch nicht nur die sprachliche und kognitive Entwicklung von Kindern macht dadurch einen Riesensprung. Lesen stärkt auch soziale Kompetenzen, vermittelt Werte und Normen und bringt Ruhe in den Alltag. Es fördert Empathie und bietet Orientierungshilfen für das menschliche Miteinander.

Dass lesebegeisterte Kinder bessere Schulnoten haben als Lesemuffel, wurde durch zahlreiche Studien belegt. Nicht nur, weil Lesen das Sprachgefühl, den Ausdruck und die Rechtschreibung effektiv bessert, sondern auch, weil die Konzentration gefördert und das Gedächtnis trainiert werden. Zudem hat der beruhigende Effekt positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Auch Kinder, denen schon in frühen Jahren regelmäßig vorgelesen wird, zeigen oft bessere schulische Leistungen. Außerdem haben sie es später beim Lesenlernen um ein Vielfaches leichter. (Vor-)Lesen wird also nicht zu Unrecht als der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen betrachtet.

Doch auch in späteren Jahren lässt sich die Lesemotivation noch mit vielfältigen Maßnahmen fördern. Natürlich wäre es ideal, wenn Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Darüber hinaus kann Lesen beispielsweise in den Alltag integriert werden. Sobald das Kind erste Wörter und Sätze lesen kann, kann es kleine Leseaufgaben gestellt bekommen, wie das Vorlesen von Schildern oder Beschriftungen auf Gebrauchsgegenständen. Auch der Austausch von Gelesenem fördert die Lesemotivation. Vielleicht kann sogar ein persönlicher Bezug geschaffen werden? Gerade am Anfang, wenn das Lesen noch mühsam ist, bietet sich die Tandem-Methode an, bei der Kind und Eltern abwechselnd Passagen lesen.

Lesemuffel im Grundschulalter lassen sich auch gut mit Comics oder Graphic Novels wie „Gregs Tagebuch“ oder „Lotta-Leben“ ködern. Diese sind oft kurzweiliger und verlangen Kindern nicht so viel Durchhaltevermögen wie ein unbebilderter Roman ab. Durch häufiges Umblättern ermöglicht der hohe Bildanteil schnelle Erfolgserlebnisse. Auch Zeitschriften oder Artikel zu speziellen Lieblingsthemen oder Hobbys können ein guter Türöffner sein.

Doch das wohl größte Potenzial zur Förderung der Lesemotivation bietet die Digitalisierung. Für die meisten Kinder sind Handy, Tablet und Co. ziemlich reizvoll – warum dann nicht damit lesen? Schon das Internet bietet Unmengen an Themenseiten wie Mode- oder Tierpflegetipps oder die Webseite zur Lieblingsserie oder -fußballmannschaft. Und natürlich jede Menge Webseiten mit interaktiven Geschichten oder Apps zum Lesenlernen. Viele Lese-Apps beinhalten nicht nur animierte oder vertonte Geschichten, sondern peppen diese noch mit kleinen Spielen auf. Sogar manche Videospiele bieten Lesestoff und -anreiz, wie beispielsweise Rollenspiele mit vielen erklärenden Textzeilen oder eigenen Kurzgeschichten. Auch viele analoge Bücher bieten durch Apps den Sprung in die digitale Welt. Mithilfe des Smartphones können dann ins Buch eingebettete 3D-Grafiken, Sounds oder Animationen angezeigt werden.

Den stärksten digitalen Anreiz zum Lesen bieten wahrscheinlich E-Books. Damit halten die Kids keine verstaubten Riesenschinken in Händen, sondern hippe Technik, auf die ganze Bibliotheken geladen werden können. Zwar kosten digitale Bücher hierzulande nicht wesentlich weniger als die analogen Pendants, dafür ist die Anfangsinvestition eines E-Readers im Vergleich zu einigen Jahren zuvor erheblich gesunken. Zudem gibt es mittlerweile diverse kostenlose Reader-Apps, die das Smartphone oder Tablet zum vollwertigen E-Book-Reader machen. Und außerdem steht ja auch Weihnachten vor der Tür! Mit vielen Feiertagen, an denen ausgiebig vorgelesen und geschmökert werden kann.

Fakten

Lese-Links

• Auf www.lesen.net veröffentlicht das unabhängige Online-Magazin neben Lesetipps auch Test von E-Book-Readern und Reader-Apps.

• www.stiftunglesen.de: (digitale) Leseempfehlungen und Lern-Apps.

• www.les-o-mat.de: Multimediale Buchempfehlungen.

• www.boysandbooks.de: Leseförderung von Jungen.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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