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Linkskurse haben eigene Gesetze

Linkskurse sind landschaftlich reizvoll, meistens aber schwierig zu spielen. 

Linkskurs? Hat das was mit links herum zu tun? Weit gefehlt! Der Begriff „links“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Dünen bzw. küstennahe Geländestreifen, die sich durch einen harten, sandigen und in der Regel welligen Untergrund abzeichnen. Ein Linkskurs (oder Links Course) hat somit rein gar nichts mit der deutschen Richtungsangabe zu tun. Traditionell verlaufen Linkskurse entlang einer Küste und durch eine eher karg bewachsene Dünenlandschaft ohne Bäume.

Ein Großteil der Golfer liebt die Linkskurse, vor allem wegen ihrer landschaftlich reizvollen Nähe zum Meer, der stets frischen Brise und der sportlichen Herausforderung, die sie bedeuten. Denn die Golfbahnen sind auf Linkskursen äußerst spannend. Die Fairways rollen geradezu durch die Sandhügel und warten mit immer wieder neuen Überraschungen auf. Eine sportliche Herausforderung stellen auch die Bunkerhindernisse dar. Insbesondere die kleinen tiefen Bunker sind selbst für gute Golfer oft schwer zu spielen. Dies gilt auch für die großen ondulierten Grüns und für das naturbelassene hohe und teilweise dicke Rough, das die Bälle nahezu verschluckt. 

Viele Golfer lassen Linkskurse aber auch gern links liegen, weil sie mit deren Unberechenbarkeit nicht klarkommen. Wer schon einmal auf einem Links Course gespielt hat, weiß, wovon die Rede ist. Denn das Spiel auf Links Courses hat eigene Gesetze und es will gelernt sein. Dabei ist es vor allem die Beschaffenheit des Geländes, die den Spielern zu schaffen macht. Viele vermissen auch Bäume oder Wasserhindernisse, die auf Linksplätzen nur dann vorkommen, wenn es Klippen oder Bachläufe zu überwinden gilt. Ein Problem, das viele Golfer nicht in den Griff bekommen, ist vor allem der Ballflug, der aufgrund des ständig wehenden Winds extremen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist. Alle, die zum ersten Mal einen Linksplatz spielen, starten fast immer mit dem Gefühl, ein offenes Terrain vorzufinden, auf dem keine Bälle verlorengehen. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Nicht wenige Golfer gehen daher grundsätzlich nur mit Partner auf die Runde.

Unter dem Strich sind Linksplätze in den vergangenen Jahren äußerst beliebt geworden. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass mittlerweile einige Golfplätze mit Links-Charakter auch in Regionen fernab der Küste entstanden sind. Der FALDO Course Berlin ist beispielsweise ein Links Course, wie er im Golfbuch steht – mit 133 Topfbunkern, ondulierten Fairways und anspruchsvolle Grüns. Aber auch die 36-Loch-Anlage des Golf Club St. Leon-Rot in der Nähe von Heidelberg oder der 27-Loch Golfclub Gleidingen in Niedersachsen in der Nähe von Hannover bieten viel Links-Charakter. 

Die ursprünglichsten und traditionsreichsten Linkskurse finden sich allerdings in Schottland und Irland, dort insbesondere am wunderschönen Ring of Kerry. 

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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