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Michael Ruchty, Messeleiter der LogiMAT in Stuttgart UNTERNEHMERTUM

Automatisierte Intralogistik für die digitale Transformation

Die digitale Transformation, mithin Projekte wie Industrie 4.0 und Logistik 4.0, sind längst nicht realisiert.    

Es wird gern von der grundsätzlichen Automatisierung von Prozessen gesprochen. Trifft das Ihrer Erfahrung nach auf jedes Unternehmen zu, welche Unternehmen stehen im Hauptfokus derartiger Automatisierungsprozesse?

Bei der intralogistischen Prozessautomatisierung haben die Fahrzeughersteller eine Vorreiterrolle eingenommen. Dort führen Robotik und Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) die industriellen Produktions- und Logistikprozesse. Inzwischen prägen die rasanten dynamischen Technologieentwicklungen und deren Integration in den Anlagenbau auch die Prozesse in der Industrie und deren Warehousing. Geprägt durch die Anforderungen des wachenden E-Commerce sind die Anlagenkonzepte dabei auf optimale Lager- und Kommissionierprozesse für die Losgröße 1 ausgelegt. Nachholbedarf bei der Automatisierung sehen die Experten im Handel. Überdies, das unterstreichen aktuelle Studien, hinken die kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU) bei der mit der Automatisierung verbundenen Digitalisierung der Prozesse, der Informationserfassung und ihrer Aufbereitung hinterher – und lassen damit erhebliche Potenziale ungenutzt.

Vor welchen Herausforderungen steht die Intralogistik in den kommenden Jahren?

Da sehe ich nach wie vor insbesondere die Umsetzung der Digitalisierung und Vernetzung sowie den Fachkräftemangel. Was Letztgenannten betrifft, sind aktuell einige Initiativen angestoßen, die aufklären und das Image der Logistik sowie deren Arbeitsumfeld verbessern sollen. Dabei rückt das Thema Mensch/Maschine-Kollaboration in den Vordergrund. Wenn die Intralogistik künftig von Künstlicher Intelligenz (KI), Robotern und autonom fahrenden Transportmitteln geprägt ist, müssen die Arbeitsplätze und -prozesse darauf ausgerichtet werden. Da werden anspruchsvolle Tätigkeitsfelder entstehen, die das Image der Logistik positiv verändern werden.

Auf technologischer Ebene wird die Ausrichtung der Unternehmen zunehmend in Richtung energie- und ressourceneffizienter Anlagentechnik und Emissionssenkung liegen. Um die Klimaziele zu unterstützen muss die Industrie hier bis 2030 34 Prozent einsparen. Diese Ansätze müssen mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit sinnvoll verknüpft werden.

Wie können Intralogistik und Supply-Chain-Managementprozesse in Unternehmen beeinflussen und gegebenenfalls optimieren?

Da gilt unternehmensintern wie bei der unternehmensübergreifenden, ganzheitlichen Betrachtung der gleiche Grundsatz: Effizienz durch koordinierte Prozesse und Prozesssteuerung. Basis dafür ist der Austausch von Daten und Informationen auf einer vereinheitlichten oder konvertierbaren Daten- beziehungsweise Formatgrundlage.

Welche Megatrends in der Intralogistik sind derzeit erkennbar und welche von diesen haben aus Ihrer Sicht ein hohes Zukunftspotenzial?

Die digitale Transformation, mithin Projekte wie Industrie 4.0 und Logistik 4.0, sind längst nicht realisiert. Auf ihrer Grundlage werden Systematiken wie die Einbindung von KI und Robotic Process Automation (RPA), das Internet der Dinge (IoT) mit autonom fahrenden, fahrerlosen und elektrobetriebenen Transportsystemen, Schwarmintelligenz und dezentraler Steuerung folgen. Bei diesen Aspekten, das werden im März einmal mehr die Aussteller der 18. LogiMAT in Stuttgart belegen, zeigt die Intralogistik wie es geht.

Daneben werden die Anforderungen von E-Commerce und Omnichanneling sowie die Robotik – etwa mit dem Griff in die Kiste bei der Kommissionierung – die Intralogistik weiter prägen. Als weltweit bedeutendsten jährlich veranstaltete Fachmesse für Intralogistik bildet die LogiMAT dabei eine einzigartige Plattform, dem internationalen Fachpublikum entsprechenden Lösungen zu präsentieren und zukunftsorientierte Innovationen der internationalen Anbieter zu vergleichen – ein Muss für alle, die sich mit ihren Investitionen in die Intralogistik frühzeitig Wettbewerbsvorteile sichern wollen.

Über die LogiMAT

Die nächste LogiMAT, 18. Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, findet vom 10. bis 12. März 2020 auf dem Messegelände Stuttgart direkt am Flughafen statt. Sie bietet einen vollständigen Marktüberblick über alles, was die Intralogistik-Branche von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung bewegt. Internationale Aussteller zeigen bereits zu Beginn des Jahres innovative Technologien, Produkte, Systeme und Lösungen zur Rationalisierung, Prozessoptimierung und Kostensenkung der innerbetrieblichen logistischen Prozesse.

Seit 2014 veranstaltet die EUROEXPO gemeinsam mit der Landesmesse Stuttgart die LogiMAT China mit jährlichem Turnus. Diese findet in Shanghai parallel zur transport logistic China statt. Die nächste Veranstaltung wird vom 16. bis 18. Juni 2020 durchgeführt.

Fakten

Michael Ruchty, gelernter Speditionskaufmann bei einem global tätigen Logistikdienstleister, ist seit Mai 2011 bei der EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH in München. Zunächst als Messeberater und ab 2016 im Projektmanagement tätig, verantwortet er seit März 2018 als Messeleiter die LogiMAT – Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement in Stuttgart.

Privat fährt er sehr gerne auf seiner Vespa, liebt gute Küche, die er auch gerne selbst zubereitet und geht gerne auf Reisen, um die Welt zu entdecken. Wenn ihn die Messeplanung nicht auf Trapp hält, dann sein kleiner Sohn.

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Journalist

Frank Tetzel

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