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Logistikhallen müssen heute klimafreundlich und automatisiert geplant werden

Logistikimmobilien sind Hallen, die ein Unternehmen zum Lagern, Kommissionieren und Distribuieren von Gütern benötigt. Sie sind im Normalfall größer als 10.000 Quadratmeter, können aber in Einzelfällen auch mehr als 200.000 Quadratmeter umfassen. Man unterscheidet dabei inhaltlich und anhand der Bauanforderungen zwischen reinen Lagerhallen, Hochregallagern, Speziallagern, Distributionslagern und Umschlaglagern. Dazu kommen noch mobile Lager. Soll eine neue Halle entstehen, sind Standort, Größe und die Berücksichtigung CO2-minimierter Bauweise wichtig. 

Um Bauverzögerungen zu vermeiden, sollten man seine Umgebung deshalb frühzeitig in die Pläne involvieren.

Gewerbeparks neben Autobahnauffahrten punkten beispielsweise als Standort aufgrund ihrer schnellen Erreichbarkeit. Die Infrastruktur ist bereits vorhanden und erfordert keine zusätzlichen Straßenbaumaßnahmen. Die Größe ist natürlich ein entscheidendes Kriterium, bei der Planung sollte man jedoch auch an die Möglichkeit einer Erweiterung oder auch Verkleinerung (z. B. durch Abtrennen) denken, um flexibel zu bleiben. Klimafreundliche Bauweise ist dabei schon lange nichts Exotisches mehr, sondern wird durch immer mehr regulatorische Vorgaben zwingend erforderlich. Nicht nur beim Bauen an sich sollte man auf Energieeinsparungen achten, auch bei den verwendeten Materialien und besonders der Art der Dämmung ist eine kritische Hinterfragung vonnöten. Dächer von Logistikimmobilien eignen sich aufgrund ihrer großen, horizontalen Fläche hervorragend für Photovoltaikanlagen und auch Begrünung. Möglichkeiten der Wasserrückgewinnung und der Energierückspeisung sollten ebenso in die Planung mit einfließen. Zur Energieeinsparung können auch intelligente Steuerungskonzepte und energieeffiziente Antriebssysteme eine wesentliche Rolle spielen. 


Der während der Pandemie noch ein-mal zusätzlich gestiegene Online- und Multi-Channel-Handel fördert allerdings auch den Trend zu kleinteiligen Logistikstützpunkten. Diese entstehen in Ballungszentren und sind nötig für eine schnelle und effiziente Versorgung der letzten Meile, denn Kunden sind immer weniger dazu bereit, zwei Wochen oder länger auf ihre Bestellung zu warten. Das durch ein neues Lager zu erwartende, erhöhte Verkehrsaufkommen kann zu Protesten von etablierten Händlern und auch Anwohnern führen. Um Bauverzögerungen zu vermeiden, sollten man seine Umgebung deshalb frühzeitig in die Pläne involvieren. 


Der E-Commerce verursacht auch eine weitere Automatisierung der Lager. Experten gehen davon aus, dass hierfür besonders zwei Konstruktionsweisen für vertikale Flächen zunehmen werden: Hochregallager und mehrstöckige Logistikzentren. Sie erhöhen die verfüg-bare Fläche um ein Vielfaches. Wichtige Punkte sind dabei auch ein Umdenken in der Intralogistik in Bezug auf elektrische Mobilität und gut durchdachte Automatisierung. Denn mit einem automatisierten Lager lassen sich Prozesse wesentlich schneller und effizienter gestalten. 


Beginnt man beispielsweise mit der Automatisierung der Durchsätze, kann das die gesamte Lieferkette verändern. Produkte, die selten geordert werden, rut-schen nach oben oder hinten, Schnelldreher kommen ganz nach vorne. Das spart Wege, Zeit, Kosten und damit Energie. 

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Journalist

Katja Deutsch

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