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Gunnar Nehrke, dem Geschäftsführer des Bundesverbandes CarSharing (bcs) BUSINESS MOBILITY

Lohnt sich Carsharing eigentlich für Unternehmen?

Ein Gespräch mit Gunnar Nehrke, den Geschäftsführer des Bundesverbandes CarSharing (bcs).

Sharing-Economy ist inzwischen ein Megatrend geworden, der vor dem Thema Mobilität nicht haltmacht. Nicht mehr der Besitz eines Autos wird von Unternehmen nachgefragt, sondern Lösungen im Bereich der Mobilität.

Welche Vorteile bietet Carsharing für Unternehmen?

Corporate Carsharing, also das Angebot von firmeneigenen Poolfahrzeugen im Carsharing lohnt sich, wenn viele verschiedene Mitarbeiter für einzelne Fahrten auf Fahrzeuge zugreifen müssen. Das Carsharing vereinfacht den Buchungs- und Abrechnungsprozess und verbessert die Auslastung. Die Teilnahme am öffentlichen Carsharing ersetzt dann darüber hinaus ineffiziente Fahrzeuge im Firmenfuhrpark. In rund 677 Städten und Gemeinden können Unternehmen heute öffentliche Carsharing-Angebote finden. Dabei ist es durchaus möglich, auch spezielle Stationen direkt am Firmenstandort des jeweiligen Unternehmens zu errichten. Mit einem entsprechenden Rahmenvertrag ist es dann möglich, Fahrzeuge nicht nur vor Ort, sondern auch deutschlandweit zu nutzen.

Wie erfolgt die Abrechnung der Dienstleistungen?

Bezahlt werden nur die tatsächlichen Kosten, die durch die Nutzung der Fahrzeuge anfallen. Abgerechnet werden Kilometerleistung und tatsächliche Mietdauer. Damit bietet Carsharing für Unternehmen eine optimale Kostentransparenz. Man kann die Mobilitätskosten pro Weg direkt einzelnen Personen, Abteilungen oder Projektkostenstellen zuordnen.

Ab wann rechnet sich Carsharing für Unternehmen?

Corporate Carsharing senkt eigentlich immer die Zahl der benötigten Fahrzeuge im Firmenfuhrpark, weil sich die Auslastung verbessert. Die Nutzung von öffentlichen Carsharing-Angeboten empfiehlt sich, wenn bestimmte Fahrzeuge des eigenen Fuhrparks nur in Spitzenzeiten benötigt werden Dann kann man mit dem Carsharing Mobilitätsspitzen abdecken und diese Fahrzeuge im Fuhrpark einsparen. Oft sind schon die Fixkosten schlecht ausgelasteter firmeneigener Fahrzeuge höher als die Kosten für die gelegentliche Anmietung im Carsharing.

Lohnt es sich eventuell ganz auf das Carsharing umzusteigen?

Bei kleineren Unternehmen sollte man das auf jeden Fall durchrechnen und möglicherweise ausschließlich auf Carsharing setzen. Denn häufig sind es nicht die reinen Fahrzeugkosten, sondern die Prozesskosten, die den Betrieb eigener Fahrzeuge unwirtschaftlich machen. In innerstädtischen Lagen, wo Unternehmen keine kostengünstigen Parkplätze für Firmenfahrzeuge vorhalten können, kann Carsharing auch deswegen eine attraktive Lösung sein, weil Carsharing-Fahrzeuge auf festen Parkplätzen stehen und dem Unternehmen keine Kosten für den Parkraum entstehen.

Wie kann ich denn sicher sein, dass ich zu einer bestimmten Zeit auf ein Fahrzeug zugreifen kann, beim Carsharing gilt doch oft „First come, first serve“?

Unternehmen können für diesen Fall Blockbuchungen vornehmen, bei denen für festgelegte Zeiträume Fahrzeuge vorab exklusiv für das Unternehmen reserviert werden. Die einzelnen Mitarbeiter buchen dann nach Bedarf.

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Journalist

Frank Tetzel

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