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Louisa Dellert, Unternehmerin, Autorin, Influencerin und Umweltaktivistin NACHHALTIG FÜR DIE UMWELT

„Überzeugen, nicht verbieten“

Klimaschutz fängt im Kleinen bei jedem Einzelnen an, sagt Louisa Dellert. Man müsse sich nur bewusst machen, wo man etwas verändern könne.

Mal eben zum Shopping-Wochenende nach Mallorca zu fliegen finde ich nicht gut.

Klimaschutz ist neuerdings in aller Munde – aber macht es überhaupt Sinn, als einzelne Person etwas zu tun?

 Wenn ich diese Frage höre, kehre ich sie gerne um: Was bringt es uns, wenn wir nichts tun? Wenn etwas Großes entstehen soll, muss man klein anfangen und alle müssen etwas tun. Das gilt für die Politik, aber auch für den eigenen kleinen Bereich.

Was kann man denn in seinem ganz normalen Alltag machen, um Klima und Umwelt zu schützen?

 Da gibt es Dinge, die ganz einfach sind. Das fängt schon morgens im Badezimmer an, wenn man zu Kosmetikprodukten greift, die ohne Mikroplastik auskommen. Auf dem Weg zur Arbeit kann man dann zum Beispiel einen wiederverwendbaren Kaffeebecher statt einen aus Pappe benutzen oder sein Auto mit anderen teilen, wenn man nicht darauf verzichten kann. Man muss das alles bewusst angehen und sein Verhalten ändern. Das ist ein Prozess, das geht nicht von null auf hundert. Ich habe mal eine Woche versucht, alles auf einen Schlag zu verändern und bin grandios gescheitert.

Ebenso kann man natürlich bewusst einkaufen. Ich wähle seit einiger Zeit fast nur noch regionale Produkte. Äpfel aus meiner Region schmecken genauso gut wie solche aus Südafrika und haben die gleichen Nährwerte – sie müssen aber nicht um die Welt transportiert werden.

Müssen wir unseren Konsum wieder zurückschrauben, um die Welt zu retten? 

Ich glaube nicht, dass es um Zurückschrauben geht. Ich sehe das eher als Weiterentwicklung.

Essen Sie Fleisch?

 Nein, weder Fleisch noch Fisch. Ich verzichte aus ethischen Gründen darauf. Ich würde aber niemandem verbieten wollen, Fleisch zu essen. Allerdings sollte man sich vielleicht mal damit beschäftigen, wo das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten wurden. Dann verzichtet man ja möglicherweise ganz von alleine darauf.

Brauchen wir auch Verbote, um das Klima zu retten?

Mit Verboten ist das so eine Sache, denn sie erzeugen Widerwillen. Beispiel Autofahren: Ich finde nicht, dass man das Auto verbieten sollte. Es gibt viele Menschen, die auf ihr Auto aus ganz unterschiedlichen Gründen angewiesen sind. Das gilt vor allem für ländliche Gebiete. Oder das Beispiel Fliegen. Ich verzichte grundsätzlich innerhalb Deutschlands auf das Fliegen, würde aber nicht behaupten, dass ich für längere Strecken nicht auch mal wieder das Flugzeug benutzen werde. Es muss aber Sinn machen, ein Flugzeug zu benutzen. Mal eben zum Shopping-Wochenende nach Mallorca zu fliegen finde ich nicht gut. Aber viele Menschen fliegen einmal im Jahr für zwei oder drei Wochen in Urlaub und ich finde, das kann man ihnen nicht verbieten. Und immer muss man auch im Kopf haben, dass der Klimaschutz sozial verträglich sein muss.

Man muss die Menschen mitnehmen und von solchem Verzicht überzeugen, nicht Verbote aussprechen. Ich selber werde in Zukunft radikalere Schritte gehen. Aber von meiner Umwelt verlange ich das – noch – nicht. Ich glaube allerdings, dass wir in Zukunft viel mehr tun können und müssen. Dass dann manche Verbote und Vorschriften ausgesprochen werden könnten, will ich nicht ausschließen. Aber das ist dann wie mit der roten Ampel oder dem Sicherheitsgurt im Auto – die machen ja auch Sinn.

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Journalist

Armin Fuhrer

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