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Uns geht alles durch Magen und Darm

Übelkeit, Sodbrennen und Durchfall kennen wir alle. Ob es sich um eine harmlose Infektion oder um etwas Ernstes handelt, sollte man untersuchen lassen.    

Viele, aber bei weitem nicht alle Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts kündigen sich durch unangenehme Begleiterscheinungen an. Sie warnen uns und sollten auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Bauchschmerzen gehören dazu, Verstopfungen und Blut im Stuhl, Krämpfe, Sodbrennen und Schluckauf. Manche Erkrankungen des Magens und des Darms, wie etwa die Magen-Darm-Grippe, lassen sich gut bekämpfen, zuweilen sogar mit einer Auszeit oder Hausmitteln nach Omas bewährten Rezepten. Andere sind hochgefährlich, sogar lebensbedrohlich und müssen von Spezialisten behandelt werden. In allen Fällen ist eine sorgfältige Diagnose vom Arzt unerlässlich.

Nach einer Prognose der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie werden Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts allein in Deutschland bis 2030 um 20 bis 25 Prozent zunehmen. Darunter geben die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen genauso wie Magen- und Darmkrebs besonderen Anlass zur Besorgnis. Zwischen den Siebzigerjahren und der Gegenwart gab es bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen einen Zuwachs von etwa 300.000 bis 450.000 Fällen pro Jahr. Und der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Frank Lammert ergänzt, dass in unserem Land jährlich um die zweieinhalb Millionen Bundesbürger wegen Magen-Darm-, Leber-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen in Krankenhäusern behandelt werden müssten.

Die Ursachen sind vielfältig. Auslöser von Problemen im Magen und im Darm können Entzündungen, Infektionen über Viren, Bakterien und Pilze sowie schlimmstenfalls Krebserkrankungen sein, wobei letztere auch erblich bedingt sein können. Nicht nur ältere Menschen sind von Magen-Darm-Erkrankungen betroffen, sondern auch junge und jüngste Menschen.

Das vernünftigste Mittel, schwere Erkrankungen zu vermeiden, ist einerseits, auf den eigenen Körper zu hören, andererseits aber die Bereitschaft, die vielen, teilweise von den Krankenkassen übernommenen, Vorsorgeuntersuchungen wie Sonographie, Magen- und Darmspiegelungen sowie Blutuntersuchungen dringend zu nutzen. Gerade vor den früher eher unangenehmeren Magen- und Darmspiegelungen muss sich bei den modernen Behandlungsmethoden niemand mehr fürchten.

Werfen wir einmal einen Blick auf die häufigsten Beschwerden. Sodbrennen nach einem schweren Essen kennen viele von uns. Dahinter kann sich auch eine Entzündung der Speiseröhre, die Fachleute „gastroösophageale Refluxkrankheit“ nennen, verbergen. Verursacht wird diese durch Magensäure, die ungehindert in die Speiseröhre zurückfließt. Aber auch eine Leberzirrhose kann in der Speiseröhre gefährliche Krampfadern, vergleichbar mit denen am Bein, auslösen.

Im Magen kann die Magensäure für Probleme sorgen, wenn sie die Magenschleimhaut angreift. Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind die Folge und können auf eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) hinweisen. Ausgelöst werden solche Erkrankungen übrigens auch durch Medikamente, Alkohol, Nikotin und Viren. Bei einer chronischen Magenentzündung entstehen Magengeschwüre, die durch das Bakterium Helicobacter pylori begünstigt werden. Dass Umwelteinflüsse und Pestizide, die wir unwissend aufnehmen, Krebs auslösen können, ist bekannt. Es kann aber auch sein, dass der sogenannte Reizmagen zum Beispiel durch falsche Ernährung, Unverträglichkeiten und sogar die Psyche beeinflusst wird.

Ähnlich komplex wie beim Magen ist die Ursachenklärung in Sachen Darm. Hier sind schwere Erkrankungen, zum Beispiel Darmkrebs, der durch bösartige Tumore im Darmtrakt ausgelöst wird, von den Betroffenen selbst nicht zu erkennen. Bei jeder Darmspiegelung entfernt der Gastroenterologe sogenannte Polypen, die sich auch gutartig bilden können, und minimiert das Risiko. Was wir bei harmloseren Darmerkrankungen allerdings auf jeden Fall merken, ist der lästige Durchfall, der normalerweise mit einiger Geduld und Bettruhe ausgeheilt werden kann. Anders verhält es sich bei schweren Infektionen, erst recht bei Typhus- und Cholera-Bakterien.

Erkrankungen wie diese sind ebenso lebensgefährlich wie die uns allen bekannte Blinddarmentzündung, die sich durch starke Schmerzen im Nabel- und Magenbereich ankündigt und unbehandelt zum Tod führen kann. Erschreckend ist ohne Zweifel die steigende Rate an Darmkrebserkrankungen. In den letzten 30 Jahren haben bösartige Tumore des Verdauungstraktes in allen Industrieländern deutlich zugenommen. Betroffen sind mittlerweile auch viele jüngere Menschen. Wenn man den Darmkrebs früh erkennt, sind die Heilungschancen dieser Krebsart allerdings durchaus hoch.

Wer beim Gang zur Toilette nun einmal Blut im Stuhl entdeckt, sollte nicht gleich das Schlimmste befürchten, sondern sofort zum Arzt gehen. Hinter den Blutungen können sich auch lästige Hämorrhoiden verbergen, die jucken und unangenehm sind. Eine Verödung von Hämorrhoiden durch einen Proktologen ist eine großartige Hilfe und für Patienten wirklich kein Problem.

Selten, aber weitreichend in den Folgen sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Wenn, wie bei Morbus Crohn, der letzte, Ileum genannte Dünndarmabschnitt oder der Colon ascendens genannte obere Dickdarmbereich betroffen sind, wird die Darmwand beschädigt und der Patient muss sich auf eine lange Behandlung einstellen. Bei Colon ascendens sind der Dick- und Enddarm betroffen.          

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Journalist

Helmut Peters

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