European Media Partner
Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutschen Baugewerbes HAUSBAU & ENTWICKLUNG

„Man muss nicht mit der Komplettlösung anfangen“

Interview mit Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutschen Baugewerbes

Wo steht das Baugewerbe bei der Digitalisierung?

Viele Unternehmen sind bereits intensiv dabei: Angefangen von der Nutzung diverser Apps auf der Baustelle, beispielsweise zur Zeiterfassung, für den Bautagesbericht oder für Fotoaufmaße bis hin zur 3D-Maschinensteuerung sowie dem digitalen Zwilling des Gebäudes werden die Betriebe zunehmend digital. Von der Digitalisierung versprechen wir uns unter anderem eine bessere Planbarkeit von Projekten und effizientere Abläufe auf der Baustelle.

Welche Maßnahmen seitens der Politik wären wünschenswert?

Gerade im ländlichen Raum ist das Breitbandnetz ein großes Problem, das dringend angegangen werden muss. Das beste digitale Tool ist nutzlos, wenn die Baustelle im Funkloch liegt. Außerdem müssen wir einheitliche Standards und Schnittstellen definieren, damit unterschiedliche Anwendungen auch kombiniert werden können. Und wir braucht es transparente rechtliche Regelungen zum Umgang mit Daten und Datenschutz.

Wie können Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzen?

Der digitale Fortschritt kann zu großen Produktivitäts- und Qualitätszuwächsen führen. Daher ist es wichtig, sich der Herausforderung zu stellen. Diese muss nicht mit der Komplettlösung anfangen; schon mit einzelnen Schritten kann die Digitalisierung im Unternehmen vorangetrieben werden. Wichtig ist, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und sich in den Verbänden zu vernetzen. 

Teile diesen Artikel

Journalist

Armin Fuhrer

Weitere Artikel