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Es muss nicht immer das Mittelmeer sein

Wer an Skippern denkt, hat meist internationale Yachthäfen im Mittelmeer vor Augen, und tatsächlich konzentrieren sich entlang der Traumküsten von Frankreich, Italien, Kroatien und Spanien sehr viele Marinas, die gut ausgestattet sind und stark frequentiert werden. Sonne pur, pittoreske kleine oder größere Orte, elegantes Flair, ausgezeichnete Küche – es ist nur verständlich, dass viele Skipper ausschließlich auf dem Mittelmeer unterwegs sind. 

Doch Frankreich bietet auch an seiner Kanalküste und der Biskaya charmante Plätze. Eine sehr gute Stabilität und Festigkeit benötigen Yachten, die auf der Biskaya gelenkt werden – und sehr viel Erfahrung der Crew ebenfalls. Die Navigation muss exakt stimmen, die Ausrüstung hervorragend sein, der Wetterbericht verstanden werden. Zudem benötigt man entsprechende Adapter zum Bunkern von Wasser und internationale Stecker, um den Stromanschluss nutzen zu können. Vorsicht walten lassen sollte man rund um die Bucht von Arcachon: So traumhaft die riesige, zauberhafte Düne dort ist, in unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich militärische Zonen, in denen täglich geschossen wird. 

Wer den Charme der französischen Kanalküste genießen möchte, darf den wechselnden Wasserstand nicht vergessen. Der überwiegende Teil der Yachthäfen liegt hier im Tidebereich und ist nur bei Hochwasser erreichbar, wegen der starken Strömung ist ein Stromatlas und aktuelle Seekarten unabdingbar. Zudem sind hier sehr viele Fähren unterwegs, für deren Kreuzung strenge Vorfahrtsregeln Beachtung finden müssen. 

Auch wenn sich vieles an den bekannten Traumstränden von Adria- und Mittelmeerküste konzentriert, so finden Skipper auch in Deutschland, der Schweiz, Polen, Slowenien oder Montenegro wunderschöne Marinas, an denen sie entspannt anlegen können. 

Neuland entdecken ist die Devise, und das eben vom Wasserwege aus. Frische und Erholung tanken kann man entlang der Polnischen Küste, die fast schnurgerade verläuft und nur durch das Stettiner Haff und das Frische Haff unterbrochen wird. Dann bietet sich der Crew auf einer Länge von 1700 Quadratkilometern die einzigartige Masurische Seenplatte. Nur höchstens fünf Kilometer Geschwindigkeit pro Stunde sind hier in den Kanälen und Häfen erlaubt, achten muss man nur auf Untiefen und auf die vielen Fischerboote. Auch im polnischen Binnenland haben Skipper reizvolle Möglichkeiten, zum Beispiel in Giżycko im ehemaligen Ostpreußen (Dt. Lötzen) am Löwentinsee.  

Wer noch etwas weiter nördlich segeln möchte, sollte auch das Vereinte Königreich ins Visier nehmen. Auf See und in den vielen internationalen Yachthäfen entlang der malerischen Küste Großbritanniens spielt der Brexit vorerst keine große Rolle, doch niemand weiß, welche Formalitäten, Nachweise und Gesetze zukünftig beachtet werden müssen. Denn ein Verbleib in der Europäischen Zollunion gilt als unwahrscheinlich. Ob Brixham, Brighton oder sogar die Londoner Docklands Bristol, Portishead oder das putzige Cardiff in Wales – Skipper finden hier beste Voraussetzungen, um die ganz eigenen Orte auf der Insel kennenzulernen. Wer auf der Themse in Richtung London unterwegs ist, sollte die starken Gezeitenströme sowie die Sandbänke im Blick haben. Wer mehr Informationen über die jeweiligen Häfen sucht, sollte sich Fachverzeichnisse zur Hand nehmen und einschlägige Bewertungen im Internet lesen.

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Journalist

Katja Deutsch

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