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Gründen, um schnell reich zu werden, führt selten zum Erfolg

Eine verrückte Idee. Unermüdlicher Einsatz. Riesige Leidenschaft und tiefes Glück. Wenige befassen sich so intensiv mit diesen Themen und halten darüber so mitreißende Vorträge wie Matthew Mockridge. Der 32-jährige ist seit Jahren Unternehmer, er gründet, schreibt und spricht. Vor Studenten genauso wie in großen Unternehmen, vor Studierenden wie vor Gründern, die es wissen wollen. Denn er fischt in vielen Gewässern: Erfahrung hat er als Hochschuldozent, Entwickler der Neonsplash Paint Party, des Zombie Runs und des City Slide. Völlig unterschiedliche Events also, aber alle mit hoher Strahlkraft und langem Erinnerungswert.

Ob jemand erfolgreich gründet, lässt sich nicht von außen sehen, es ist ein "Inner Game", eine Mischung aus maximaler Planung und Charaktereigenschaften.   

Könnte er anhand optischer Merkmale aus einer Menschengruppe diejenigen herausfinden, die erfolgreiche Startups auf die Beine stellen könnten? „Ob jemand erfolgreich gründet, lässt sich nicht von außen sehen, es ist ein `Inner Game´, eine Mischung aus maximaler Planung und Charaktereigenschaften. Wer im Training mehr schwitzt, der blutet weniger im Kampf.“ Gleichzeitig unterscheiden sich die Menschen anhand ihrer Charaktereigenschaften, manche sind sehr kreativ, andere sehr kalkulierend. Erst die perfekte Mischung führt zu einem erfolgreichen Team. 

Doch was ist letztendlich ausschlaggebend, das leidenschaftliche Herz oder der analytische Kopf? „Dazu gibt es eine schöne Geschichte von zwei Männern in einem brennenden Wald“, erzählt Matthew Mockridge. „Einer ist der Kopf und einer ist das Herz. Der Kopf ist blind, hat aber sehr starke Beine. Das Herz sieht perfekt, ist jedoch gelähmt. Die einzige Möglichkeit, wie Kopf und Herz aus dem brennenden Wald kommen, besteht darin, dass der Kopf mit seinen starken Beinen das Herz auf den Arm hochnimmt und ihm sagt, führ du uns hier raus, denn ich kann nicht sehen wo es langgeht. Bei der Zusammenstellung seines Teams sollte man also darauf achten, dass beide Teile gleich stark vertreten sind.“

Der erfolgreiche Gründer steht reiner Gewinnfixierung als Hauptantrieb für ein Startup skeptisch gegenüber. Das reiche nicht, um durchzuhalten, sagt er. Was würde man den ganzen Tag tun, hätte man mehrere Millionen auf dem Konto? Wohl nur das, was man liebe und der Welt schenken möchte. Dann schaffe man es auch, alle Hürden zu überwinden, die ein Startup so mit sich bringe.

Jeder kennt Menschen, die jahrelang unermüdlich ihren Traum verfolgt haben, bis sie endlich Erfolg hatten. Man liest viel über junge Milliardäre aus der Startup-Szene. Viele jedoch verweigern sich der Realität und verlieren dabei sehr viel Geld und Lebenszeit. Um zu erkennen, ob man sich in einem Schlagloch oder einer Sackgasse befindet, sollte man seinen Weg ehrlich betrachten, rät Matthew Mockridge. Wurde er jeden Tag schlechter, befindet man sich in einer Sackgasse und sollte aufhören. Folgen jedoch auf „Löcher“ wieder Kurven nach oben, steigt die Kurve langsam, und das heißt dranbleiben und weitermachen.

Als drei der größten Fehler beim Gründen nennt der charismatische Unternehmer den Wunsch, eine persönliche Unzulänglichkeit zu kompensieren – einen Mangel, der zu Mangel führe. Zweitens den Wunsch, schnell reich zu werden, denn da gäbe es einfachere und sicherere Wege. Und drittens zu wissen, wann es Zeit sei, auszusteigen. „Gefährlich ist auch Stolz“, fügt er hinzu. „Der Stolze fragt nicht nach Hilfe, der Stolze verbirgt seine Fehler, der Stolze glaubt, alles zu wissen.“

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Journalist

Katja Deutsch

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