European Media Partner

Bringt mir der MBA Vorteile?

Eigentlich war die vor 20 Jahren beschlossene „Bolognia-Reform“ dazu gedacht, überlange und theoretisch überfrachtete Studiengänge zu straffen und europaweit einheitlich zu bündeln. Insgesamt sechs Semester, davon ein verpflichtendes Praktikumssemester mit dem Abschluss des „Bachelors“ sollten ausreichend sein, um gut vorbereitet ins Berufsleben starten zu können. Die Realität sieht anders aus: Rund sieben von zehn Studierenden peilen einen Masterabschluss an. Was spricht dafür?

Ein Masterstudiengang dauert zwei bis vier Semester, am Ende muss die Masterarbeit geschrieben werden, bei der man seine Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten unter Beweis stellt. Deshalb ist ein Masterabschluss für eine wissenschaftliche Karriere und eine Promotion unabdingbar, ebenso für das Lehramt, für Psychotherapie und für den Einstieg in den höheren Öffentlichen Dienst. Wer eine Führungsposition im Management anstrebt, muss üblicherweise auch seinen Master gemacht haben.

Finanziell wirkt sich der Master nur bei der Hälfte aller Absolventen aus. Im Sozialwesen und in künstlerischen oder kreativen Berufen bringen Praktika und Berufserfahrungen mehr. Viel mehr ins Gewicht fallen außerdem Größe und Standort des Unternehmens, bei dem man arbeitet. Je größer das Unternehmen, desto mehr Gehalt wird gezahlt.

Bei den Branchen mit unterschiedlicher Bezahlung verdienen Bachelor-Absolventen einer Uni etwa 20 Prozent weniger als Masterabsolventen, wer den Bachelor an einer Fachhochschule gemacht hat, liegt noch einmal 15 Prozent unter den Uni-Absolventen.

Wer den Master machen möchte, benötigt meistens eine bestimmte Durchschnittsnote beziehungsweise eine bestimmte Anzahl an Credit Points, und teilweise noch Empfehlungs- und Motivationsschreiben. Dazu ist ein persönliches Bewerbungsgespräch und manchmal  auch Berufspraxis erforderlich.

Viele Hochschulen erwarten ferner, dass Du Dein grundständiges Studium mit einer bestimmten Durchschnittsnote abgeschlossen hast. Zudem musst Du zum Teil Empfehlungs- oder Motivationsschreiben einreichen, ein persönliches Bewerbungsgespräch durchlaufen oder erste Berufspraxis vorweisen.

Seinen Master kann man an Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen, an Fachhochschulen und an Musikhochschulen machen. Man unterscheidet sieben verschiedene Master Grade, die je nach Fachrichtung verliehen werden: Geistes- und Sozialwissenschaften: Master of Arts (M.A.), Rechtswissenschaften: Master of Laws (LL.M.), Naturwissenschaften: Master of Science (M.Sc.), Technik und Ingenieurwissenschaften: Master of Engineering (M.Eng.), Lehramt: Master of Education (M.Ed.), Musik: Master of Music (M.Mus.), Kunst: Master of Fine Arts (M.F.A.).

Zusätzlich besteht die Möglichkeit an weiterbildenden Masterprogrammen, die meist ein abgeschlossenes Bachelor-Studium und fachspezifische Berufserfahrung voraussetzen. Es ist hierbei nicht zwingend erforderlich, sein Erststudium auf dem gleichen Gebiet abgeschlossen zu haben. Diese Weiterbildungsprogramme werden oft berufsbegleitend angeboten: Master of Business Administration (MBA), Master of Applied Informatics (M.Appl.Inf.), Master of Business Marketing (MBM), Master of Criminology and Police Science, Master of Health Management (MaHM), Master of Organizational Psychology (MoP).

Teile diesen Artikel

Journalist

Katja Deutsch

Weitere Artikel