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Der Garten ist beliebt und hilft

In unsicheren Zeiten gewinnt der eigene Garten an Attraktivität, er wird wichtiger für die Selbstversorgung, aber auch für das Auge und die Seele. Die Beschäftigung mit Balkon und Garten hilft den Menschen, Einschränkungen in anderen Lebensbereichen auszugleichen. Das haben die Gärtnereien in den vergangenen Monaten deutlich gespürt und das wurde auch durch wissenschaftliche Studien, bspw. von der Hochschule Geisenheim und Marktforschungsinstituten wie dem rheingold institut bestätigt. 

Jürgen Mertz, Präsident Zentarlverband Gartenbau (ZVG); Foto: Reiner Freese

Im vergangenen Jahr wurde der Alltag aller Menschen auf den Kopf gestellt, das wurde auch bei Einkauf in Gärtnereinen und Gartencentern deutlich. So gab es eine deutlich höhere Nachfrage nach Gemüsejungpflanzen, Kräutern und Obstgehölzen, aber auch nach allen Arten von Blumen und Pflanzen für den Garten. Durchschnittlich gaben die Deutschen 2020 etwa 114 Euro für Blumen und Zier-pflanzen aus. Das sind rund 5 Euro mehr als im Vorjahr. 

Wichtiges Segment für die heimischen Gärtnereien ist der Bereich Beet- & Balkonpflanzen, bei denen es im vergangenen Jahr viel Bewegung gab. Es wurde ein regelrechter Blumen- und Pflanzenhunger deutlich. Oftmals wurden die Pflanzen danach gekauft, wie sie gerade verfügbar waren, so dass die Ausgaben für viele kleinere Kulturen stiegen, viele der Bestseller dagegen etwas an Anteilen verloren. Das gilt beispielsweise für die Sommerheide, die aber noch immer die Top 10 der Beet & Balkonpflanzen anführt. Auf Platz zwei der Top 10 konnten sich Geranien halten, ihr Anteil am Gesamtmarkt geht aber zurück. Stiefmütterchen und Frühlingsprimeln verloren deutlich, die Gänseblümchen verschwanden ganz aus den Top 10. Sommerpflanzen, wie Petunien, gewannen dagegen an Beliebtheit. Der Absatz von Chrysanthemen stabilisierte sich. Beetbegonien, aber auch Lavendel steigerten ihre Ausgabenanteile leicht. Durchschnittlich gaben die Deutschen mehr als 23 Euro für Beet- & Balkon-pflanzen aus.

Veränderungen gibt es auch bei den Zimmerpflanzen. Homeoffice und Freizeitbeschränkungen zeigten auch hier ihre Wirkung. Die Pro-Kopf-Ausgaben lagen bei fast 19 Euro. Die Orchideen blieben mit 34 Prozent Marktanteil die wichtigste Kultur. Die Topfrosen verdrängten die Weihnachtsterne vom langjährigen zweiten Platz. Aber auch bei den Grünen Zimmerpflanzen geht der Daumen ein-deutig nach oben. Der Indoor-Trend mit dem Dschungel im Wohnzimmer hält an.

Immer beliebter werden Kulturen, die sowohl in der Wohnung als auch auf dem Balkon oder der Terrasse ein gutes Bild abgeben. So stiegen das flammende Käthchen (Kalanchoe) und die Zimmerhortensie in der Rangliste auf, ebenso die Topf-Chrysantheme. Auch die Anthurie, welche gut zu den Arrangements der grünen Zimmerpflanzen passt, verbesserte sich zum Vorjahr.

Für Schnittblumen gab jeder Einwohner in Deutschland 2020 im Schnitt fast 38,70 Euro für Schnittblumen aus. Die mit weitem Abstand meistgekaufte Schnittblume ist weiterhin die Rose, gefolgt von Tulpen und Chrysanthemen. Stehen nicht genügend Rosen zur Verfügung, werden gerne Pfingstrosen als Ersatz genommen. Pfingstrosen, die in der Regel beim regionalen Gärtner erzeugt werden, erfreuen sich seit einigen Jahren an einem stetig wachsenden Marktanteil. Viele interessante Sorten, mit herrlichem Duft und guter Haltbarkeit sind als Saisonartikel nicht mehr vom Markt wegzudenken.

Die Saison bleibt weiter herausfordernd. Die deutschen Gärtner stellen sich schnell und gerne auf die Wünsche ihrer Kunden ein. Mit dem Ohr am Kunden versuchen Sie Wohn- und Lebenstrends aufzunehmen, um Ihren Kunden genau das gewünschte Sortiment anbieten zu können. Vielfalt in Arten, Sorten, Farben und Formen, bedeutet gelebte Biodiversität vom deutschen Gärtner.

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Journalist

Jürgen Mertz

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