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Den Mittelstand stärken – Mario Ohoven

Die neue Bundesregierung muss eine Investitions- und Innovationsoffensive starten.


Mario Ohoven ist Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft und Präsident des europäischen Mittelstandsdachverbandes European Entrepreneurs (CEA-PME) in Brüssel.

Deutschland steht dank seines unternehmerischen Mittelstands im internationalen Vergleich gut da: mit einem Beschäftigungsrekord von fast 45 Millionen Erwerbstätigen, mit Rekordexporten von knapp 1,3 Billionen Euro und Rekordsteuereinnahmen von über 730 Milliarden Euro.

Die Chancen sind gut, dass dies 2018 so bleibt – sofern die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Laut Unternehmerumfrage des BVMW zum Jahreswechsel wollen 45 Prozent der Mittelständler im laufenden Jahr mindestens genauso viel investieren wie 2017, gut 40 Prozent planen sogar höhere Investitionen.

Der Mittelstand ist insgesamt optimistisch in das neue Jahr gestartet. So schätzen 95 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe ihre Geschäftslage als befriedigend oder besser ein, vier von zehn Mittelständlern erwarten für 2018 noch höhere Umsätze.

Es ist Aufgabe der Politik, den Mittelstand nach Kräften zu unterstützen. Als vorrangige Agenda einer neuen Bundesregierung nannten die Unternehmer den Abbau bürokratischer Hemmnisse, eine Bildungsoffensive und den beschleunigten Ausbau des Breitbandnetzes. 

Deutschland braucht mehr Investitionen in seine Zukunft. Allein die Kommunen schieben einen Investitionsstau von 150 Milliarden Euro vor sich her. Stattdessen wurde der Sozialbereich in den vergangenen Jahren weiter aufgebläht. Heute wird die Hälfte des Bundeshaushalts für Sozialaufgaben verwendet. Gleichzeitig müssen unsere Betriebe und Bürger mit gut 49 Prozent die zweithöchste Steuer- und Abgabenquote der Welt schultern. 

Hier steht eine neue Bundesregierung in der Pflicht. Sie muss eine Investitions- und Innovationsoffensive starten. Dazu gehören eine steuerliche Forschungsförderung für Klein- und Mittelbetriebe, wie in 28 von 35 OECD-Ländern, und ein Wagniskapitalgesetz. Das fordern 94 Prozent der Unternehmer.

Ich bin überzeugt, der Mittelstand wird auch 2018 verlässlich seine Rolle als Wachstums- und Jobmotor in unserem Land erfüllen. Er erwartet von einer neuen Bundesregierung, dass sie die Weichen dafür stellt.

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Journalist

Mario Ohoven

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