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Die Bedeutung von Nachhaltigkeit

Drei Experten teilen mit, was Nachhaltigkeit für sie bedeutet.

Philipp Hengstenberg, Präsident des Lebensmittelverbands Deutschland, Foto: Sandra Ritschel

Grundsätzlich bedeutet Nachhaltigkeit bei Verpackungen für mich: So viel Verpackung wie nötig, so wenig Verpackung wie möglich. Denn die Lebensmittelverpackung ist grundsätzlich unverzichtbar aufgrund ihrer verschiedenen Funktionen: Sie schützt Lebens-mittel vor Verunreinigungen und Einflüssen durch Licht, Luft oder Wärme; sie macht Lebensmittel transport- und lagerfähig. Bei zu wenig Verpackung würden viele Lebensmittel schneller verderben, das bedeutet Lebensmittelverschwendung und ist auch nicht nachhaltig – ein klassischer Zielkonflikt eben. Zudem ist die Verpackung Informationsträger, von der Zutatenliste mit Allergenkennzeichnung, über die Nährwerttabelle bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Nebenbei bemerkt: Auch wichtiger Botschafter für den Kunden und seine Kaufentscheidung. Nachhaltigkeit der Verpackungen selbst bezieht sich auf das verwendete Material, das umweltverträglich hergestellt und gut wiederverwertbar sein sollte, das heißt in Stoffkreisläufe rückführbar. Das erfordert allerdings die Mitarbeit des Verbrauchers. Letztendlich sind es viele kleine Stellschrauben, die zu mehr Nachhaltigkeit bei Lebensmittelverpackungen führen.

Karsten Hunger, Geschäftsführer des Industrieverbands Papier- und Folienverpackung e.V., Foto: Presse

Für das Design nachhaltiger Verpackungen gilt der Grundsatz – so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Die Verpackung muss sowohl perfekt zu den Anforderungen des zu schützenden Produkts als auch zu den Ansprüchen der jeweiligen Verbraucher passen. Da diese nicht zwingend deckungsgleich sind, sind Zielkonflikte unvermeidbar und müssen beim Verpackungsdesign gelöst werden. Nachhaltige Verpackungen sorgen für längere Haltbarkeit, Hygienesicherheit und den Schutz gegen äußere Einflüsse. Bei Wurst und Käse wurde errechnet, dass die richtige Verpackung den Verderb der Ware um bis zu 75 % reduziert. Das gilt auch bei Obst und Gemüsesorten, die beim Transport viel Wasser verlieren. Gleichzeitig hilft es, wenn die Packungsgrößen an das Verbraucher-verhalten angepasst sind. Oft leben wir nur in 1- bis 2-Personenhaushalten, da helfen kleine Verpackungseinheiten. Und ganz elementar: Die Entsorgung der Verpackung nach der Nutzung muss möglichst im Sinne der Kreislaufwirtschaft erfolgen. Wichtig beim Design ist, dass das jeweils sinnvollste Material unter Berücksichtigung aller Faktoren (Herstellung, Nutzung, Recycling) eingesetzt wird. Eine nachhaltige Verpackung schützt dann Produkt als auch Umwelt.

Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller, Foto: Bettina Volke
Arzneimittel benötigen einen besonderen Materialschutz, damit ihre Sicherheit jederzeit gewährleistet ist. Wenn Arzneimittel in industriell kompostierbaren oder biologisch abbaubaren Materialien verpackt werden, weisen sie eine geringere Stabilität gegenüber Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff und Licht auf. Daher steht der schnelle Abbau unter natürlichen Bedingungen der Forderung nach Stabilität der Verpackung unter eben diesen Einflüssen entgegen – ein schwer lösbarer Konflikt. Gleiches gilt für kindersichere Verpackungen, die schwer zu öffnen sein müssen, um einen möglichst hohen Patientenschutz zu garantieren. Um den Fälschungsschutz von Arzneimitteln sicherzustellen, sollten Materialien für wiederaufbereitete Faltkartons so beschaffen sein, dass aufgedruckte, manipulationssichere Merkmale, beispielsweise QR-Codes oder Siegel, eindeutig auszulesen sind. Anhand von Stabilitätsstudien tasten sich die Arzneimittel-Hersteller an eine minimal nötige Barriere heran, um Packmaterial einzusparen und Arzneimittel nachhaltig, aber sicher zu verpacken.Da Monomaterialien wie Kunststoff-Polymere und Aluminium am einfachsten zu recyceln sind, sollten diese auch zunehmend zum Einsatz kommen.Langfristig sollte der Beipackzettel durch digitale Lösungen ersetzt werden, um einer offensichtlichen Papierverschwendung Einhalt zu bieten.

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Journalist

Alicia Steinbrück

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