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Jan Brandes und Marco Rodzynek, Veranstalter der NOAH-Conference UNTERNEHMERTUM

Erfolg für Gründer der NOAH-Conference

Der Kapitalmarkt trifft auf junge und frische Unternehmen mit spannenden Ideen. Das ist das Prinzip der „NOAH-Conference“. Am 6. und 7. Juni treffen sich in Berlin 4000 CEOs, Investoren und digitale Dienstleister.

Wir stärken das digitale Ökosystem in Europa.   

Die Idee zu dieser Konferenz der Superlative wurde aus einer Pleite geboren. Die beiden Gründer Marco Rodzynek und Jan Brandes wurden durch die Pleite von Lehman Brothers gezwungen, etwas ganz Neues auf die Beine zu stellen. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Jan Brandes: Die Idee zur Veranstaltung ist aus einem konkreten Bedarf heraus entstanden. Damals – das ist nun auch schon wieder neun Jahre her – gab es keine nennenswerte Veranstaltung oder Plattform, auf der sich Unternehmen vielen potenziellen Investoren gleichzeitig vorstellen konnten. Also wollten wir explizit Gründer mit Investoren zusammenbringen.

Marco Rodzynek: Wir haben dieses Jahr beispielsweise ungefähr 50 Unicorns auf der Bühne, mehr als dreimal so viel wie jede andere Konferenz. Bei uns sitzen Entscheider im Publikum, die auf anderen Veranstaltungen Vorträge halten.

Welche Bedeutung haben Startups für die deutsche Wirtschaft?

Jan: Gründer haben letztes Jahr so viel Kapital erhalten wie nie zuvor – insgesamt wohl 4,3 Milliarden Euro. Das heißt, die jungen Unternehmen sind in der Lage, zu investieren und Mitarbeiter einzustellen. Als Arbeitgeber wächst also ihre Bedeutung merklich. Zum anderen braucht die deutsche Wirtschaft Treiber für Innovation, die eine positive Entwicklung in die Zukunft garantieren.

Marco: Auch was Möglichkeiten der Digitalisierung angeht, liefern Startups wichtige Impulse und ebnen den Weg ins digitale Zeitalter. Jedes etablierte Unternehmen muss ein wenig zum Startup werden, um in der heutigen Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Aus diesem Grund werden wir auch von den größten und etabliertesten Unternehmen besucht.

„Die Höhle der Löwen“ und „Startup“ bei SAT.1 sehen das als Entertainment – hilfreich für Gründer oder ein Gimmick?

Marco: Wenn man es als Einstieg betrachtet, ist es bestimmt hilfreich. Am besten lässt sich bekanntlich von den Fehlern der anderen lernen. Das allein reicht allerdings nicht aus. Um wirklich etwas zu erreichen, muss man näher an die Wissensquellen heran und tiefer in die Materie eindringen. Es lohnt sich der Austausch mit Gleichgesinnten und Experten, die Erfahrung damit haben, wie man am besten Kapital bekommt. Plattformen wie unsere Konferenz liefern hier das Know-how.

Werden junge Gründer in Deutschland wirklich gut vom Staat gefördert und unterstützt?

Marco: Es ist schwer zu definieren, was der Staat für Gründer wirklich tut. Es gibt zwar ein paar öffentliche Förderprogramme, die ich sehr schätze, aber es ist sehr bürokratisch und ein Full-Time-Job, diese Gelder am Ende auch zu erhalten. Die Prozesse werden dadurch erschwert, dass unser öffentliches Leben noch nicht digital ist. Zum Beispiel wählen wir immer noch wie im Jahr 1950. In vielen Ländern gehen auch die Staatschefs zu den großen Konferenzen. In Deutschland ist das leider noch nicht der Fall.

Wie machen es die anderen Länder?

Jan: Israel hat beispielsweise seit vielen Jahren ein Programm, das Gründern aus Staatskassen Darlehen anbietet. Der Prozess ist unkompliziert, unbürokratisch und großzügig. Sofern der Gründer mit seiner Idee keinen Erfolg hat, muss das Darlehen nicht zurückgezahlt werden. Heute ist Israel das mit Abstand innovativste Land im digitalen Markt. Ungefähr 30 % der Bevölkerung arbeiten in einem Startup oder einem etablierten Online-Konzern. Es überrascht mich schon, dass wir in Deutschland keine öffentliche Debatte darüber haben. In den letzten zehn Jahren hat sich hier wenig bis gar nichts getan.

Fakten

Auf der NOAH in Berlin treffen Startups auf alteingesessene Industriekonzerne und führende Internet-Investoren. Über 200 CEOs präsentieren ihre Unternehmen. Sie alle tauschen sich aus und profitieren voneinander.

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Journalist

Jörg Wernien

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