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n der Regel übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für endoskopische Operationen. WELLBEING

Minimaler Eingriff, maximaler Erfolg

Endoskopische Eingriffe bei Rü-ckenleiden nehmen hierzulande zu – punkten sie doch mit vielen Vorteilen.

Ein Vorteil der minimal-invasiven Methode liegt in der kürzeren Rehabilitationsdauer.

Rückenschmerzen sind hier zulande zur Volkskrankheit geworden. Kann eine Ursache ausgemacht werden, wird heutzutage schnell zum Skalpell gegriffen. Schon 2017 errechnete die Bertelsmannstiftung, dass die Zahl der operativen Eingriffe an der Wirbelsäule in zehn Jahren um 71 Prozent gestiegen war. 

Invasive Operationstechniken wie die offene, mikrochirurgische OP sind bei Rückenleiden nach wie vor der Standard und Routine für den:die Chirurg:in. Eine moderne und immer beliebtere Alternative dazu ist die endoskopische Wirbelsäulenchirurgie. Statt einem großen Hautschnitt, wie bei der klassischen offenen Operation, genügt zur Einführung der besonders kleinen endoskopischen OP-Instrumente in den Körper ein kleiner Schnitt von nur wenigen Millimetern. Aus diesem Grund werden endoskopische Eingriffe auch „Schlüsselloch-OPs“ genannt. Das Endoskop ist eine schlauchartige Sonde von geringem Durchmesser, welche mit einer Lichtquelle, Linsen und einer Kamera versehen ist. Mit diesem minimal-invasiven Eingriff können mittlerweile Bandscheibenvorfälle der Lendenwirbelsäule, Spinalkanalstenosen und Spondylarthrosen schonend operiert werden. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für endoskopische Operationen. 

So werden beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall unter örtlicher Betäubung eine oder mehrere endoskopische Sonden über kleine Schnitte im unteren Rücken bis zum Bereich des Bandscheibenvorfalls platziert. Durch das Endoskop werden dann spezielle Miniatur-Instrumente eingeführt, mit denen das überschüssige Bandscheibengewebe entfernt wird. Die röntgen- und monitorüberwachte Operation dauert in der Regel zwischen 30 und 45 Minuten und ist auch ambulant möglich.

Zwar dauert es relativ lange, bis ein ein:e Operateur:in die Technik beherrscht – für die Patient:innen birgt die endoskopische Operation jedoch nur Vorteile. So bewirken die kleinen Schnitte weniger Schmerzen, eine schnellere und komplikationslosere Wundheilung sowie kleinere Narben. Zudem benötigen die Patient:innen keine Vollnarkose. Für die lokale Betäubung reichen oftmals sogar Beruhigungs- oder Schlafmittel aus. Viele endoskopische Ein-griffe sind daher auch ambulant möglich. Gänzlich ohne Risiko ist die Schlüssel-loch-OP jedoch nie. So kann es auch bei ihr zu Blutungen, Entzündungen oder Nervenverletzungen kommen – jedoch mit geringerer Wahrscheinlichkeit als bei offenen OPs.

Ein weiterer Vorteil der minimal-invasiven Methode liegt in der kürzeren Rehabilitationsdauer. Nach endoskopischen Eingriffen genesen die Patient:innen in der Regel schneller. Meist kann das Rehabilitationsprogramm mit Physiotherapie schon eine Woche nach dem Eingriff starten. Oft können dann auch schon Bürotätigkeiten wieder aufgenommen werden. Leichte Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind bereits nach zwei Wochen möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit oder dem gewohntem Sporttraining sollte vier bis sechs Wochen gewartet werden. Es empfiehlt sich ein sanfter Einstieg mit langsamer Steigerung.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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