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Gut gepackt ist halb verhandelt

Asiaten wissen, wie es geht: Sie tragen beim Check-in grundsätzlich Slipper und ersparen sich langwieriges Auf- und Zuschnüren der Schuhe.

Wer viel zu geschäftlichen Terminen fliegt, wird es ihnen über kurz oder lang gleichtun, auch wenn Slipper vielleicht nicht zu den bevorzugten Schuharten vieler deutscher Männer gehören. Für Frauen ist die Auswahl an geeigneten Schuhen zum raschen Hinein- und Herausschlüpfen um einiges größer, auch hier lässt sich viel Zeit sparen, indem auf Reißverschluss, Riemchen, Schnallen und Schnürsenkel verzichtet wird.

Business Class zu fliegen ist toll, wird aber immer seltener bezahlt. In der EcoClass findet man die meiste Beinfreiheit in der allerersten Reihe und vor den Notausgängen. Wer als einer der Ersten einsteigt, hat zudem gute Chancen, ein Kissen zu ergattern. Das kann man am besten zum Schlafen nutzen, wenn man auf einem Fensterplatz sitzt. 

Die Geschäftsreise dauert nur einen oder zwei Tage? Dann kann man vielleicht nur mit Trolley in Handgepäck-Größe plus Tasche reisen. Das spart Zeit beim Abflug und vor allem bei der Ankunft – und erspart die Panik, am Zielort ohne Wechselkleidung und Zahnbürste anzukommen. Koffer verschwinden häufiger als gemeinhin angenommen, auch wenn sie meist nach zwei Tagen wieder auftauchen. Zwölf Stunden lang getragene Kleidung ist keine gute Ausgangslage für erfolgreiche Verhandlungen.

Alle Kleidungsstücke, Ladekabel, Akkus, Unterlagen und Papiere sollten einen Tag vor Abflug vollständig vorhanden sein. Da oft abends zusammen gegessen wird, reicht ein Oberteil pro Tag nicht aus, besser rechnet man zwei Hemden oder Blusen und packt dazu gleich die passende Wäsche und die passenden Socken und Strümpfe ein. Unter eine weiße Bluse muss (!) ein hautfarbener Büstenhalter, unter ein weißes Hemd kommt kein weißes T-Shirt oder Unterhemd, sondern nichts. Kurzärmlige Hemden haben auf Geschäftsreisen nichts verloren, egal wie heiß es im jeweiligen Land ist, kurze Hosen noch weniger. Um morgens nicht lange überlegen zu müssen, beschränkt man sich bei der Auswahl der Farben auf drei klassische Kombinationsmöglichkeiten wie Weiß-Beige-Blau. Frauen haben es leichter, die Drei-Farben-Regel hat sich aber auch hier bewährt. Ob Hosen, Kleider, Pullis oder Hemden – wer seine Kleidung sorgfältig rollt, spart Platz und verhindert Knitterfalten.

Ach wenn sie sich unangenehm tragen: Auf Langstreckenflügen sind Stützstrümpfe unverzichtbar, ganz besonders für Raucher, Übergewichtige und Frauen, die die Antibabypille nehmen. Beine und Füße sollte jeder regelmäßig bewegen, um das Thromboserisiko zu senken.

Stabile und leichte Hartschalenkoffer sind zwar teuer, rechnen sich aber, denn Koffer aus textilem Material halten oftmals nur ein Jahr. Wird ein „Fragile“-Aufkleber angebracht, liegt er ganz oben auf dem Koffertransporter und landet als erster auf dem Band. Wichtig ist eine feste, große Handtasche, in die Laptop, ausgedruckte Unterlagen, Smartphone, Visitenkarten, Kleingeld in Landeswährung und – für alle, denen Handgepäck nicht ausreicht – frische Wechselkleidung für den nächsten Tag sowie die wichtigsten Hygieneartikel passen. Und nicht vergessen: In viele Länder darf kein Essen eingeführt werden. Wer auf dem Weg in die USA einen Apfel in seiner Tasche vergisst, darf nicht ins Land. 

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Journalist

Katja Deutsch

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