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Energiewende und Lebensgrundlagen durch Ausbau der Erneuerbaren Energien stärken

Die Energiewende stockt – das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive besorgniserregend, denn der einstige Energiewendevorreiter Deutschland hat seine durch Innovation und Investition aufgebaute Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien fahrlässig durch falsche Politik geschmälert. 

Wie kürzlich der Bericht des Weltklimarats zeigte, sind massive Anstrengungen erforderlich, um die Erderwärmung abzumildern und die Welt auch für zukünftige Generationen als einen lebenswerten Ort zu hinterlassen.

Dr. Simone Peter, Präsidentin Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE); Foto: Presse

Rund 100.000 Arbeitsplätze gingen so in den letzten zehn Jahren wieder verloren – in Industrie, Handwerk und Dienstleistung. Auch Planungssicherheit für energiewirtschaftliche Akteure ging so verloren, denn die energie- und industriepolitische Richtung blieb über Jahre unklar – mit der Folge gigantischer volkswirtschaftlicher Verluste. Hier sind Weichenstellungen überfällig, die das Bekenntnis zur Energiewende mit konkreten Maßnahmen unter-mauern und Investitionssicherheit schaffen. Besorgnis- erregend ist die stolpernde Energiewende aber auch aus Umwelt- und Klimasicht. Naturkatastrophen wie Waldbrände und Überschwemmungen zeigen, dass unsere Umwelt und Gesundheit wachsend gefährdet sind, wenn wir nicht schnell handeln, fossile durch erneuerbare Energieträger ersetzen und so den CO2-Ausstoß vermindern. Wie kürzlich der Bericht des Weltklimarats zeigte, sind massive Anstrengungen erforderlich, um die Erderwärmung abzumildern und die Welt auch für zukünftige Generationen als einen lebenswerten Ort zu hinterlassen. Obwohl die Erneuerbaren Energien der Schlüssel für die nötige Dekarbonisierung sind und bereits in voller Technologiebreite kostengünstig und umweltfreundlich für alle Sektoren – Strom, Wärme, Verkehr und Industrie – zur Verfügung stehen, lässt die dringend notwendige Transformation des Energiesystems auf sich warten. In Verbindung mit den aktuell angestrebten Klimazielen droht in den nächsten Jahren sogar eine riesige Ökostromlücke, denn der Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft wird nicht ausreichend durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien kompensiert.

Um Versorgungssicherheit, Erreichen der Klima-ziele und regionale Wertschöpfung nachhaltig zu sichern, muss deshalb bereits im 100-Tage-Programm einer neuen Bundesregierung der Pfad für die Entfesselung der Erneuerbaren, allen voran Windenergie und Photovoltaik, gelegt und die Energieträger Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft zumindest in ihrem Pfad stabilisiert werden. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat zwar zur kurzfristigen Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes geführt, eine überzeugende Untermauerung mit konkreten klimapolitischen Maßnahmen blieb aber aus. Dabei muss die Nutzung Erneuerbarer Energien über alle Sektoren bis 2030 mehr als verdoppelt werden. Die Sektorenkopplung ist dabei von zentraler Bedeutung, weshalb auch eine Erhöhung des Stromverbrauchs anzunehmen ist. Neben ambitionierteren Ausbaupfaden für Erneuerbare fehlen hierfür auch Flächen und Genehmigungen sowie neue Rahmenbedingungen für den Energiemarkt der Zukunft, der zunehmend von Erneuerbaren Energien bestimmt wird. Das Wissen um die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Energiewende ist vorhanden. Jetzt geht es darum, die Transformation des Energiesystems voranzubringen und mit Klima- und Umweltschutz den Industriestandort zukunftsfähig auszurichten. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

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Journalist

Dr. Simone Peter

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