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Zuhause bestens versorgt

In häuslicher Pflege werden Pflegebedürftige zu Hause mit allem Nötigen versorgt – von den Angehörigen allein oder mithilfe eines Pflegedienstes.

Angehörigen-Pflege ist mit großem Einsatz und persönlicher Fürsorge verbunden.

Die meisten Menschen möchten ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen. Mit steigendem Alter benötigen viele dabei irgendwann Unterstützung – wenn der Alltag nicht mehr reibungslos klappt aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen, altersbedingter oder chronischer Krankheiten. Mit häuslicher Pflege, auch ambulanter Pflege genannt, erhalten pflegebedürftige Menschen pflegerische, medizinische und hauswirtschaftliche Versorgung im häuslichen Umfeld. Diese Pflege kann sowohl durch einen ambulanten Pflegedienst als auch durch Angehörige erbracht werden. In der Praxis herrscht meistens eine Kombination dieser beiden Modelle vor. So haben professionelle Pflegende laut dem Bundesministerium für Gesundheit die Aufgabe, pflegende Angehörige zu unterstützen und Entlastungsmöglichkeiten aufzuzeigen und anzubieten. Die Familie ist dann auch auf informeller Basis der größte Pflegedienst im Staat. In den meisten Fällen übernehmen die Kinder die häusliche Pflege, aber auch Ehepartner unterstützen nicht selten einen pflegebedürftigen Partner. Pflegende Angehörige sind übrigens über die Pflegekasse renten-, unfall- und arbeitslosenversichert.

Finanzielle Unterstützung bekommen Pflegebedürftige vom Staat durch Sozialhilfe oder Leistungen der Pflegeversicherung. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II (PSG) will der Gesetzgeber seit Januar 2017 die häusliche Pflege stärken und dieser einen Vorrang gegenüber der Betreuung im Pflegeheim einräumen. Die Leistungen hängen von dem Pflegegrad ab, in den der Pflegebedürftige eingestuft wird. Zu den Pflegeleistungen gehören beispielsweise das Pflegegeld, Pflegesachleistungen (Bezahlung des Pflegedienstes), Pflegehilfsmittel und weitere Hilfsmittel. Unabhängig vom Pflegegrad hat jeder Pflegebedürftige einen Anspruch auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, beispielsweise für den Bad-Umbau oder den Einbau eines Treppenlifts.

Bei Bedarf (und abhängig vom Pflegegrad) kommen ambulante Pflegedienste mehrmals in der Woche oder mehrmals täglich ins Haus und entlasten die Angehörigen. So kann ein ambulanter Pflegedienst beispielsweise die Grundversorgung übernehmen oder nur zeitweise für eine Verhinderungspflege einspringen. Bei der Tagespflege und Nachtpflege übernehmen Pflegedienste ersatzweise die komplette Versorgung des Pflegebedürftigen für diese Zeit. Dennoch wird es immer Zeiten geben, in denen Pflegebedürftige allein zu Hause sind. Für diese Fälle empfiehlt sich die Installation eines Hausnotrufs. Dieser ist ein anerkanntes Hilfsmittel und wird für Pflegebedürftige in der Regel von den Kassen mitfinanziert.

Als Alternative zu Pflegeheimen gibt es mehrere gute Wohnkonzepte für ältere, auch pflegebedürftige, Menschen. In kommunalen Projekten wie Mehrgenerationenhäusern leben Jung und Alt gemeinsam zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Auch ambulant betreute Senioren-WGs können eine Alternative zu Pflegeheimen sein, wenn man im Alter nicht allein leben möchte, aber keine Angehörigen hat, welche die Pflege übernehmen. Diese WGs werden von Privatinitiativen oder auch von Pflegediensten oder anderen Trägern ins Leben gerufen.

Fakten

Pflegegrad beantragen:

Die Pflegebedürftigkeit wird in der Regel über ein Pflegegutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) ermittelt. Hierzu muss ein Antrag gestellt werden. Mit der Feststellung wird gleichzeitig ein Pflegegrad zwischen 1 und 5 erteilt. Gegen den Bescheid kann Widerspruch eingelegt werden.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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