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Unter dem Nordlicht

Eiskaltes Abenteuer mit Komfort: Immer mehr Reisende – und Anbieter – entdecken die Faszination des Nordens. 

Grüne Schleier, die über den Himmel tanzen, flackernde Streifen in Rot- oder Blautönen, mal ein zarter Hauch, mal ein intensives Lichtspektakel – und das alles in völliger Stille: Polarlichter sind ein zauberhaftes Schauspiel in klaren Nächten, es zu erleben ist der Traum vieler Menschen. Das faszinierende Naturspektakel zieht zunehmend Touristen an, und entsprechend vielfältig sind die Angebote, die diese magische Erfahrung möglich machen. In Europa gelten die nördlichen Regionen Skandinaviens und Island als Top-Reiseziele für die „Nordlicht-Jäger“.

Ob mit dem Flugzeug in den finnischen Norden oder nach Reykjavik, per Bahn von Stockholm nach Schwedisch-Lappland oder mit dem Kreuzfahrtschiff entlang der norwegischen Küste: Die Wege zu den besten Nordlicht-Spots sind vielfältig. Nicht selten sind es Menschen jenseits der 50, die sich den Traum vom Himmelsphänomen erfüllen. Und auch wenn die Reise in die Polarregionen noch immer vom Hauch des Abenteuers umweht ist, so ist sie doch zunehmend komfortabel und damit für eine größere Zielgruppe zugänglich geworden. Von der exklusiv ausgestatteten Jurte in der einsamen Weite der norwegischen Fjordlandschaft über rustikal-gemütliche Ferienressorts mit Weckservice bei Nordlichtalarm bis hin zum eleganten Stadthotel sind vielfältige Unterkünfte buchbar. Oder man wählt gleich die abwechslungsreiche Tour auf dem Kreuzfahrtschiff, lässt die beeindruckende Landschaft entspannt vorüberziehen und genießt das Himmelsphänomen über dem dunklen Wasser.

Wer sich an Land fernab der Lichter der Städte auf eigene Faust auf die Suche nach dem richtigen Ort für das Polarlichterlebnis machen möchte, kann diverse Apps zu Rate ziehen, die die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung einschätzen helfen. In vielen Orten finden sich jedoch auch Anbieter, die langjährige Erfahrung haben und ihre meist kleinen Reisegruppen sicher und bequem an die jeweils besten Spots der Nacht bringen – landestypisches Abendessen am Lagerfeuer inklusive.

Besonders spektakulär ist die Schlittenhunde-Tour unter dem flirrenden Licht – ein Abenteuer, das auch bei Tageslicht fasziniert. Walbeobachtungen, der Besuch einer Rentierfarm oder folkloristische Veranstaltungen, die einen Einblick in die Traditionen der Völker in Europas Norden geben, sorgen ebenso dafür, dass im Norden nicht nur die Nächte leuchten. 

Das ganz große Abenteuer suchen und finden zahlungskräftige Reisende an einem Sehnsuchtsziel, das lange Zeit Forschern und Entdeckern vorbehalten war: Mit dem Eisbrecher oder dem Hubschrauber gelangen sie an den geografischen Nordpol, erleben das Ewige Eis und den magischen Moment, in dem beim Erreichen von 90 Grad Nord der Blick rundherum nach Süden geht. Der Weg zurück an die russische Küste führt dann beispielsweise an den Inseln des Franz-Josef-Landes vorbei: Auf den Spuren jahrhundertealter Expeditionsgeschichte sind Begegnungen mit Eisbären oder Walrossen in dieser Region nicht selten. 

Höchst komfortabel erkunden Passagiere an Bord eines erstklassig ausgestatteten Expeditionsschiffes auch die Nord-West-Passage, kommen Eisbergen nah und erleben eine faszinierende Natur: Die Beringstraße, die Beaufortsee und nicht zuletzt Grönland – was schon nach Abenteuer klingt, hier oben im Norden des Erdballs ist es auch eines. 

Fakten

Polarlichter

Das Himmelsphänomen entsteht, wenn elektrisch aufgeladene Teilchen des Sonnenwinds auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Atmosphäre treffen. Das Ergebnis: ein magischer Anblick, der in der dunklen Jahreszeit in den Regionen um die Pole sichtbar wird und auf der Nordhalbkugel Aurora borealis – Nordlicht – heißt.

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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