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Stefan Höller, Dipl.-Ing. (FH), beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Wasserstoff. UNTERNEHMERTUM

Power-to-Gas – Energiespeicherung für die Zukunft

Fachleute warnen schon jetzt davor, bei der Energie- und Verkehrswende bei Antrieben ausschließlich auf elektrische Energie zu setzen. Denn auch Wasserstoff ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft und zumal deshalb interessant, da bei seinem Einsatz keine schädlichen Emissionen verursacht werden.

Besonders interessant ist die Nutzung  grünen Wasser-stoffs als Antriebsenergie.

Schon jetzt sind die asiatischen Autohersteller mit ihren Brennstoffzellenfahrzeugen führend. „Zudem können Wind- und Sonnenenergie über das Power-to-Gas Verfahren in Wasserstoff umgewandelt werden“, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Stefan Höller, der sich seit Jahren mit dem Thema Wasserstoff beschäftigt.

„Die erzeugten erneuerbaren Gase können direkt genutzt oder in die bestehende Erdgasinfrastruktur eingespeist werden und sind dort speicherbar. In Zeiten, in denen regenerativer Strom im Überfluss vorhanden ist und nicht von den Stromnetzen aufgenommen werden kann, ist es sinnvoll, grünen Wasserstoff zu erzeugen, um diesen in das Erdgasnetz einzuspeisen und somit fossiles Erdgas zu substituieren. 

Bei großen saisonalen Schwankungen in der Strombereitstellung oder für lange Überbrückungszeiten kann der Wasserstoff auch in Kavernen zwischengelagert werden“, so der Unternehmer, der derzeit ein System entwickelt, um Wasserstoff mit sehr hohem Wirkungsgrad besonders preiswert zu erzeugen. 

Weiter ergänzt Höller: „Besonders interessant ist die Nutzung grünen Wasserstoffs als Antriebsenergie für den Verkehrssektor, da wir hier das Fahrerlebnis des Elektroantriebs mit dem Komfort der hohen Reichweite und kurzen Betankungszeit kombinieren können – und das zu attraktiven Preisen.”

Darüber hinaus ist es auch möglich, Wasserstoff weiter in Methan umzuwandeln, womit beispielsweise die rund 100.000 Erdgasfahrzeuge in Deutschland betankt werden könnten. Höller steht mit dieser Meinung nicht allein.

„Power-to-Gas-Anlagen sind bereits 2030 mit einer Leistung von 15 Gigawatt und etwa 3.000 Volllaststunden in Deutschland volkswirtschaftlich sinnvoll – unabhängig davon, ob die langfristige Zukunft technologieoffen bleibt oder hin zu einer immer stärkeren Elektrifizierung geht“, so Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga, dem größten kommunalen Verbund lokaler und regionaler Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland. Zudem werden synthetische Energieträger, die mittels erneuerbarem Strom und Power-to-Gas-Anlagen erzeugt werden, im Gasnetz zunehmen. Sie werden insbesondere die Anwendungsbereiche abdecken, die sich durch erneuerbaren Strom nicht oder nur zu hohen Kosten von Emissionen befreien lassen, wie zum Beispiel Industrieprozesse, Bestandsgebäude, Schwerlastverkehr und Backup-Gaskraftwerke. Mit Power-to-X-Lösungen kann erneuerbarer Strom saisonal gespeichert und flexibel in verschiedenen Sektoren eingesetzt werden. 

Zudem tritt auch Reichel, wie viele andere Experten der Branche für eine technikoffene Diskussion ein. Das gilt auch für die Speichermedien. Szenarien mit breitem Technologiemix verursachten volkswirtschaftlich deutlich geringere Mehrkosten als eine umfassende Elektrifizierung – und seien auch dann robuster, wenn die Akzeptanz für die Energiewende in der Bevölkerung sinken sollte.

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Journalist

Frank Tetzel

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