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Prof. Dr. Tilman Kälble (Foto), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. in der Amtsperiode 2016/2017, die mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. zusammen das Urologenportal betreibt. FAMILIE & VORSORGE

Prostatakrebs – schweres Wasserlassen warnt!

Während Frauen oft schon nach der Geburt ihrer Kinder immer häufiger „müssen“, fällt vielen Männern das Wasserlassen ab dem 50. Lebensjahr immer schwerer. Grund dafür ist eine hormonbedingte vergrößerte Prostata – doch: zusätzliche Schmerzen oder Erektionsprobleme etc. könnten ein Anzeichen für Krebs sein. Den Feind im Körper rechtzeitig erkennen ist klug und rettet eventuell Leben!

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein Geschlechtsorgan, das nur Männer haben und das im Becken unterhalb der Harnblase liegt. Unterhalb der Prostata verläuft der willkürliche Schließmuskel der Harnblase. Ist die Prostata aufgrund des Alters oder wegen eines Tumors vergrößert, drückt diese auf den Harnblasenschließmuskel – so gesehen ein „technisches“ Problem, das Männer auch als solches verstehen können und ernst nehmen sollten. Denn was „defekt“ ist, muss repariert werden. Geht das?

Der Prostatakrebs ist der am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumor des Mannes.

Circa 58 000 Männer erkranken jährlich in Deutschland (laut RKI, krebsdaten.de im Jahr 2014), davon sterben jährlich etwa 13 000 – das sind ca. 20 %. Das mittlere Erkrankungsalter für Prostatakrebs in Deutschland liegt bei 69 Jahren (Quelle: www.urologenportal.de). Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen („Vorsorge“) sind wichtig, da in einem frühen Stadium die Heilungschancen deutlich größer sind, denn: nur organbegrenzte Tumore sind heilbar.

Der „Feind“ zeigt sich erst spät – ihn vorher auszuspähen hilft.

Laut dem Krebsinformationsdienst sind Auslöser oder Ursachen nicht bekannt, vorbeugen geht also nicht. Klar ist nur, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron damit zu tun und das Risiko mit dem Alter steigt. Problem bei der Erkennung: Erst im fortgeschrittenen Stadium eines Prostata-Karzinoms (das bösartige Geschwulst, sprich Tumor = Krebs) zeigen sich Symptome – oft zu spät. Im frühen Stadium sind selten fühl- und sichtbare Symptome wie schweres Wasserlassen, Schmerzen, Erektionsschwierigkeiten etc. vorhanden. Deshalb: Bei beschwerdefreien Patienten können ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen Hinweise geben.

Besteht der Verdacht auf eine gut- oder bösartige Vergrößerung der Prostata, werden folgende Diagnoseverfahren angewendet: Tastuntersuchung, Urinuntersuchung, Ultraschall, Blutuntersuchung, sprich ein PSA-Test, Uroflowmetrie (Harnstrahlmessung) etc.

„Der sogenannte Baseline-PSA im Alter von 40 oder 45 Jahren gibt eine gute Information über das individuelle Risiko, irgendwann später an einem Prostatakarzinom zu erkranken. Je nach Höhe dieses Wertes, insbesondere wenn bei jüngeren Männern in der Familie ein Prostatakarzinom bereits vorkam, kann angemessen reagiert werden“, sagt Prof. Dr. Tilman Kälble (Foto), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. in der Amtsperiode 2016/2017, die mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. zusammen das Urologenportal betreibt.

Ist der Grund für die Prostatavergrößerung tatsächlich ein Tumor, muss zu Maßnahmen gegriffen werden, die schon im zweiten Stadium den ganzen Körper betreffen.

Im Anfangsstadium (lokal begrenzt auf die Prostata) wird ein Prostata-Karzinom möglicherweise nur überwacht, eine anti-hormonelle Behandlung durchgeführt oder lokal bestrahlt oder operiert werden. Im fortgeschrittenen Stadium (d. h. die bindegewebige Kapsel der Prostata ist durchbrochen) helfen lokale Maßnahmen nicht mehr, sondern auf den ganzen Körper wirkende Hormonbehandlungen (immer) sowie eine Operation oder Bestrahlungen sind notwendig. Wenn das dritte, das metastasierte Stadium erreicht ist und andere Organe mit betroffen sind oder gar die Lymphknoten – dann gehört der Patient möglicherweise zu den oben genannten 20 % …

Es hilft nur eins: Den „Feind“ durch Krebsvorsorgeuntersuchungen erkennen, bevor er zuschlagen kann. Unterstützung dazu gibt es beim Urologen, dem „Männerarzt“.

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Journalist

Susanne Braun-Speck

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