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Recruiting. Digital. Menschlich. Clever!

Vermeintlich innovative Branchen und Fachbereiche zeichnen sich durch neue Trends in kurzen Zyklen aus. Und so dreht sich auch das Buzzword-Karussell im Personalbereich immer schneller: Agilität, Big Data, Blended Learning, Candidate Centricity, Chatbots, Digitalisierung, Employee Branding, Künstliche Intelligenz (KI), New Work, Robot Recruiting, usw. – zu allem Überfluss werden die Schlagworte wie Software-Releases hochgezählt. Aktuell sind wir bei Recruiting 4.0 und hinken damit im internationalen Vergleich scheinbar hinterher – in den USA gibt es längst Recruiting 6.0 – was immer das sein mag. Hauptsache Experten und Berater haben ein neues Thema. Schon kurz nach der Einführung benutzen viele Menschen die Schlagworte ganz selbstverständlich – oft jedoch ohne zum Bedeutungskern vorgedrungen zu sein. Machen Sie den Praxistest: Wie unterscheiden sich Recruiting 1.0, 2.0, 3.0 und 4.0 im Detail?

 

Foto: Presse

Digitalisieren Sie Ihr Recruiting, sonst werden Sie im „War for Talents“ bald „disruptiert“, warnen Experten aktuell und raten zur Eile. Willkommen in der VUKA-Welt! – Sie wissen schon, das Akronym VUKA beschreibt die heutige Welt anhand der Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Es bleibt also nichts so, wie es ist, wird uns versprochen! Das ist nun weiß Gott keine neue Erkenntnis. „Nichts ist so beständig, wie der Wandel“, hat uns der griechische Philosoph Heraklit bereits vor rund 2.500 Jahren erklärt.

 Trotz dieser Erkenntnis haben die aktuellen HR-Buzzword-Themenfelder zusammengenommen etwas von einem Dschungel – undurchsichtig, bunt, wild, und gefährlich. Sie sollten wissen, wie Sie heil aus diesem Dickicht rauskommen. Sie brauchen eine Strategie, müssen Ihre Prozesse optimieren und Ihre Organisation umbauen. Zur Vorgehensweise, und worauf Sie achten müssen, gebe ich Ihnen einige Hinweise und Tipps.

 Bevor Sie sich im HR-Bereich mit einer Einführung neuer Verfahren, Technologien oder Software beschäftigen, sollten Sie sicherstellen, dass das „Mindset“ aller Prozessbeteiligten zur aktuellen Situation in der Arbeitswelt passt. Die Geisteshaltung und Denkweise „Recruiting und Personalmanagement nach Gutsherrnart“, also vom hohen Ross herunter, ist längst nicht mehr zeitgemäß.

 „Unsere Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt“, verkünden viele Stellenanzeigen und Karriere-Websites. Für Bewerber gelten andere Regeln. Bewerber fühlen sich, wie eh und je, meist als Bittsteller. Die gesuchten Talente beklagen sich über unverständliche Stellenausschreibungen, überzogene Anforderungsprofile, fehlende oder schlecht erreichbare Ansprechpartner, floskelhafte Kommunikation und lange Wartezeiten. Heben Sie Bewerber in den VIP-Status und stellen sie in den Mittelpunkt Ihrer Bemühungen. Etablieren Sie den „Candidate Centricity“-Ansatz und leben Sie ihn!

 Prüfen Sie vor der Einführung jede HR-Software, jede App, jedes Tool und jedes Verfahren mit dem richtigen Augenmaß und gesundem Menschenverstand. Dabei hilft ein Perspektivenwechsel. Was sagen Mitarbeiter, Recruiter, Fachbereiche und nicht zuletzt potenzielle Bewerber? Hält die Technik auf oder spart sie Zeit und Aufwand?

 Viel Erfolg beim cleveren und menschlichen digitalen Transfer Ihres Recruitings und Personalmanagements!

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Journalist

Axel Haitzer

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