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Gut zu Fuß in Afrika

Trekking-, Wander- und Erlebnisreisen in Afrika werden immer beliebter. Allerdings sollten sie gut vorbereitet sein.

Die weit voneinander entfernten Wasserstellen machen dem Wanderer, einmal mehr klar, wie kostbar Wasser auf dem afrikanischen Kontinent ist.

Die afrikanische Steppe als Reiseziel für Wanderer und Trekkingfans ist natürlich etwas anderes als ein Ausflug ins Harzer Mittelgebirge, obwohl man auch in Fichtenwäldern mit einigem (Un-)Glück einem aggressiven Wildschwein begegnen kann. Afrika, oder beschränken wir unser Gebiet einmal auf das gut erschlossene Namibia an der Südwestküste, ist nicht nur wegen der dort lebenden Wildtiere für Wanderungen und Trekkingreisen eine Herausforderung. Es handelt sich dort meist um gigantisch große und nur zum Teil für Touristen zugängliche Areale, in denen man Örtlichkeiten und Wetterverhältnisse gut kennen und sich für eine Gruppenreise sorgfältig vorbereiten muss. Wer aber einmal in einem Camp eines Nationalparks übernachtet hat, wird die Geräuschkulisse der Außenwelt in seinem Leben nicht vergessen. Das Grunzen von Büffeln und Elefanten, die sich in der Frühe an Wassertümpeln sammeln, weckt einen aus dem Schlaf. Vögel kreischen, Insekten surren und die aufgehende Sonne erleuchtet langsam die im Dunkel schimmernden Silhouetten der Tiere.

In Namibia lohnt sich auf jeden Fall eine Reise zum 22 275 Quadratkilometer großen Etosha-Nationalpark. Dort kann man Ausflüge auf die legendäre Kalksalzpfanne buchen, deren Gräser zahlreiche Antilopen und Zebras ernähren. Die endlos scheinende weiße Fläche schimmert im Sonnenlicht wie weite Schneeflächen. Dazwischen erheben sich die höchsten Sanddünen der Welt in abertausend changierenden Farben. Alles, was die Natur hier an Schönheit schafft, verändert sich jede Sekunde und bannt den Blick des Wanderers. Deshalb sollten Kameras und Smartphones immer gezückt sein, damit man den Moment auch festhalten kann.

Die weit voneinander entfernten Wasserstellen machen dem Wanderer, der bei organisierten Touren auch weitab der offiziellen Wege betreut und bewacht übernachten darf, einmal mehr klar, wie kostbar Wasser auf dem afrikanischen Kontinent ist. Artesische Quellen und Brunnen kann man ebenso bestaunen wie Grundwasserquellen oder die sogenannten Sickerquellen. Bei all der Wildheit, dem Staub und der Hitze macht man sich gar nicht bewusst, dass der Atlantik von der westlichen Grenze des Etosha-Parks nur 200 Kilometer entfernt ist. Viele Reiseveranstalter planen einen Ausflug zur rauen Atlantikküste von vornherein mit ein, denn hier gibt es die im südlichen Afrika sicher eindrucksvollsten Kolonien von Zwergohrenrobben zu bewundern.

Eine gute Planung für Rasten und Übernachtungsplätze ist in Afrika unverzichtbar und bei der Auswahl sollte man sich auf jeden Fall auf professionelle Führer verlassen. Diese kennen schließlich auch die vielen ortstypischen Spezialitäten kulinarischer Art (und die Orte, wo man sie am besten zu sich nehmen kann). Ein verlässlicher Reiseführer garantiert ohnehin erst die richtige Mischung eines Outdoorerlebnisses. Er weiß, welche Sehenswürdigkeiten am besten zu erreichen sind und sorgt für optimale Pausenorganisationen. Nach dem Etosha-Park sollte man auf keinen Fall die Felszeichnungen von Twyfelfontein und die Aussicht vom berühmten Waterberg-Plateau versäumen. All diese Eindrücke brennen sich in die Erinnerung mit gleicher Intensität ein wie die Sonne Südwestafrikas in die hoffentlich gut geschützten Hautzellen.

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Journalist

Helmut Peters

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