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Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes LEBENSMITTEL INDUSTRIE UND AGRAR WIRTSCHAFT

Bauern setzen auf Nachhaltigkeit und Tierwohl

Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital. Wir Bauern erzeugen hochwertige Lebensmittel, gleichzeitig schützen wir Umwelt und Klima – und fördern das Tierwohl. Moderne Zukunftstechniken unterstützen uns bei der Veränderung hin zu noch mehr Nachhaltigkeit. Viele Höfe sind bereits mit digitalem High-Tech ausgestattet. So arbeiten sie effizienter und nachhaltiger – und damit ressourcen- und klimaschonender.  

Wir Landwirte stehen Veränderungen grundsätzlich offen gegenüber.

Digital Farming“ und „Precision Farming“ sind die Schlagworte, die diese moderne Landwirtschaft beschreiben. Landwirte nutzen GPS-Daten, um mit teilweise selbstfahrenden Landmaschinen Düngemittel präziser auszubringen oder Pflanzen gezielter zu behandeln. Wetter-Apps, Drohnen und andere Datenmanagementsysteme helfen beispielsweise, Ernteverfahren zu optimieren und die Betriebe auch wirtschaftlich zu stärken. In den Ställen unterstützen moderne Sensortechniken oder Melkroboter, Tierwohl und Tiergesundheit noch weiter zu verbessern. Entscheidend ist aber, dass wir dafür schnellstmöglich flächendeckend ein gigabit-fähiges Netz und auch einen stabilen Mobilfunk auf dem Land erhalten.

Landwirtschaft ist unmittelbar vom Klimawandel betroffen und hat aufgrund ihrer Rolle bei der Ernährungssicherung einen besonderen Stellen-wert. Wir Bauern sind auch Emittenten und sind uns bewusst, dass wir damit auch Teil der Lösung sein müssen. Wir wissen, dass die deutsche Landwirtschaft zwar nur etwa sieben Prozent zu den Treibhausgasemissionen beiträgt, dennoch wollen wir uns deutlich verbessern. In einer eigenen Klimastrategie haben wir uns schon vor einigen Jahren selbst Emissionsreduktionsziele gesetzt – um 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990. Wir setzen dabei beispielsweise auf eine schonende Bodenbearbeitung und wassersparende Anbauverfahren, wie etwa Mulchsaat, auf vielfältige Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte. Im Bereich erneuerbarer Energien steuern die Landwirte einen erheblichen Anteil zur Energiewende und zum Klimaschutz bei. Rund zehn Prozent des Stromes werden inzwischen von der Agrarbranche produziert: Wind-, Solar- und Biogasanlagen sind ein wichtiger Baustein des Strommixes. Damit leisten die Bauern einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz. 

Wir Landwirte stehen Veränderungen grundsätzlich offen gegenüber. Seit Generationen justieren wir unsere Wirtschaftsweise immer wieder nach und richten die Lebensmittelerzeugung nach den Bedürfnissen der Bevölkerung aus. Allerdings dürfen – bei allem Wunsch der Verbraucher nach mehr Tierwohl und noch mehr Nachhaltigkeit – die Betriebe in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter geschwächt werden. Daher muss es auch eine Bereitschaft in der Gesellschaft geben, den Mehraufwand, den die Bauern haben, entsprechend zu bezahlen. 

Die deutsche Landwirtschaft ist bereit, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln. Die nächste, junge Generation an bestens ausgebildeten Landwirten, die gerade heranwächst, wird zeigen, dass sie ein Gespür für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft hat. Mit Innovationen und neuen Methoden wird es gelingen, erfolg-reich zu wirtschaften und gleichzeitig die gesellschaftlichen Anforderungen nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu erfüllen.

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Journalist

Joachim Rukwied

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