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Sicher auch durch den Sommer

Die Zahlen der Einbrüche sind in den Zeiten der Pandemie stark rückläufig. Doch die Experten raten auch weiter zur Wachsamkeit in den eigenen vier Wänden.

Weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden durch Tageswohnungseinbrecher begangen.

Harald Schmidt, Geschäftsführer der Zentralen Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder  und des Bundes; Foto: Presse

Gerade erst warnte Harald Schmidt in einem „Aktenzeichen XY“ Spezial vor Maschen der Corona-Betrüger. Wir haben mit ihm über nach wie aktuellen Einbruchschutz gesprochen.

Herr Schmidt, der nächste Sommer kommt und vermutlich wird es wieder warm werden, wie kann ich meine Fenster schützen und dennoch Luft ins Haus zu lassen zum Lüften?

Natürlich können Sie Luft herein-lassen, wenn Sie zu Hause sind. Doch denken Sie daran: Auch gekippte Fenster sind offene Fenster und eine Einladung für Einbrecher. Wenn Sie Haus oder Wohnung verlassen, auch nur für kurze Zeit, sollten Sie daher unbedingt die Fenster und die Terrassentür schließen. 

Welche Möglichkeiten bieten Alarm-anlagen, um auch geöffnete Fenster zu schützen?

Dies ist grundsätzlich mit einigem Aufwand technisch möglich, bedarf aber einer speziellen Projektierung und Installation durch einen von der Polizei empfohlenen Fachbetrieb. Hierbei sollten Sie unbedingt die Tipps unserer Checkliste zum Einbau einer Überfall- und Einbruchmeldeanlage unter www.k-einbruch.de/sicherheitstipps/alarmanlagen/#pa-nel-8787-3 beachten.

Wären Bewegungsmelder und WLAN-gesteuerte Kameras im Außenbereich eine zusätzliche Alternative?

Bewegungsmelder und Kameras sind allenfalls eine Ergänzung zum mechanischen Einbruchschutz, sie bieten alleine keinen ausreichenden Schutz. An erster Stelle steht die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste erst gar nicht hineinkommen. Ergänzende Sicherheit bietet zum Beispiel eine Einbruch- und Über-fall-Meldeanlage. Damit werden Einbruchsversuche automatisch gemeldet und man kann den Alarm bei Gefahr auch selbst auslösen. Einen optimalen Schutz erhalten Sie durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik, sicherheitsbewusstem Verhalten sowie einer aufmerksamen Nachbarschaft. 

Die Zahlen der Einbrüche sind durch vermehrtes Homeoffice gesunken, Wachsamkeit und Sicherheit sollten aber nicht vernachlässigt werden, oder?

Was Viele nicht wissen: Weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden durch Tageswohnungseinbrecher begangen. Oft reicht schon eine kurze Abwesenheit der Bewohner aus, zum Beispiel wenn diese beim Ein-kaufen sind. Es kann auch passieren, dass eingebrochen wird, obwohl Sie zu Hause sind. Der Einbruchschutz sollte daher nicht vernachlässigt werden. Alle Informationen zum effektiven Einbruchschutz finden Sie beispielsweise auf www.k-einbruch.de. 

Die polizeiliche Erfahrung zeigt außerdem, dass auch Nachbarn helfen können, Einbrüche zu verhindern, allein schon durch eine höhere Aufmerksamkeit. Pflegen Sie daher den Kontakt zu Ihren Nachbarn, denn in einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher kaum eine Chance. Sprechen Sie mit den Bewohnern Ih-res Hauses oder Ihrer Nachbarhäuser über das Thema „Sicherheit“.

Fakten

Bis zu 40 Prozent weniger Wohnungseinbrüche im Corona-Jahr 2020 – das melden zahlreiche Bundesländer. Doch deswegen sollten die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nicht weniger wachsam sein. 

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Journalist

Jörg Wernien

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