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Auch Sachspenden, beispielsweise Kleidung, können Organisationen deutlich weiterhelfen. WELLBEING

Spendierhosen anziehen!

Neben Geld- und Sachspenden können Best Ager bedürftigen Men-schen auch ihre Zeit spenden. Seriö-se Hilfsorganisationen organisieren eine sinnvolle Zuteilung.

Die Deutschen sind großzügige Spender. 5,4 Milliarden Euro wurden allein im vergangenen Jahr für unseren Planeten, wenige privilegierte oder in Not geratenen Menschen sowie Tiere gespendet. Die Coronakrise hat die Spendenbereitschaft noch verstärkt. Rund 19 Millionen Menschen haben 2020 Geld gespendet. Die Generation 70plus zeigt sich hierbei am großzügigsten: Ihr Anteil am Gesamtspendenvolumen stieg 2020 auf fast 44 Prozent, das durchschnittliche Spendenvolumen in dieser Altersgruppe liegt bei rund 400. Doch auch die durchschnittliche Spende der Gesamtbevölkerung ist mit 40 Euro so hoch wie nie zuvor. Schon kleine Summen können viel bewirken. Der traditionell spendenreichste Monat ist der Dezember.

Gut eine halbe Million Organisationen sammeln in Deutschland Geld für wohltätige Zwecke oder konkrete Hilfsprojekte. Unterstützt werden können diese mit Geld-, Sach- oder auch Zeitspenden. Über Geldspenden freuen sich nicht nur die großen, teilweise weltweiten, Organisationen für humanitäre Hilfe wie Brot für die Welt, Misereor, Welthungerhilfe, Care, Oxfam, Ärzte ohne Grenzen, Rotes Kreuz, die deutsche Krebsstiftung und unzählige Kinderhilfsorganisationen. Auch Umwelt-, Natur- und Tierschutz-Organisationen wie der World Wide Fund For Nature (WWF), der Umweltverband BUND, Greenpeace, die Albert-Schweitzer-Stiftung oder der Deutsche Tierschutzbund benötigen Geldmittel für ihre vielen Projekte. Jede Spende kostet die Organisationen aber auch Geld. Sich auf einzelne Projekte zu konzentrieren ist daher sinnvoller, als seine Großzügigkeit auf viele Summen zu splitten. Kleinere lohnende Projekte finden sich beispielsweise über die Plattform betterplace.org. Geldspenden an gemeinnützige Organisationen lassen sich übrigens von der Steuer absetzen.

Auch Sachspenden können eine große Hilfswirkung entfalten. So nimmt beispielsweise die internationale Entwicklungsorganisation Oxfam per Post oder in lokalen Shops Kleidung, Bücher, Haushaltsartikel, Spielzeug und andere Sachspenden entgegen. Kleiderspenden, welche direkt an Hilfsbedürftige gehen sollen, können in lokalen Kleiderkammern karitativer Hilfsorganisationen abgegeben oder per Post an private Unternehmen oder Stiftungen für Kleiderspenden verschickt werden. Bei der Deutschen Kleiderstiftung kann man in die Pakete mit aussortierten Klamotten auch ausrangierte Smartphones und Tablets legen. Kleiderspenden in Altkleidercontainern werden in der Regel verkauft und kommen Bedürftigen damit nur indirekt zugute. Der Dachverband FairWertung listet über 100 gemeinnützige Mitglieder auf, die ihre Arbeit auch durch Kleidersammlungen finanzieren. Über die rund 900 lokalen Tafeln in Deutschland können Privatpersonen auch Essen an Bedürftige spenden.

Eine schöne Möglichkeit für Best Ager ist, ihre Zeit zu spenden. Mit unterschiedlichsten Projekten wie Paten-Modellen oder Nachbarschaftshilfe lassen sich Kinder, Demenzkranke, Alte oder Flüchtlinge unterstützen. Unter spendezeit.de und tausendtaten.de finden sich viele zeitlich begrenzte oder längerfristige Projekte. Mindestens drei Wochen Zeit braucht es für die Flüchtlingsorganisation Intereuropean Human Aid Association (IHA). 

Fakten

Anbieter prüfen

Große seriöse Organisationen gehören einem renommierten Dachverband an oder tragen ein anerkanntes Spendensiegel, wie das DZI-Spendensiegel. Für kleinere Organisationen ist dieses Siegel allerdings zu kostenaufwendig.  Die Stiftung Warentest bietet online eine Checkliste zum Erkennen seriöser Organisationen.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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