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Wege zu einem schnelleren Bauen

Immer öfter setzen Städte, Länder und Gemeinden bei öffentlichen Bauvorhaben auf die modulare Bauweise. So können Kosten und viel Zeit gespart werden.

350.000 bis 400.000 Wohnungen müssen in Deutschland pro Jahr entstehen. Nur so lässt sich die Wohnungsnot zu bezahlbaren Preisen auch in den nächsten zehn Jahren lindern. Doch es fehlt nicht nur an Wohnungen. Krankenhäuser müssen modernisiert werden, viele Schulen brauchen Platz für mehr Schüler und das Recht auf einem Kitaplatz erfordert zahlreiche neue Gebäude.

„Wir brauchen kostengünstigen Wohnraum für Alleinstehende, Familien, Gering- und Normalverdiener – und das schnell und in großer Zahl. Und schnell geht, was vorproduziert ist“, sagt Michael Lauer von ALHO. Dafür ist die modulare Bauweise von ALHO geradezu prädestiniert. Gerade im städtischen Wohnungsbau erfordert der wachsende Bedarf ein hohes Tempo und eine schnelle Verfügbarkeit – Die Vorteile: „Das sind vor allem die kurze Bauzeit, die guten Möglichkeiten der Nachverdichtung und die sauberen und leisen Baustellen. Unsere im Werk vorgefertigten Module kommen mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad zwischen 70 und 80 % auf die Baustelle. Sie werden innerhalb weniger Tage montiert und dann bleibt nur noch eine sehr kurze Ausbauzeit von maximal zwei bis drei Monaten, die im direkten Wohnumfeld stattfindet“, erklärt der ALHO Experte.

Doch die Modulbauweise bewährt sich nicht nur im Wohnungsbau. In vielen Städten wurde in den letzten Jahren kaum Geld für die Erhaltung und Sanierung der Schulen bereitgestellt. Allein in Hamburg gibt es ein vier Milliarden Euro Programm, um alte Schulen zu sanieren und die erwartete Schülerzahl von +25 Prozent auch unterrichten zu können. Seit dem Schuljahr 2018/19 ist in Dresden die erste Modulbauschule Sachsens in Betrieb. Hier wurden moderne Klassenräume auf rund 3.000 qm in einem dreigeschossigen Baukörper errichtet. Noch wird das Gebäude als Interimsschule genutzt, doch das Gebäude ist auf eine, auch anderweitige dauerhafte Nutzung, ausgelegt. „Auch in Bezug auf Schallschutz, Brandschutz und Dämmung entspricht das Modulgebäude dem Standard eines hochwertigen Schulneubaus. Und da nur gesundheitlich unbedenkliche Materialien zum Einsatz kommen, warten seine Innenräume mit einem gesunden Raumklima auf – auch das ist ein wichtiger Aspekt für Bauten, in denen Schüler und Lehrer lange Zeiten des Tages hochkonzentriert verbringen“, so Michael Lauer von ALHO.

Die 108 Module der Schule wurden industriell vorgefertigt, verkürzten die Bauzeit, unabhängig von Wind und Wetter, um 70 Prozent. In 18 Tagen waren die Module dann montiert und fertig für den weiteren Ausbau.

Ein weiterer Aspekt der Modulbauweise bringt erhebliche Vorteile. Schon in der Fabrikationshalle lassen sich zahlreiche Details der Ausstattung, von den sanitären Einrichtungen bis zum vorbereiteten Labor, in die Module einbauen. Ein Detail, das besonders beim Krankenhausbau zum Tragen kommt. Neue Krankenhausarchitektur im Bestandskontext muss mit einem hohen Detaillierungsgrad geplant und strukturiert werden. Nur so lassen sich Raumanordnungen, Wegebeziehungen und das gesamte organisatorische Konzept erfolgreich in Einklang bringen. Außerdem muss während der Bauperiode im Bestand der laufende Klinikbetrieb reibungslos fortgeführt werden können. Nicht nur hierbei bietet die moderne Modulbauweise aufgrund der emissionsarmen Baustellen gegenüber konventionellem Bauen viele Vorteile. Operationssäle, Pflegestationen, Bettenhäuser oder funktionale Bauten für die Krankenhausverwaltung: Mit Modulgebäuden lassen sich die unterschiedlichsten Anforderungen an Gesundheitsimmobilien erfüllen.

So wurde das Bestandgebäude des Katholischen Klinikums in Mainz mit drei Modulbaugeschossen erweitert. 5.600 qm mehr Fläche für die Klinik und das mitten in der Stadt. „Elektroinstallation, sanitäre Anlagen und Leitungen, Anschlüsse für medizinische Gase, Sprinkler mit Hochdruck-Nebelanlage – alles was in dem doch begrenzten Produktionszeitraum der Raummodule von nur vier Wochen im Werk an Vorfertigung möglich war, wurde umgesetzt. Auch der Trockenbau wurde teilweise bereits gestellt, sodass nach der Montage recht zügig die Anschlussarbeiten sowie der modulübergreifende Innenausbau absolviert werden konnte“, erklärt Michael Lauer von ALHO die moderne Bauweise.

Es gibt in Deutschland schon viele gute Beispiele wo das modulare Bauen in Städten und Gemeinden verwirklicht wurde. Ein Trend der in den nächsten Jahren noch stark wachsen dürfte.

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Journalist

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