European Media Partner
v.l.: Das Gründungsteam Lucas Schnackenberg, Saskia Strutzke und Daniel Fiske Anzeige

Unterstützung für Gründer

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 265.692 Existenzgründungen – das zeigt: Wir leben in einem Gründerland mit einer aktiven Start-up-Szene. Doch mit einer Idee allein ist es noch nicht getan – oftmals fehlt es an Liquidität, aber auch Erfahrung und Unterstützung. Gerade in Krisenzeiten, wie wir aktuell mit Corona erleben, sind die Voraussetzungen für Unternehmensgründungen oftmals erschwert.

Mit einer Idee allein ist es noch nicht getan – oftmals fehlt es an Liquidität, aber auch Erfahrung und Unterstützung.

Möglichkeiten gibt es mit zahlreichen Förderprogrammen sowie -organisationen, welche zu verschiedensten Themenbereichen passen und dort bei der Gründung helfen. Dabei kann es sich um Unterstützung in Form von Erfahrungswerten, zum Beispiel zur Erstellung des Businessplans, oder natürlich auch Geldern, wie beispielsweise Beteiligungen oder Krediten, handeln.

Dank des EXIST-Förderprogramms vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) konnte beispielsweise im April 2020 die Gouna GmbH gegründet werden, welche seitdem mit ihrem Produkt „GoClip“ einen wertvollen Beitrag in der Landwirtschafts- und Agrarbranche leisten. 

Die beiden Programme EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer werden durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Das Programm unterstützt bei der Vorbereitung und Gründung von technologieorientierten und wissensbasierten Unternehmensgründungen, ein weiteres Ziel ist die Verbesserung des Forschungsklimas an Hochschulen, aber auch außeruniversitären Einrichtungen. Drei Säulen bilden die Grundlage des EXIST-Programms: Das Gründerstipendium, der Forschungstransfer und die Gründungskultur. Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden bei ihren Gründungsideen unterstützt und haben so die Möglichkeit, ihre Vorhaben in Businesspläne umzusetzen.

Die WHO erklärte Stress als eines der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts – dieser wird dabei sogar noch oft unterschätzt. Dieses Phänomen betrifft aber nicht nur Menschen, sondern auch die Tierwelt und somit die Landwirtschaft. Der Begriff „Berufskrankheit“ in Bezug auf Stress ist auch in unseren Milchviehställen weit verbreitet und ein Faktor, unter dem Kühe oft leiden. Dabei ist die Förderung und der Erhalt der landesweiten Milchproduktion sehr wichtig – dafür sind natürlich die gesunden und somit leistungsstarken Tiere Grundvoraussetzung. Nur so können qualitativ hochwertige Milcherzeugnisse hergestellt und produziert werden. Da Krankheiten zu einer vorzeitigen Schlachtung der Tiere führen, kann das Leistungspotential der Kühe nicht vollends ausgeschöpft werden. Eutererkrankungen sind eine der typischen „Berufskrankheiten“ von Kühen. Am häufigsten kommen Euterentzündungen vor – welche zeitgleich auch noch die teuerste Krankheit im Bereich der Milcherzeugung ist. In Deutschland werden für die Behandlung von Eutererkrankungen jährlich 1,4 Milliarden Euro ausgegeben – eine horrende Summe und oftmals vermeidbare Kosten, denn werden die Erkrankungen frühzeitig erkannt, kann vorgesorgt werden. 

Die Gouna GmbH entwickelte daher intelligente und bisher einzigartige Nasenringe, mit dem Namen „GoClip“, die lediglich schonend an der Nase des Tieres geklippt werden. Dadurch werden permanent Daten des Tieres aufgenommen, durch eine KI-Software ausgewertet und an das Smartphone des Landwirtes gesendet. Bei alarmierenden Werten wird der Landwirt umgehend benachrichtigt. Dadurch werden sowohl Arbeitszeit als auch Geld gespart, denn durch frühzeitige Vorsorge werden weniger Medikamente gebraucht.


Ringkonstuktion "GoClip" – dieser Ring wird an der Nase des Tieres angebracht. Darin verbaut ist die Technik, welche permanent die Daten des Tieres aufnimmt.

Die Atmung ist ein feiner Messfühler des Körpers, welcher frühzeitig auf Veränderungen – wie Stress – hinweist. Die im System verbaute und einzigartige Technik ermöglicht es, sensitive Gesundheitsparameter am Tier zu erheben, wie eben die Frequenz des Atems. So können frühzeitig Erkrankungen der Atemwege erkannt und Behandlungen in die Wege geleitet werden. Atemwegserkrankungen sind eine der Hauptkrankheiten in Ställen und sorgen für eine Kälberverlustrate von 25 Prozent. 

Auch für andere Bereiche bietet das System, neben der Landwirtschaft, interessante Aspekte. Durch die Generierung sensitiver Parameter bieten sich der Agrarforschung eine neue Forschungsbasis. Bereits jetzt wird das System auf internationalen Kongressen vorgestellt, und zudem ist die erste Kleinserienproduktion in Entwicklung.

Durch eine regelmäßige Kontrolle der Aktivität, Wiederkaurate und Brunst, frühzeitige Erkennung von Gefahren durch Stress, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen sowie die Optimierung der Fütterung, Besamung, Tierarztbesuche und -behandlungen ermöglicht „GoClip“ ein innovatives System für gesunde Tiere und die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. Das Produkt wird, in enger Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) in Potsdam, stetig auf wissenschaftlicher Grundlage weiterentwickelt. 

Die Gouna GmbH hat ihren Unternehmenssitz in Potsdam. Das innovative Team setzt sich aus der Agrarwissenschaftlerin Saskia Strutzke und den Softwareentwicklern Daniel Fiske und Lucas Schnackenberg zusammen. 

Fakten

www.gouna.tech 

www.exist.de 

Teile diesen Artikel

Journalist

Weitere Artikel