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Schluss mit der Zettelwirtschaft

Die Mission des Start-ups Meisterwerk lautet: Digitalisierung des Handwerks. Seine App erleichtert den Betrieben die Planung und Organisation erheblich.

Bertram Wildenauer kennt das aus seiner Zeit als Bauklempner nur zu gut: „Oft schrieben sich meine Kollegen wichtige Informationen auf irgendwelche lose Zettel“. Später wurden diese Notizen irgendwohin verlegt – und waren für alle Zeiten verschollen. Diese lästige Zettelwirtschaft ist noch immer Alltag in vielen deutschen Handwerksbetrieben. 

Um dies zu ändern und die Digitalisierung von Handwerksbetrieben voranzubringen, wurde im Rahmen der Förderinitiative Mittelstand Digital des Bundeswirtschaftsministeriums bereits 2016 das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) ins Leben gerufen. Als eines von 25 Kompetenzzentren soll das KDH den deutschen Mittelstand – mit Branchenfokus auf das Handwerk – bei der digitalen Transformation unterstüt-zen. Die Mission sei damit die gleiche wie die des Start-ups Meisterwerk, sagt CEO Bertram Wildenauer: „Wir wollen den Handwerksbetrieben helfen, die notwendigen Schritte auf dem Weg in die Digitalisierung zu tun.“ Gemeinsam mit seinem Kollegen Nick Sonnenberg gründete er im Sommer 2018 in Berlin das Unternehmen und entwickelte die Meisterwerk-App. 

Per PC, Laptop, Tablet oder Smartphone bietet die Meisterwerk-App die Mög-lichkeit, den Einsatz der Angestellten, Autos und Maschinen zu planen und zu koordinieren sowie die gesamte Organisation des Betriebes deutlich zu vereinfachen. „Die Betriebe, die die Meisterwerk-App nutzen, arbeiten er-heblich zeitsparender, kostenschonender und effizienter.“ Bis zu 60 Prozent der Arbeitszeit, die bisher durch Planungs-aufgaben angefallen sind, könne ein Planer in einem Handwerksbetrieb so einsparen, rechnet der 34-Jährige vor. Die Meisterwerk-App arbeitet cloudbasiert. Es gibt eine Basis-Version für 99 Euro und eine abgespeckte Version für kleinere Betriebe. Die Kosten gelten pro Planer, alle weiteren Mitarbeiter können die App kostenfrei nutzen.

Wildenauer und Sonnenberg profitierten von den Aktivitäten des Kompetenzzentrums. Das KDH ermöglichte ihnen die Teilnahme an der Startupnight in Berlin, bei der der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erstmalig Mitveranstalter war und die den Fokus auf digitale Lösungen für das Handwerk legte. Diese Chance nutzte das junge Unternehmen, setzte sich mit seinem Pitch gegen zahlreiche andere Start-ups durch und gewann so eine Messepräsenz auf der Internationalen Handwerksmesse 2020 in München, was ihnen eine hohe Sichtbarkeit bei genau dem richtigen Publikum beschert. „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk sehr“, so Wildenauer.

Infos: www.meisterwerk-app.de

Starke Partner – starkes Handwerk

Die Digitalisierung im Handwerk schreitet stetig voran und wird immer wichtiger, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Zahlreiche Handwerksbetriebe haben das bereits erkannt. Doch viele Betriebe wissen nicht, wie sie neben dem Alltagsgeschäft und mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen den Schritt in die Digitalisierung gehen sollen. Häufig ist auch fehlendes Knowhow der Grund dafür, dass Digitalisierungsvorhaben zurückgestellt werden. 

Um die Digitalisierung im deutschen Handwerk voranzutreiben, sind Netzwerke und Partnerschaften ein entscheidender Faktor. Aus diesem Grund unterstützt der Zentral-verband des Deutschen Handwerks (ZDH) unter anderem den Austausch zwischen Start-ups mit digitalen Lösungen für das Handwerk und Handwerksbetrieben, die genau diese Lösungen für die digitale Transformation ihrer Unternehmen benötigen.  

„Start-ups und Handwerksbetriebe zusammen-zubringen, ist uns ein wichtiges Anliegen in unserem Digitalisierungsvorhaben. Denn Lean-Start-ups und traditionelle Handwerk-betriebe können voneinander profitieren  und sich gegenseitig unterstützen. Mit  Veranstaltungen wie der Startupnight oder der TECH IN CONSTRUCTION schaffen wir im Handwerk ideale Match-making-Plattformen“, sagt Stephan Blank, Projektleiter im Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und Referatsleiter für Digitalisierung beim ZDH.

Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) ist eine vom Bundeswirtschafts-ministerium (BMWi) geförderte Initiative zur Stärkung der digitalen Kompetenz in Handwerksbetrieben. Es agiert deutschlandweit, stellt Expertenwissen zur Verfügung und führt Schulungen durch, informiert und sensibilisiert Handwerksbetriebe bezüglich der konkreten Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien und gibt nützliche Hilfestellungen zur praktischen Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen. Dieses  kostenfreie und anbieterneutrale Informations- und Unterstützungsangebot ist unter www.handwerkdigital.de abrufbar. 

Darüber hinaus können Handwerksbetriebe auf weitere Unterstützungsangebote zurückgreifen. Mit dem Beraternetzwerk der Handwerksorganisationen besteht für Betriebsinhaber und an einer Existenzgründung Interessierte eine exzellente Anlaufstelle, um sich in puncto Digitalisierung unterstützen zu lassen. Unternehmer können sich ganz einfach an ihre Kammer vor Ort wenden. Neben den allgemeinen Betriebsberatern und den  Beauftragten für Innovation und Technologie begleiten seit Juli 2018 auch immer mehr spezielle – ebenfalls vom BMWi geförderte – Digitalisierungsberater Handwerksbetriebe auf ihrem Weg ins digitale Zeitalter, indem sie über die Einsatzmöglichkeiten von Digitalisierungsmaßnahmen informieren, eine kostenfreie Beratung ermöglichen und auch bei Veranstaltungen und in Workshops über digitale Technologien und Unterstützungsmöglichkeiten aufklären.

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