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Vom Ego zum Schwarm

39 Kilometer pro Tag legt jeder Deutscher laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Durchschnitt zurück. Die Straßen werden immer voller, die Städte immer enger. Der Lieferverkehr nimmt laufend zu und der Ruhende Verkehr wächst stetig an. Doch selbst lästige Parkplatzsuche könnte schon bald der Vergangenheit angehören, indem vernetzte Fahrzeuge wissen, wo die nächste Lücke frei wird. Der Lösungsschlüssel für die immer komplexer werdende Verkehrsproblematik liegt in der Digitalisierung des öffentlichen sowie Individualverkehrs. Da gibt es zwar schon vernetzte Verkehrsangebote und Mobilitätskonzepte – wie Sharing-Modelle und On-Demand-Dienste – die aufgrund von Echtzeitdaten Mobilität für jeden anbieten. Doch sie stehen alle erst am Anfang der digitalen Kompetenz und setzen beim Individuum an.

Prognosen sehen voraus, dass die Kapazitäten im Straßenverkehr bald nicht mehr ausreichen werden.

Prognosen sehen voraus, dass die Kapazitäten im Straßenverkehr bald nicht mehr ausreichen werden. Dagegen steht eine Feststellung, dass bisher 90 Prozent der Fahrzeuge nur rund 10 Prozent der Straßeninfrastruktur nutzen. Um dieses Missverhältnis zu ändern, reichen konventionelle Navigationssystemen nicht aus. Sie leiten nur den gesamten Verkehr um, was den Stau verlagert statt verhindert. Da sind intelligentere Lösungen gefragt, die auf eine Art Schwarmintelligenz setzen. Wie zum Beispiel eine intelligente Abstimmung von Fahrzeuge untereinander und eine sinnvolle Verteilung auf das gesamte vorhandene Straßennetz. Jeder Nutzer erhält eine individuelle Route, um an sein Ziel zu kommen, die in Abhängigkeit zu allen anderen Nutzern steht. So können alle Fahrzeuge bestmöglich auf die bestehende Infrastruktur verteilt werden. Durch diese Schwarmintelligenz sind Routingmodelle möglich, die weit über die herkömmlichen Modelle hinausgehen.

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Journalist

Christiane Meyer-Spittler

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