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Supermärkte setzen auf Nachhaltigkeit

REWE, Aldi und Lidl, die großen Supermarktketten, reagieren und setzen auf Nachhaltigkeit bei den Verpackungen. Fast alle wollen die Plastikmengen reduzieren.

Mit dem neuen Gesetz sollen alle Hersteller ihrer gemeinsamen Verantwortung nachkommen.

Über 18 Millionen Tonnen Verpackungsmüll produzierten die Deutschen allein im Jahr 2015. Das entspricht einem Verbrauch von 167 kg pro Kopf. Damit überragt der deutsche Verpackungsmüllberg den unserer europäischen Nachbarn deutlich. Ein kurzer Blick in einen Supermarkt reicht, um den Verpackungswahn zu sehen. In Plastik verpacktes Obst und Gemüse, immer kleinere Verpackungen bei Wurst und Käse, kaum ein Produkt, das nicht in Plastik eingeschweißt oder in Folie abgepackt wurde. Dabei würden die meisten Verbraucher deutlich weniger Verpackungen bevorzugen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung PwC würden 95 % der Befragten es begrüßen, wenn die Verpackungen auf ein Minimum reduziert würden und 80 % finden Verpackungen bei Obst und Gemüse überflüssig.

Eine Möglichkeit, die Flut von Müll etwas einzudämmen, sieht die Bundesregierung im neuen Verpackungsgesetz (VerpackG), das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Es bringt verschiedene Neuerungen mit sich. Hersteller haben jetzt die Pflicht, sich registrieren zu lassen und zudem eine Datenmeldepflicht. Hier müssen sich alle sogenannten Erstinverkehrbringer von Verkaufs- oder Umverpackungen in Deutschland bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren. Die Zentrale Stelle soll für Transparenz und Kontrolle sorgen und ist mit hoheitlichen Aufgaben als Bundesbehörde tätig.

So lässt sich hier für Verbraucher nachvollziehen, welche Hersteller angemeldet sind und mit welchen Marken sie vertreten sind. Hersteller, die sich nicht registriert haben, dürfen ihre Verpackungen nicht in Deutschland vertreiben. Mit dem neuen Gesetz sollen alle Hersteller ihrer gemeinsamen Verantwortung nachkommen. Das war mit der alten Verpackungsordnung nicht der Fall, da haben viele das Recycling für die schwarzen Schafe mitbezahlt.

Hauptziele des neuen Verpackungsgesetzes sind die Erhöhung der Recyclingfähigkeit und des Wettbewerbs. So soll die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen bis zum Jahr 2022 von 36 auf 63 % angehoben sowie die Pfandpflicht erweitert werden und der Handel muss eine Kennzeichnungspflicht „Einweg“ oder „Mehrweg“ am Regal verpflichtend einführen. Neu ist auch, dass das Gesetz erstmals Regelungen über recyclinggerechte Verpackungsdesigns enthält. Mit dem neuen Gesetz soll es gelingen, den Müllberg der Verpackungen in den nächsten Jahren schrumpfen zu lassen.

Fakten

Das neue Verpackungsgesetz (VerpackG) tritt am 1. Januar 2019 in Kraft und löst die alte und noch geltende Verpackungsordnung ab. Das Gesetz gilt für mit Ware befüllte und beim Endverbraucher anfallende Verpackungen inklusive des Füllmaterials.

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Journalist

Jörg Wernien

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